Ihr Unternehmen?

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SIN 
e.V.
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Guter Arbeitgeber, wenn man Scheuklappen aufhat

2,7
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2025 für dieses Unternehmen in Cottbus gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Arbeitsklima war sehr schön.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich glaube ich habe mich oben genug ausgelassen.

Verbesserungsvorschläge

Abschaffung der Individualverträge. Transparente Lohnstruktur. Ehrlichere Kommunikation. Ehrlich gesagt sollte die übergeordnete Leitung zu sehr langen Fortbildungen geschickt werden oder komplett ausgetauscht werden. Bei diesem „sozialen Träger“ scheint es mir tief verwurzelt zu sein, dass gleiche Arbeit sehr wohl ungleich entlohnt werden kann und dass der Arbeitgeber zu illegalen Maßnahmen greift (fristlose Kündigungen ohne Begründung sowie Beeinflussung der Meinungsbildung von Arbeitnehmern vor der Abstimmung zum Betriebsrat). Der Umgang mit ehemaligen Angestellten ist wirklich gruselig – insbesondere durch den Regionalleiter. Meine Schilderung ist leider kein Einzelfall.
Zum Schluss noch eine Rückmeldung zum SIN e.V. aus anderer Quelle:
Im Anschluss an die gescheiterte Wahl des Wahlvorstandes (Betriebsrat) sagte die Gewerkschaftsperson, die den Prozess vor Ort begleitet hat: „In ihren über zehn Jahren habe sie erst drei Mal erlebt, dass ein Unternehmen so aggressiv gegen die Gründung eines BR vorgegangen ist.“ Das sagt meiner Meinung nach sehr viel aus.

Arbeitsatmosphäre

WICHTIG: Das Bild, das ich hier vermittle, bezieht sich nicht auf das gesamte Unternehmen. Ich war in Berlin tätig, daher beziehen sich meine Schilderungen ausschließlich auf Berlin und nicht auf Cottbus.
Die Zusammenarbeit unter den Kollegen war sehr gut. Auch das Verhalten der direkten Vorgesetzten ist insgesamt positiv zu bewerten. Die individuell ausgehandelten Arbeitsverträge (insbesondere die Stundenlöhne) sorgten jedoch für großen Unmut, der allerdings kaum offen angesprochen werden konnte, da es den Kollegen untersagt war, sich über ihre ausgehandelten Löhne auszutauschen.
Mitarbeiter in anderen Unterkünften erhielten für die gleiche Arbeit teils deutlich mehr (± 3 € war das, was ich mitbekommen habe). Diese Unterschiede gab es nahezu auf allen Positionen. Wie sich der Stundenlohn letztlich zusammensetzt, ist unklar und intransparent. Wenn man „schlecht“ verhandelt hat, kann es passieren, dass man für die gleiche Arbeit deutlich weniger verdient als der Kollege neben einem.
Aus der Perspektive von Qualifikation, Erfahrung, Haftung und Verantwortung sind diese Lohnunterschiede meiner Sicht nicht nachvollziehbar und daher unfair.

Image

WICHTIG: Das Bild was ich hier vermittle bezieht sich nicht auf das ganze Unternehmen! Ich war in Berlin tätig, daher beziehen sich meine Schilderungen nur auf Berlin und nicht auf Cottbus!
Ich kenne keinen(!) ehemaligen Mitarbeiter, der nach dem Ausscheiden auch nur neutral über das Unternehmen spricht. Die meisten sind mehr als froh, dass sie raus sind. Teilweise liefen noch Rechtsstreitigkeiten zu Abfindungen oder Ähnlichem als ich das Unternehmen verlassen habe.

Work-Life-Balance

Hier wurde auch sehr arbeitnehmerfreundlich agiert. Es wurde versucht individuellen Wünschen nachzukommen. Auch unbezahlter Urlaub wurde gewährt wenn man mal länger weg sein wollte.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen sind möglich und werden auch unterstützt.

Kollegenzusammenhalt

In meiner Unterkunft war kollegiale Zusammenhalt sehr gut.

Umgang mit älteren Kollegen

Ich habe mitbekommen, dass auch älter Leute eingestellt wurden. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie benachteiligt wurden.

