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Bewertung

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Gut geredet – aber intern fehlt es an Struktur und Respekt

1,0
Nicht empfohlen
Ex-Auszubildende:rHat eine Ausbildung zum/zur Systemintegrator im Bereich IT in Essen gemacht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Zu Beginn hatte ich noch den Eindruck, dass die Firma eine faire und unterstützende Ausbildungsstätte sei. Leider stellte sich mit der Zeit das Gegenteil heraus. Viele Dinge, die nach außen als "familiär" oder "menschlich" dargestellt werden, wirken bei näherem Hinsehen eher oberflächlich oder inszeniert.

Verbesserungsvorschläge

Diese Ausbildung hätte ein wertvoller Grundstein für meine berufliche Zukunft sein können – stattdessen blieb ein bitterer Nachgeschmack. Die Firma legt mehr Wert auf ihren Außenruf als auf das, was intern tatsächlich passiert. Wer eine ehrliche, fördernde Ausbildung auf Augenhöhe sucht, ist hier vermutlich fehl am Platz. Ich würde diese Stelle nicht noch einmal antreten und kann sie anderen, vor allem jungen Berufseinsteigern, nicht empfehlen.

Arbeitsatmosphäre

Nach außen wirkt das Team harmonisch. In Wirklichkeit ist die Stimmung oft angespannt. Vieles basiert auf persönlichem Gefallen, nicht auf Leistung oder Engagement. Wer sich anstrengt, wird nicht zwangsläufig anerkannt – im Gegenteil: Eigeninitiative wird oft nicht wahrgenommen oder ausgenutzt.

Karrierechancen

Die angepriesenen Weiterbildungsmöglichkeiten existieren nur theoretisch. Wer sich wirklich weiterentwickeln will, muss das privat organisieren. Unterstützung seitens der Firma ist kaum vorhanden – außer man passt ins interne Beuteschema. Es wirkt so, als würde man sich mit Erfolgen von Azubis schmücken, zu denen der Betrieb selbst wenig beigetragen hat.

Arbeitszeiten

Wer pünktlich ging, wurde kritisch beäugt.

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung entspricht dem unteren Branchendurchschnitt. Zusätzlicher Einsatz oder Überstunden wurden nicht extra entlohnt. Es gab keinerlei finanzielle Anreize oder Boni.

Die Ausbilder

Die Ausbilder wirken freundlich und hilfsbereit, solange man unkritisch bleibt. Sobald man Fragen stellt oder Missstände anspricht, schlägt die Stimmung schnell um. Es fehlt an pädagogischer Kompetenz und einem klaren Ausbildungskonzept. Vieles wird auf Zuruf entschieden, was für Unsicherheit und Verwirrung sorgt. Anleitung und echte Förderung? Fehlanzeige.

Spaßfaktor

Die anfängliche Motivation wurde schnell durch die chaotische Organisation und den enormen Erwartungsdruck getrübt. Die Stimmung war selten entspannt, und selbst gute Leistungen führten nicht zu Anerkennung. Die Ausbildung wirkte oft mehr wie ein Härtetest als eine Lernzeit.

Aufgaben/Tätigkeiten

Als Azubi wird man direkt mit komplexen Aufgaben konfrontiert – häufig ohne klare Anleitung oder Rückhalt. Das "ins kalte Wasser werfen" ist hier kein pädagogisches Mittel, sondern eher ein Zeichen von fehlender Struktur. Wer Probleme anspricht, bekommt schnell das Gefühl, "nicht belastbar" zu sein. Es mangelt an echtem Ausbildungswillen – häufig hatte man eher das Gefühl, eine günstige Arbeitskraft zu sein.

Respekt

Die Geschäftsleitung gibt sich nahbar, doch in Wirklichkeit fehlt es an professioneller Führung und echter Kommunikation auf Augenhöhe. Entscheidungen wirken oft willkürlich, Kritik wird nicht ernst genommen, sondern als persönliche Schwäche oder Undankbarkeit interpretiert. Konstruktive Vorschläge laufen ins Leere oder werden sogar als Angriff gewertet.


Variation

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Arbeitgeber-Kommentar

Jürgen KirchnerHR - Kommunikation

Sehr geehrter ehemaliger Kollege,

vielen Dank für Ihre Einsichten in unser Unternehmen.

Wir sind der Meinung, es gehört mehr zu einer Ausbildung als Ausbildern die Tasche hinterher zu tragen.
Dies bedeutet nicht, wie Sie hier andeuten, dass wir unsere Auszubildenden vom ersten Tag an unvorbereitet auf die Menschheit loslassen.
Zumindest vermuten wir dies hinter den Formulierungen "ins kalte Wasser" und "mit komplexen Aufgaben konfrontiert".
Wir sind uns auch nicht sicher, ob es eine Konstellation gibt in der das nicht fürchterlich schief gehen würde.
Aber wir erwarten schon die Fähigkeit einen Schraubendreher in die richtige Richtung zu halten und auch zu drehen.
Wir erwarten auch die Fähigkeit einen Lieferschein zu lesen und alle für einen Außentermin bereits bereit gelegten Teile in den Dienstwagen zu laden.

