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kununu Prüfprozess
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Im Rahmen eines Auswahlverfahrens in der Stadtverwaltung stellte ich Fragen zur Teamstruktur sowie zu etablierten Feedback- und Kommunikationsprozessen – essentielle Grundlagen moderner, demokratisch orientierter Zusammenarbeit.
Die Antwort des zuständigen Teamleiters war ernüchternd: Es gebe keine Teambesprechungen, Der Teamleiter selbst bezeichnete seinen Führungsstil ausdrücklich als "autokratisch".
Diese Aussage erfolgte offen und ohne jede kritische Einordnung – im Gegenteil: Auf meine sachliche Nachfrage zu Führungskultur und Beteiligung reagierte ein anwesendes Mitglied des Personalrats mit spöttischem Lachen. Weder die Vertreter*innen der Personalabteilung noch der Personalrat zeigten Anzeichen von Irritation oder Gesprächsbereitschaft.
Auch daraufhin blieb jeglicher Einspruch oder eine professionelle Einordnung durch die anderen Beteiligten aus. Die autokratische Struktur wird hier nicht nur geduldet – sie wird aktiv mitgetragen, auch von Gremien, die eigentlich für Gleichbehandlung, Mitbestimmung und eine offene Verwaltungskultur stehen sollten.
Dieser Umgang hat für mich deutlich gemacht: Was ich hier erlebt habe, war kein Einzelfall oder Ausrutscher, sondern Ausdruck einer autoritär geprägten Organisationskultur, in der Mitbestimmung, Teamorientierung und demokratische Führung weder erwartet noch gewünscht sind. Wer sich eine transparente, kollegiale und entwicklungsorientierte Arbeitsumgebung erhofft, wird in dieser Struktur vermutlich weder Gehör noch Gestaltungsraum finden.
In Zeiten des Fachkräftemangels ist es besonders irritierend, wenn Verwaltungen sich nach außen modern geben, intern aber Führungsstile pflegen, die an vergangene Zeiten erinnern. Der bewusste Verzicht auf Teamkommunikation, das Fehlen von Feedbackprozessen und die demonstrative Ablehnung demokratischer Beteiligung sind keine organisatorischen Defizite – sie sind Symptome eines autoritären Führungsverständnisses, das Vertrauen zerstört, statt es aufzubauen.
Die Stadt Butzbach wirbt öffentlich mit einem sogenannten „Ideenmanagement“ – ein Begriff, der Beteiligung, Offenheit und Mitgestaltung verspricht. Doch ein genauerer Blick offenbart deutliche Widersprüche zwischen Anspruch und gelebter Realität. So zeigen öffentlich einsehbare Bewertungen von Mitarbeitenden immer wieder ein Bild von autoritären Führungsstilen, mangelnder Kommunikation und fehlender Wertschätzung.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Handelt es sich beim Ideenmanagement wirklich um ein Instrument zur Demokratisierung von Verwaltungsprozessen – oder vielmehr um ein symbolisches Feigenblatt, das Beteiligung suggerieren soll, ohne sie tatsächlich zu ermöglichen?
Besonders kritisch ist die Zusammensetzung des zuständigen Gremiums zu betrachten: Teamleitern als Mitgliedern befinden sich dort Akteure in Schlüsselpositionen, die selbst Teil jener Führungskultur sind, die – laut wiederholter Rückmeldungen – für Intransparenz, Hierarchiedenken und autoritäres Verhalten steht. Eine wirklich unabhängige, divers besetzte Struktur, die unterschiedliche Perspektiven zulässt und ernsthaft zur Meinungsbildung einlädt, sieht anders aus.
Hinzu kommt: Gerade weil diese Personen in hierarchisch übergeordneten Rollen agieren, ist nicht auszuschließen, dass Mitarbeitende Hemmungen oder sogar Angst haben, sich mit Kritik oder Ideen direkt an sie zu wenden. In einem solchen Klima gedeiht keine offene Innovationskultur – es entsteht vielmehr eine Atmosphäre des Schweigens und der Selbstzensur.
Noch gravierender: Auch externe Impulse, kritische Rückfragen oder zivilgesellschaftliche Anregungen werden offenbar als störend empfunden – sie werden entweder ignoriert oder aktiv abgeblockt. Das widerspricht nicht nur dem Grundgedanken von Beteiligung, sondern wirft auch grundlegende Fragen zur demokratischen Kultur in der Stadtverwaltung auf.
Ein echtes Ideenmanagement muss Raum für Kritik, Vielfalt und Veränderung schaffen. Es darf nicht von denjenigen dominiert werden, die in ihrer Führungsrolle selbst Teil des Problems sind. Beteiligung bedeutet mehr als ein wohlklingender Begriff – sie ist ein demokratisches Versprechen. Dieses Versprechen einzulösen erfordert Mut zur Offenheit, den Willen zur Veränderung und vor allem den Dialog auf Augenhöhe.
Ich teile diese Eindrücke, um zukünftigen Bewerber*innen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. Wer sich für diese Verwaltung interessiert, sollte genau hinschauen – und gezielt nachfragen, wie mit Beteiligung, Führung und Kritik umgegangen wird. Denn eine Verwaltung, die sich nach innen verschließt, verliert auf Dauer nicht nur gute Mitarbeitende – sondern auch die Legitimation, öffentlich zu wirken.