Vorgesetztenverhalten

Mitarbeiter wurden bei weniger weitreichenden Entscheidungen mit einbezogen, was ich auch in Ordnung fand. In der Unterkunft war grundsätzlich alles in Ordnung. Als es jedoch darum ging, einen Betriebsrat zu gründen, wurden Mitarbeiter relativ offensichtlich eingeschüchtert und dadurch in ihrem Abstimmungsverhalten zu ihrem eigenen Ungunsten beeinflusst. Dieses Vorgehen empfand ich als extrem falsch und das ist auch illegal.
Nach der gescheiterten Wahl des Wahlvorstandes sind einige Mitarbeiter, die dagegen gestimmt hatten, mit der übergeordneten Leitung essen gegangen. Außerdem bin ich mir relativ sicher, dass vertrauliche, arbeitgeberkritische Informationen aus den Supervisionen ohne Zustimmung der Teilnehmer an die übergeordnete Leitung (Regionalleiter etc.) weitergegeben wurden.
Allgemein fand ich das Verhalten der übergeordneten Leitung sehr problematisch. Solange man dem Unternehmen von Nutzen war, wurde man wohlwollend behandelt. Doch sobald man sich gegen das Unternehmen entschied oder stellte, wurde man fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren in der Regel angemessen. Manchmal mussten sich Kollegen ein Zimmer teilen oder es abwechselnd nutzen. Es waren jedoch ausreichend mobile Geräte vorhanden.

Kommunikation

Die Kommunikationskultur war in der Regel angemessen. Mitarbeiter wurden über unterkunftsrelevante Themen informiert. Bei heiklen Themen war die Kommunikation jedoch inakzeptabel. So gab es beispielsweise Bestrebungen, einen Betriebsrat (BR) zu gründen. In diesem Prozess wurden 4 von 7 Mitarbeitern ohne Angabe von Gründen von einem Tag auf den anderen fristlos entlassen. Sie durften nicht einmal in ihre Unterkünfte zurückkehren, um private Sachen zu holen. Zu diesem Vorgehen gab es keinerlei Stellungnahme seitens der Geschäftsführung. Damit wurde jedoch ein deutliches Signal an alle Unterstützer des BR gesendet – indirekt eine Drohung mit weitreichende Konsequenzen.
Nach meinem Ausscheiden musste ich fast ein ganzes Jahr auf mein Arbeitszeugnis (AZ) warten. (Für zwei Monate der Verzögerung bin ich eigenverantwortlich, da ich mein AZ selbst verfasst habe.) Am Ende musste ich einen Anwalt einschalten, um das Zeugnis zu erhalten. Es wurde kaum eine Ausrede ausgelassen, um die Ausstellung hinauszuzögern: Wohnadresse bestätigen (obwohl bekannt), zu viel zu tun, falsches Datum, falsches AZ zugeschickt, Regionalleiter krank, Tippfehler in meiner E‑Mail‑Adresse.

Gehalt/Benefits

Einer der größten Nachteile in diesem Unternehmen ist die Entlohnung. Gleiche Arbeit wird nicht gleich bezahlt, da man seinen Stundenlohn und auch Erhöhungen individuell aushandelt. Dadurch entstehen teils nicht nachvollziehbare Unterschiede, von denen das Unternehmen jedoch profitiert.
Ein kleines Beispiel: In der Unterkunft, in der ich gearbeitet habe, gab es sieben Lohnniveaus. Aus Verantwortungssicht hätte ich das zweithöchste Niveau haben müssen. Tatsächlich hatte ich jedoch das drittniedrigste. Unter mir lagen nur noch Hauswirtschaft/Hausmeister und Sozialbetreuer. Das Interessante ist, dass mir der Regionalleiter (!) persönlich kurz nach der Beförderung genau dieses niedrige Lohnniveau angeboten hat. Er, der genau wusste, welcher Mitarbeiter wie viel verdiente, bot mir für eine Position mit der zweithöchsten Verantwortung in der gesamten Unterkunft das drittniedrigste Lohnniveau an. Und im Vertrauen habe ich natürlich zugestimmt – woher hätte ich es auch besser wissen sollen? Man durfte sich ja nicht mit den Kollegen über ihre Stundenlöhne austauschen.
Die Entlohnung ist auf jeden Fall extrem unfair und intransparent.
Das Firmenticket wird immerhin bezuschusst.

Gleichberechtigung

Auf der einen Seite würde ich definitiv sagen, dass der Arbeitgeber überdurchschnittlich viele Frauen einstellt und diese auch überdurchschnittlich häufig auf der unteren Leitungsebene (Unterkunftsleitungen) vertreten sind. Viele dieser Frauen haben allerdings einen Migrationshintergrund (was in diesem Bereich nicht ungewöhnlich ist), und diese Gruppe verdient laut Statistik im Durchschnitt am wenigsten. In Kombination mit den individuell ausgehandelten Stundenlöhnen hatte ich immer ein ungutes Gefühl, da dies eine zusätzliche Benachteiligung ermöglichen könnte. Beweise dafür habe ich allerdings nicht.

Interessante Aufgaben

Es wurde versucht, die Last gleichmäßig zu verteilen, und man konnte sich einige Tätigkeitsfelder selbst aussuchen. Es gab jedoch einige Positionen bzw. Mitarbeiter, die von nahezu allen „Zusatzaufgaben“ befreit waren und dies auch deutlich ausgenutzt haben. So zumindest meine Einschätzung und meine Erfahrung aus der Unterkunft, in der ich gearbeitet habe.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.