Leider verfolgen wir in den Bewertungen bei Kununu einen sehr simplen Trend.
Die Ausbildung ist beendet und es steht die Erwartung und sogar der Wunsch im Raum übernommen zu werden.
Geschieht dies nicht, war die Firma schon immer der schlimmste Ort auf Erden und man ist froh dort endlich weg zu sein.
Unbezahlte Überstunden, Chaos, unfähige Ausbilder und Geschäftsführung, fehlende Möglichkeiten der Weiterbildung.
Soweit so vorhersehbar.
Wir würden nicht so lange existieren, wenn es so wäre wie hier beschreiben.
Wir würden keine Lobesschreiben von der IHK bekommen und unsere Auszubildenden würden ständig durch die Prüfungen fallen.

Um bei einer Formulierung aus Ihrem Text zu bleiben: Dies hat einen besonders bitteren Nachgeschmack,
wenn die Person von einer Akademie für besonders schwer vermittelbare Kandidaten gekommen ist.
Jemand der überall sonst gescheitert ist. Nicht weil die ganze Welt sich gegen ihn verbündet hat,
sondern weil er zu kritischer Reflektion nicht in der Lage ist.
Weil seine Helikoptermutter ihm immer alle Probleme aus dem Weg geräumt hat und er auch erwartet in einer Firma würde alles genauso ablaufen.
Sie hilft ihm sogar eine negative Rezension bei Kununu zu schreiben.

"Familiär" wie Sie es nennen bedeutet nicht was Sie offenbar dahinter erwartet haben.
Es hat einen Grund, weshalb der Begriff Helikoptereltern aber nicht Helikopterfirma existiert...jenseits des wortwörtlichen.
Bei jedem Hindernis steht die Erwartung im Raum vom Betrieb über dieses getragen zu werden. In einer Sänfte.
Geschieht dies nicht, gab es keine Förderung und kein Konzept.
Konkret haben wir sehr häufig über Ihr Abschlussprojekt mit Ihnen gesprochen. Sehr frühzeitig.
Dennoch haben wir von Ihnen nur sehr wenig bis gar keine Initiative gesehen.
Stattdessen sahen wir die Erwartungshaltung, der Betrieb würde das Projekt für Sie machen.
Mal abgesehen vom offensichtlichen, es wäre Betrug, fragen wir uns wie Sie dann in der realen Welt zurechtkommen möchten.
Für welche Arbeit möchten Sie irgendwann einmal bezahlt werden, wenn Sie diese nicht leisten können?
Sie können nicht ernsthaft erwarten, es würden immer Kollegen Ihre Arbeit mit übernehmen.

Dies haben Sie in dieser Form zwei Mal veranstaltet.
Beim ersten Mal haben Sie bis zur letzten Woche vor dem Abgabetermin mit dem schreiben Ihrer Dokumentation gewartet und sind dann in lähmende Panik verfallen.
Beim zweiten Mal haben wir alles, außer die Arbeit für Sie zu schreiben, getan um sicherzustellen, dass Sie bestehen.
Wir standen während der Betriebszeiten für Fragen zur Verfügung und waren auch bereit extra für Sie länger zu bleiben.
Nicht aufgrund von Überstunden für die Firma, sondern für Sie. Dennoch sind Sie jeden Tag pünktlich nach Hause gegangen anstatt dieses Angebots zu nutzen.
Dafür haben wir Sie angeschaut. Weil uns allen klar war es wird knapper und knapper für Sie. Zum zweiten Mal. Keine kritische Reflektion, kein Lerneffekt.
Nun, festhalten konnten wir Sie nicht. Aber wir wussten was als nächstes kommt.
Wie erwartet waren Sie dann am Tag der Abgabe Unwillens zu gehen und haben sich sprichwörtlich an Ihrem Schreibtisch festgeklammert und Ihren Ausbilder mit Fragen gelöchert.
Es war nicht nur zu spät, es war auch Ihren Kollegen gegenüber unfair.
Für eine Übernahme haben Sie sich allein mit dieser Kombination aus prokrastinieren und unkollegialen Verhalten disqualifiziert.
Und das war Ihnen selbst auch bewusst.
Aber jetzt ist die Firma schuld. Wir möchten nicht auf ein Podest gehoben werden, aber einen Erfahrungsbericht der mehr beinhaltet als "Firma böse" hätten wir uns schon gewünscht.


Mit freundlichen Grüßen


Pierre Lutz
-Serviceleiter-

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