Zahlengetrieben statt menschenorientiert
Gut am Arbeitgeber finde ich
All die lieben Menschen, die schon lange dabei sind und jeden Tag ihr bestes geben und weitermachen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein unbefristeter Vertrag ist nichts mehr wert. Wenn deine Arbeitsleistung nicht mehr gefällt, du zu lange da bist, zu teuer, etc. dann wirst du gehen.
Entweder freiwillig über einen Aufhebungsvertrag oder über einen langen, psychisch extrem belastenden Prozess, indem man versucht, dir Fehler nachzuweisen und dich raus zu ekeln, damit man dich nicht teuer abfinden muss. Und hier sprechen wir leider nicht von einem Einzelfall und das ist extrem besorgniserregend und zeigt, wie egal die Menschen dahinter eigentlich sind.
Verbesserungsvorschläge
Alles wollen, aber kosten soll es nichts. Umsatz und Zahlen sind das einzige was zählt. Der Hospitality-Gedanke ist vollkommen abhanden gekommen. Es dreht sich alles nur noch um Kosten senken, Einsparungen, mehr verdienen.
Wie wenig können wir anbieten und trotzdem maximal viel verlangen (bezogen auf Mitarbeiter UND Gäste)
Die Mitarbeiter sind schon lange nur noch Nummern (es gab Zeiten, da standen in Präsentationen noch die Namen der Mitarbeiter. Mittlerweile ist die Fluktuation so hoch, dass nur noch von FTE1, FTE2, etc. die Rede ist).
Gäste sind solange gute Gäste wie sie viel bezahlen und sich nicht beschweren. Sehr hohe Raten dafür, dass man sich am Ende sein Bettzeug im Haus selbst zusammen suchen und beziehen muss.
Was ist hier jetzt der Verbesserungsvorschlag?:
Ohne die Menschen - sowohl Gäste als auch Mitarbeiter, geht es nicht. Zeigt wieder etwas mehr Wertschätzung und hört zu. Weniger Ego und mehr Offenheit der Ideen anderer gegenüber, ganz egal, wie weit unter euch sie im Organigramm stehen. Das kann am Ende den Unterschied machen.
Einfach etwas mehr Dankbarkeit für die Menschen, die jeden Tag aufstehen, um eure Ziele zu erreichen und die Vision zu verwirklichen.
Arbeitsatmosphäre
Seit Monaten unfassbar angespannt, es wird wahnsinnig viel Druck ausgeübt aber ohne Struktur. Stimmung allgemein leider sehr schlecht.
Work-Life-Balance
Sehr viel zu tun, Überstunden sind nicht gewünscht aber nicht erfüllte Deadlines auch nicht. Das ist vielleicht nicht bewusst so, aber wer auf seine Stunden achtet und im Urlaub auch einfach mal nicht erreichbar ist, bekommt das zu spüren.
Karriere/Weiterbildung
Wer viel und hart arbeitet hat gute Chancen auf eine Titelanpassung und noch mehr Arbeit. Gehaltsanpassungen für die Mehrverantwortung und -arbeit im Verhältnis mau.
Gehalt/Benefits
Das Deutschlandticket ist wirklich cool. Der Rest ziemlich Standard (Obst im Büro, Jobrad, VWL, corporate benefits)
Die Mitarbeiter- und Family& Friends Raten wurden extrem unattraktiv gemacht und stark restriktiviert.
Nachfragen nach einem sportlichen Benefit wurden ignoriert.
Kollegenzusammenhalt
Starker Zusammenhalt innerhalb der Teams, wobei sich auch hier der Druck und die fehlende Struktur auf das Miteinander auswirkt
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt eigentlich keine
Vorgesetztenverhalten
Siehe oben, viel Druck, Hauptsache schnell und alles gleichzeitig und am liebsten gestern. Aber es fehlt jegliche Struktur und auch eine klare Vision. Es wird gegeneinander gearbeitet, Hauptsache jeder setzt seine Interessen und Visionen durch. Kritik oder auch einfach gegensätzliche Meinungen werden nicht gern gesehen.
Auf getroffene Aussagen ist kein Verlass, die werden nach Bedarf und Tagesform einfach Widerrufen oder "wurden so nie getroffen"
Kommunikation
Infos werden vergessen weiterzugeben, Kommunikationsstrukturen ignoriert, Kollegen übergangen
Führung ist sich nicht einig und kommuniziert widersprüchliche Dinge
Aussagen werden getroffen und dann geleugnet
Gleichberechtigung
Vermutlich passiert auch das nicht bewusst, aber Ideen oder Einwände von Männern werden sofort ernst genommen. Von Frauen werden sie häufig schlichtweg übergangen, bis sie irgendwann als eigene Idee verkauft werden. Einwände und Zweifel werden als Emotionalität abgetan.

