1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Ein wertschätzender Umgang mit den Bewerbenden wäre für die Zukunft toll. Ich habe mit einer vor mir wartenden Bewerberin in einem Wartebereich gesessen. Als die Chefin diese Bewerberin zum Gespräch abholte, begrüßte sie auch nur diese und würdigte mich keines Blickes, obwohl sie mich gesehen haben muss. Kein Wort des Grußes oder der Entschuldigung, dass sich der Beginn meines Gesprächs um mehr als eine halbe Stunde nach hinten verschoben hat.
Im Gespräch hatte ich dann das Gefühl, es werde Good Cop-Bad Cop mit mir gespielt. Zwei weitere Psychologinnen saßen neben der Chefin dort und schauten mich eher finster als freundlich an. Erst nachdem ich beide etwas länger anlächelte, lächelte man ein wenig zurück.
Es gab kein wirkliches Interesse an meinem Werdegang oder zu meiner Person.
Das Gespräch war im Vorhinein nur für 20 min ausgelegt, mit mir war man aber dann nach 15 Minuten fertig. Mit der Begründung, man könne mich nicht so viel fragen, da ich selbst Jahre in einem SPZ gearbeitet habe und man davon ausgehen müsse, dass ich ja alles kenne. Dabei wären doch genau dann detailreichere Fragen möglich und nötig gewesen. Mitbewerbende an diesem Tag wurden über eine halbe Stunde im Gespräch gelassen mit der Begründung, dass diese noch nie in einem SPZ gearbeitet hätten und man diesen das Konzept eines SPZ im Gespräch erklärte... In der Stellenausschreibung waren ausdrücklich Menschen mit Berufserfahrung in einem SPZ gesucht worden (neben anderen Anforderungen) und dann wurden Leute eingeladen, die komplette Neulinge waren? Das allein erschien mir schon als schlechtes Bewerbermanagement. In Köln bewerben sich zig Leute auf solch eine Stelle und dann winkt man Leute zum Gespräch, die die Anforderungen nicht erfüllen?
Eigentlich eine red flag.
Auch wie es weitergehen sollte, war für mich als Bewerberin frustrierend.
Man werde in der nächsten und darauffolgenden Woche erst noch andere Bewerbende zum Gespräch da haben und erst dann entscheiden, wen man zur Hospitation einladen wolle. Aber ich könne ruhig schon mal an die direkte Mailadresse des SPZ eine Rückmeldung geben.
Dies habe ich dann am Folgetag getan und was soll ich sagen? 2 1/2 Wochen blieb das unbeantwortet. War einfach egal. Mitbewerbende sind einfach nur potenzielle Betriebsmittel.
Diese kleinen Dinge allein (nicht grüßen bei erster Begegnung, keine Rückmeldung auf eine gewünschte Rückmeldung), das unfreundliche, unvorbereitete Verhalten mir gegenüber im Gespräch, das schnelle Abhandeln meiner Person... das alles sind für mich Indikatoren dafür, dass Mitarbeitende dort nicht wertgeschätzt werden. Wenn so bereits mit Bewerbenden umgegangen wird, als wäre man einfach nur ein Gegenstand, dann ist das in der Regel noch schlimmer, wenn man dort arbeitet.
Der Bewerbungsprozess bei den Kliniken der Stadt Köln ist frustrierend für Bewerbende. Wie kann es sein, dass ein Bewerbungsgespräch von vorneherein nur auf max. 20 Minuten ausgelegt ist und die Durchführenden dann nicht mal vorbereitet sind? Man habe mich nichts fragen können, weil ich die SPZ-Arbeit ja kennen würde? Mein Lebenslauf ist gespickt mit Punkten, zu denen man tatsächlich Fragen stellen kann und sollte. Aber nein. In 20 Minuten kann nur eines ausgewählt werden: wie gefällt uns die Bewerberin optisch, passt sie optisch ins Team und welche Stimmung vermittelt sie uns. Ganz egal, ob die eigene Stimmung eher unfreundlich gewesen ist.
An einem Ort, an dem Menschen so behandelt werden, möchte ich nicht arbeiten. Solche wenig wertschätzenden potenziellen Kolleginnen würde ich nicht haben wollen. Und ich frage mich inzwischen nicht mehr, warum gleich mehrere Stellen im dortigen SPZ frei waren.