Ein sinkendes Schiff...
What I like about the employer
Die Zusammenarbeit mit Kollegen, den lockeren Umgang mit Kollegen und die spannenden Probleme und Fragestellungen.
What I dislike about the employer
Die Bezahlung, die fehlende Wertschätzung, das Silodenken, fehlende Vorgaben von oben hinsichtlich Arbeitsablauf und einem ausgerufenen Kostensparprogramm, das an manchen Stellen Gehälter kürzt und woanders jedem egal ist.
Suggestions for improvement
Die R+V muss anfangen, Leistungen wertzuschätzen. Die R+V verliert unglaublich viel Geld durch Leute, die sie erst verjagen und die dann aufgrund des guten Klimas wiederkommen. Da stehen mindestens zwei Wechsel dahinter - bei 20%-Gehaltserhöhung pro Wechsel blecht die R+V also 44% mehr Gehalt. Statt dem MA einfach selbst mehr 25% zu geben und sich den Verlust, das erneute Ausschreiben und das Wiedereingliedern zu sparen. Am anderen Ende muss man auch anfangen, nicht leistende Mitarbeitende auf geringere Gehälter zu bringen.
Auch muss die R+V anfangen, einen konkreten Plan zu haben, wie sie weiterkommen möchte. Für die Versicherungsbranche ist es derzeit nicht leicht. Da helfen keine Vorstände, die mit Buzz Words um sich schmeißen, ohne Konkretes zu benennen. Das Konkreteste ist "Wir müssen besser werden!", was dann heißt "Ihr Mitarbeitenden müsst besser werden!". Jeder kocht daraus sein eigenes Süppchen, interpretiert Buzz Words wie "Agilität" und "Künstliche Intelligenz" wie er/sie will, macht irgendwas und nichts wird am Ende besser. Wenn ein komplettes Ressort agil arbeiten muss (!), die anderen aber nicht, fehlt eine Vorgabe von oben, die bestimmt, wie man angenehm mit diesem Ressort zusammen arbeiten kann. Eine "agile" IT, die Fachbereichen ihre Ablauforganisation aufzwingt, lädt keinen zur produktiven Zusammenarbeit ein. Da hat jeder Fachbereich direkt zu Beginn schon keine Lust mehr...
und ganz nebenbei: Auch in der IT hat dann kaum einer Ahnung von Agilität. Ohje!
Working atmosphere
Die Arbeitsatmosphäre ist in meiner Abteilung grundsätzlich sehr gut. Manchmal fehlt sogar ein wenig der Ernst. So werden nervige, aber relevante Themen zu oft belächelt. Beispiele hierfür sind Einhalten von Vorschriften, eine angemessene Qualitätssicherung oder das Dokumentieren. Das mag keiner und das verstehe ich auch Nur dass es dann auch keiner macht und man wenig zum Austausch findet, wenn man diesen verpflichtenden Aufgaben selbst nachkommen möchte, ist ein Problem.
Image
Ich weiß absolut nicht wie, aber bei der Image-Pflege macht die R+V viel richtig. Sie hat nämlich einen deutlich besseren Ruf als ich sie hier darstelle. Das können Teilnahmen am CSD oder die lockeren Arbeitsbedingungen für unmotivierte MA sein.
Work-Life Balance
Wenn man möchte, kann man es sich bei der R+V sehr einfach machen und sein Leben genießen. Die Work-Life-Balance kann somit problemlos stark in Richtung Life gedrückt werden. Hat man aber Spaß an der Arbeit und ist in einer Phase seines Lebens, an der man viel in Work investieren kann, so hat man Probleme wie einen unflexiblen Arbeitszeitrahmen, das Verneinen von Überstunden oder Erhöhungen der Wochenarbeitszeit oder die mangelnde Anerkennung von guten Leistungen. Und bei der nächsten Planung merkt man, wie viele Themen im Team nicht geschafft wurden - obwohl die Bereitschaft vom MA da gewesen wäre. Nur nicht der Wille der R+V, dies zuzulassen und anschließend wertzuschätzen.
Career/Professional development
Die Weiterbildung ist eine Katastrophe. Es gibt ausgelutschte Online-Schulungen. Das Seminarangebot ist ganz gut, wird aber oft untersagt, da kein Geld da sei. Die Vorstände sprechen von "save and invest", aber in die Mitarbeitenden investiert man schonmal nicht... super.
Karriere ist auch eher schwierig, da Fachaufgaben und erfolgreiche (Teil-)Projekleitungen als Bewerbung für Führungspositionen genutzt werden. Hat man davon mal irgendwie eine inne (Umstrukturierungen sind der Schlüssel zum Erfolg - danach gibt es immer mehr FK als vorher!), ist man auf dem erstem Hierarchie-Treppchen der R+V angekommen und zeigt das auch gegenüber seinen Mitarbeitenden... die dann wirklich nicht den Eindruck haben, dass man hier Karriere machen könnte.
