Viel Engagement trifft auf toxische Führung und strukturelles Versagen, keine langfristige Perspektive für motivierte!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Im direkten Austausch mit Kolleg:innen im operativen Bereich war die Zusammenarbeit respektvoll und lösungsorientiert.
Die internationale Ausrichtung des Unternehmens bietet grundsätzlich spannende Märkte und Kontakte, mit dem richtigen Setup könnte hier viel bewegt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe die Zusammenarbeit mit einer massiv überforderten Führungskraft erlebt, die stark ins Micromanagement verfiel. Vertrauen in Mitarbeitende war kaum vorhanden, stattdessen wurden Aufgaben doppelt vergeben und Entscheidungen überkontrolliert, wenn sie denn selbst getroffen werden durften.
Es wurde mit zweierlei Maß gemessen. Mitarbeitende wurden je nach Bedarf entweder schlechtgemacht oder kurzfristig wieder als Leistungsträger dargestellt, je nachdem, ob man gerade gebraucht wurde.
Das HR-Team war in meiner Erfahrung keine neutrale Instanz. Kritik oder Hinweise auf Missstände wurden ignoriert oder abgetan. Ein konstruktives Gespräch auf Augenhöhe war nicht möglich und Kompetenz in Mitarbeiterführung oder Konfliktlösung war nicht erkennbar.
Ehrlichkeit, offene Kommunikation und eigene Meinungen wurden nicht gefördert, sondern als störend empfunden. Wer Dinge hinterfragt oder Missstände offen anspricht, muss mit Abwehr, Ignoranz oder sogar Isolation rechnen.
Kolleg:innen reagierten intransparent oder sogar persönlich beleidigt, zum Beispiel im Fall einer Kündigung (Dieses Problem ist in verschiedenen Abteilungen zu beobachten. Ich habe von Kollegen aus anderen Abteilungen dasselbe gehört). Anstelle von Professionalität folgte oft Funkstille oder Ausgrenzung, ein Verhalten, das an Schulhofstrukturen erinnerte.
Die Erwartung ist: Aus fast nichts viel machen, und das dauerhaft.
Arbeitsatmosphäre
Die aktuelle Arbeitsatmosphäre ist, nüchtern gesagt, zum Weglaufen. Kolleg:innen, die seit über 25 Jahren im Unternehmen sind, berichten, dass sie die Stimmung noch nie so schlecht, angespannt und düster erlebt haben wie derzeit. Die Stimmung im Büro ist geprägt von Unsicherheit, Überkontrolle und fehlender Wertschätzung. Viele sehen sich gerade nach neuen Jobs um.
Image
Statt Kundenbeziehungen zu pflegen, scheint oft an der Realität des Marktes vorbeigeplant zu werden. Das Image des Unternehmens hat in den letzten Jahren spürbar gelitten, sowohl extern im Markt als auch intern bei potenziellen neuen Mitarbeitenden. Auch als Arbeitgeber hat das Unternehmen deutlich an Attraktivität verloren, vor allem für junge Fachkräfte. Die Aufkündigung der Home Office-Regelungen wurde als Rückschritt wahrgenommen und hat viele enttäuscht. Flexibles Arbeiten ist heute Standard, wer sich dem verschließt, verliert an Relevanz auf dem Arbeitsmarkt.
Kurz gesagt: Das Unternehmen wirkt weder modern noch offen für Veränderung. Stattdessen haftet ihm das Image einer starren, überregulierten Struktur an, in der neue Ideen kaum Raum bekommen und Mitarbeitende sich eher anpassen als mitgestalten sollen.
Work-Life-Balance
Aufkündigung aller Homeoffice-Verträge. Das ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die vor Kurzem unter dem Vorwand eingestellt wurden, dass sie hauptsächlich aus dem Homeoffice heraus arbeiten dürfen. Die offiziellen Homeoffice-Anträge sollten nach der Probezeit gestellt werden, doch dazu kam es gar nicht erst.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist sehr gut, da nach Tarif gezahlt wird. Der Bonus fällt jedoch immer schlechter aus und ist kaum noch nennenswert.
Vorgesetztenverhalten
Kommt ganz stark auf die Abteilung an.

