Mein Arbeitgeber ist Okay?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Arbeitsplatz ist funktional und gut ausgestattet.
Die flexible Gestaltung der Arbeitszeit ist ein großer Vorteil.
Geleistete Mehrarbeit wird vollständig erfasst und kann entsprechend ausgeglichen werden, was ich sehr positiv finde.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die automatische Pausenregelung über das Zeiterfassungssystem ist nicht praxistauglich. Nach einer halben Stunde wird automatisch eine Pause abgezogen, unabhängig davon, ob diese tatsächlich genommen wurde.
Die dezentrale Struktur der Stadtverwaltung erschwert die Orientierung, insbesondere für neue Mitarbeitende. Eine strukturierte Einarbeitung findet kaum statt.
Der Austausch mit anderen Fachdiensten ist oft wenig kollegial. Anstatt gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, entsteht der Eindruck, dass jede Stelle vor allem auf die eigene Absicherung bedacht ist.
Verbesserungsvorschläge
Es sollte eine deutlichere Trennung zwischen Verwaltung und politischer Einflussnahme geben. Derzeit entsteht häufig der Eindruck, dass die Verwaltung für politische Entscheidungen verantwortlich gemacht wird, obwohl sie lediglich deren Umsetzung übernimmt.
Die Digitalisierung muss entschieden vorangetrieben werden. Noch immer werden große Papierakten durch die Verwaltung getragen, was die Arbeitsprozesse unnötig verlangsamt.
Bestehende Systeme, wie z. B. die Mittelbereitstellung, müssen dringend modernisiert werden. Aktuell steht das Budget oft nur für ein Haushaltsjahr zur Verfügung, was bei langfristigen Projekten zu wiederholtem Verwaltungsaufwand führt.
Die Software zur Kostenübersicht ist unzureichend, was die projektbezogene Finanzsteuerung erschwert.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb meines Fachdienstes herrscht eine sehr angenehme und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre. Betrachtet man jedoch den Gesamtarbeitgeber Stadt Lüdenscheid, lässt sich dies leider nicht uneingeschränkt bestätigen.
Image
Das öffentliche Image der Stadtverwaltung ist schwer zu beurteilen. In der Außendarstellung wird Mitarbeitenden häufig eine gewisse Trägheit oder gar politische Mitverantwortung zugeschrieben, obwohl viele Entscheidungen nicht im Einflussbereich der Beschäftigten liegen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance wird vom Arbeitgeber grundsätzlich unterstützt. Urlaub ist in der Regel möglich, wobei die tatsächliche Umsetzbarkeit auch von der Teamzusammensetzung (z. B. Alleinstehende vs. Eltern) abhängen kann.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten sind grundsätzlich gegeben und werden teilweise durch Inhouse-Seminare gefördert. Karrierechancen sind jedoch begrenzt. Zusätzliche Verantwortung und steigende Aufgabenkomplexität stehen nicht im Verhältnis zur finanziellen Vergütung. Zudem wird bei Beförderungen oft stärker auf formale Abschlüsse als auf tatsächliche Leistung geachtet. Dies kann qualifizierte Mitarbeitende ohne formellen Masterabschluss benachteiligen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt über dem Niveau meiner vorherigen Anstellung und ist aus meiner Sicht angemessen. Die Gehaltsstruktur innerhalb der Stadtverwaltung kann allerdings zu Unzufriedenheit führen, wenn langjährige Leistung nicht stärker honoriert wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das soziale Bewusstsein ist spürbar ausgeprägt. Auch Umweltaspekte werden meines Erachtens in der Organisation berücksichtigt.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb meines direkten Arbeitsumfelds erlebe ich einen guten Zusammenhalt. Im weiteren Kollegenkreis trifft man jedoch gelegentlich auf Personen, die wenig hilfsbereit sind oder Aufgaben gerne abgeben. Diese Situationen sind aber bislang eher die Ausnahme.
Umgang mit älteren Kollegen
Zur Wertschätzung älterer Kolleg*innen kann ich aus persönlicher Erfahrung noch keine fundierte Aussage treffen. Grundsätzlich beobachte ich aber eine problematische Bewertung der Eingruppierungen und Erfahrungsstufen. Engagierte Mitarbeitende mit langjähriger Erfahrung erhalten oft dieselbe Vergütung wie neu eingestellte Personen, was als demotivierend empfunden werden kann.
Vorgesetztenverhalten
Meine direkten Vorgesetzten erlebe ich überwiegend positiv. Die Zusammenarbeit erfolgt auf Augenhöhe und ich habe den Eindruck, dass die notwendigen fachlichen Kompetenzen vorhanden sind. Teilweise fehlt jedoch bei höheren Führungsebenen eine erkennbare Qualifikation im Bereich Mitarbeiterführung und -kommunikation.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut. Mitarbeitende haben jedoch wenig Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes. Beispielhaft sei die Anschaffung höhenverstellbarer Tische genannt, die teils nicht zum jeweiligen Aufgabenfeld passen. Zusätzlich erschwert die dezentrale Organisation der Verwaltung (z. B. bei Terminen oder Postlaufwegen) die Arbeitsprozesse. Moderne Softwarelösungen, die Effizienz und Übersichtlichkeit erhöhen könnten, werden nur zögerlich oder gar nicht eingeführt.
Kommunikation
Die Kommunikation variiert stark. Teilweise ist der Umgang freundlich, teilweise jedoch sehr distanziert und formell. Initiativen zur Förderung eines offenen und verbindlicheren Austauschs sind mir bisher nicht bekannt. Eine konsequente „Du-Kultur“ würde ich persönlich sehr begrüßen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird hinsichtlich des Geschlechts erkennbar gefördert. In anderen Bereichen, wie z. B. dem Umgang mit Ehrenämtern, zeigen sich jedoch Einschränkungen und Benachteiligungen.
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben sind aktuell interessant, allerdings kann sich das schnell ändern. Politisch motivierte Entscheidungen führen mitunter zu wiederholten oder weniger sinnvollen Aufgabenstellungen, was sich negativ auf die inhaltliche Qualität der Arbeit auswirken kann.