Salary/Social benefits
Es fehlt ein Leistungsprinzip. Die Sozialleistungen werden groß beworben, aber irgendwie bleibt auch keine namenhaft im Gedächtnis, die man nicht auch von überall anders kennt.
Environmental and social responsibility
Die R+V installiert überall Teams für Nachhaltigkeit und propagiert diese, während Bereichsleiter Inlandsflüge buchen und Vorstände innerhalb Wiesbadens mit einer Limousine fahren. Kann man sich nicht ausdenken.
Collegiality
Das ist in meiner Abteilung absolut vorzeigbar, jeder hilft jedem, es gibt nahezu keinen Egoismus, der daher rührt, sich besser verkaufen zu wollen. Es geht darum, gemeinschaftlich gute Ergebnisse zu erzielen und das merkt man auch. Leider ist der Laden sehr hierarchisch, weswegen ich dies nur auf MA-Ebene sehe.
Interaction with older colleagues
Die meisten alten Kollegen tragen nicht mehr so viel bei wie in ihrer Blütezeit. Das ist mit Sicherheit in Ordnung. Was nicht geht, ist, dass diese doch schon sehr hohe Gehälter teilweise haben und die Budgets für jüngere, effizientere Kollegen somit verkleinern. Hier fehlt ein Leistungsprinzip - im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass ältere Kollegen sehr entspannt durchkommen. Was die R+V jedoch gut macht: die langjährige Expertise der älteren Kollegen wird nachgefragt.
Leadership behavior
Ich kann es den Vorgesetzten nicht mal übel nehmen. Schulterklappen sind bei der R+V enorm wichtig. Sie befreien von jedem rationalen Argument; was eine Führungskraft sagt, gilt unbegründet bis eine höhere Führungskraft etwas anderes sagt. Das ist furchtbar. Vorgesetzte denken bei der MA-Entwicklung zudem sehr stark in Schubladen; viele Vorgesetzte sind auch nur Führungskräfte, weil sie fachlich gut waren oder weil sie mal Trainees waren (gute Werbung für das Trainee-Programm!), besitzen aber oft genug absolut keine moderne Führungsqualität. Man lernt es aber auch von den eigenen Führungskräften, die seit 15 Jahren gleich agieren, nicht anders... also, wer auch immer dieses Problem lösen mag...
Working conditions
Themen zu analysieren und umzusetzen ist in meiner Abteilung super angenehm. Mit 20%-Vor-Ort-Hürde kann man flexibel zuhause arbeiten - außerdem interessiert sowieso niemanden, wie oft man wo gearbeitet hat. Ist ein wenig komisch, dass man Zeit in die Planung von Home- und Office-Tagen gelegt hat, aber naja, das erhöht immerhin die Flexibilität. Schlecht ist, dass die R+V im sehr teuren Rhein-Main-Gebiet liegt, aber nicht überdurchschnittlich zahlt. Außerdem ist der Arbeitszeitrahmen störend.
Communication
Die R+V kommuniziert zu viel. Der Anteil an Mitarbeitenden im Innendienst, die ausschließlich ausreichend (im Sinne der Schulnote 4) Excel und Teams bedienen können, ist absurd hoch. Und das resultiert in viel zu vielen Meetings. Es ist gar keine Zeit mehr, irgendwas zu tun. Und das merken viele nicht, da sie sowieso zu unfähig wären, etwas zu tun. Zwei Sterne gibt es, da die Art, wie kommuniziert wird, in Ordnung ist - zumindest auf Angestelltenebene. Die Führungsebenen kommunizieren oft nur, um mehr von den Mitarbeitenden zu fordern, ohne ihnen mehr zu geben. Und da das offenbar bemerkt wird, verpacken sie es auch noch schlecht. Das fängt aber auch ganz oben bereits an.
Equality
Grundsätzlich liegt bei fachlichen Diskussionen keine Gleichheit vor. Oft gilt nicht, was rational sinnvoll und besser ist, sondern was ewige Mitarbeiter oder Führungskräfte laut sagen. Im Bewerbungsprozess, den ich von der Seite der Firma beurteilen kann, werden Frauen bei gleichen Qualifikationen bevorzugt. Meiner Meinung nach müsste bevorzugt werden, wer besser ins Team passt.
Interesting tasks
Die Aufgaben sind vielseitig und spannend. Bei der Lösungsfindung ist man oft frei. Probleme sind, dass nicht genügend Ressourcen zur kreativen Lösung vorgehalten werden. Auch ist die IT oft nur hinderlich, da sie sich ihre eigenen Regeln ausgedacht haben und diese immer nutzen, um nicht zu unterstützen. Schade!

