Klassischer Verwaltungsarbeitgeber mit dem Streben nach Modernisierung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die offene, familiäre und wertschätzende Zusammenarbeit im Team ist sehr bereichernd. Die flexible Gestaltung von Homeoffice und flexible Arbeitszeiten sind ein großer Vorteil. Geleistete Mehrarbeit wird vollständig in einem Arbeitszeitkonto erfasst und kann für den Freizeitausgleich verwendet werden. Es bestehen umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, sodass der persönlichen Entwicklung seitens des Arbeitgebers nichts im Weg steht.
Verbesserungsvorschläge
Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse und die Modernisierung des städtischen Equipments sollte stärker vorangetrieben werden. Historisch gewachsene Arbeitsabläufe sollten an die "Neuzeit" angepasst werden, um nicht unnötig Kapazitäten zu binden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre in meinem Fachdienst ist offen, familiär und wertschätzend. Die Zusammenarbeit mit meiner Fachdienstleitung erfolgt vertrauensvoll und stets auf gleicher Augenhöhe, was meiner Meinung nach eigenverantwortliches Arbeiten erst ermöglicht und fördert. Innerhalb der Gesamtverwaltung erlebe ich diese offene und wertschätzende Haltung leider nicht in Gänze. Aufgrund der Dezentralität der Verwaltung, der damit verbundenen, oftmals fehlenden Flexibilität in der alltäglichen Arbeit und der Länge von Arbeitsprozessen im öffentlichen Dienst vernehme ich zunehmend eine weniger lösungsorientierte und mehr absichernde Arbeitspraxis, die die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in den anderen Fachdiensten und Einrichtungen erschwert.
Image
Meines Erachtens ist es hier schwierig, eine sachliche Bewertung vorzunehmen, da der öffentliche Dienst, gerade in der Außenanschauung, ein schwieriges Image genießt. Gerade seitens der Bürger wird man oftmals mit standardisierten Vorurteilen konfrontiert, die der Kommunalverwaltung schon ein gewisses Gepräge geben. Ich persönlich kann jedoch behaupten, dass die Stadt Lüdenscheid (neben den bestehenden Vorurteilen) nach außen hin ein gutes Image hat und auch im MK ansehen genießt.
Work-Life-Balance
Für den Bereich Work-Life-Balance kann ich von meiner Seite aus nur Positives feststellen. Durch eine bestehende Gleitzeitregelung, bei der anfallende Überstunden in einem persönlichen Überstundenkonto aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt zum Freizeitausgleich verwendet werden können, durch offene und flexible Gestaltungsmöglichkeiten beim Homeoffice und durch die Berücksichtigung der familiären Umstände sind hier nach meinem Empfinden keine Defizite festzustellen.
Karriere/Weiterbildung
Wer das bestreben hat, sich weiterentwickeln zu wollen, dem sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade im Bereich der Mitarbeiterqualifizierung enorm viel Wert auf ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten gelegt wird. Die Grenzen, die hier bestehen können, sind die, die man sich selbst setzt.
Gehalt/Benefits
Die gezahlten Gehälter nach TVöD sind gut. Erwartungsgemäß kommen diese nicht an die Verdienstmöglichkeit in der Privatwirtschaft heran. Wer sich jedoch aktiv für den öffentlichen Dienst entscheidet, ist sich meiner Meinung nach der Tatsache bewusst, dass hier möglicherweise "Einbußen" zu verzeichnen sind. Die Benefits, die jedoch geboten werden, und der Fakt, dass der öffentliche Dienst allgemein als krisensicher gilt, steht dem finanziellen Aspekten deutlich entgegen. Bezogen auf die Eingruppierung erfolgt dies nach meinem Empfinden stets transparent und inhaltlich nachvollziehbar nach den Vorgaben des TVöD.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich persönlich stelle fest, dass die Stadtverwaltung ein Umweltbewusstsein anstrebt und dies auch gerne mit internen Klimazielen langfristig umsetzen möchte. Die alltägliche Arbeitspraxis passt leider jedoch nicht zu dem, was gewünscht und gewollt ist. Hier müssen definitiv Arbeitsprozesse, gerade im Bereich der Beschaffung, überarbeitet bzw. modernisiert werden.
Kollegenzusammenhalt
Ich empfinde eine starke Kollegialität in meinem Fachdienst – man hilft sich gegenseitig. Neue Mitarbeitende werden schnell integriert und bekommen viel Unterstützung vom Team. Diese Form der Kollegialität empfinde ich auch im Austausch mit den anderen Fachdiensten und Einrichtungen der Verwaltung. "Ausreißer" wird es hier aber sicherlich auch geben. Das ist nach meinem Empfinden jedoch nicht die Regel.
Umgang mit älteren Kollegen
Zum Umgang und zur Wertschätzung älterer Kollegen kann ich in Bezug auf die Gesamtverwaltung persönlich keine fundierte Aussage treffen. Ich empfinde jedoch den bestehenden Erfahrungsschatz älterer Kolleginnen und Kollegen als bereichernd. Dieser ist meiner Meinung nach auch enorm wichtig, um die Qualität der städtischen Dienstleistungen sicherzustellen. Ich nehme diese Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen für meinen eigenen Arbeitsbereich gerne in Anspruch. Ob und inwieweit dieser Erfahrungshorizont bei der Entgeltgruppierung berücksichtigt wird, kann ich persönlich nicht beurteilen.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe stets die Unterstützung und die "Rückendeckung" von meiner Fachdienstleitung erfahren dürfen.
Arbeitsbedingungen
Das städtische Equipment ist (erwartungsgemäß) funktional und an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß. Ich persönlich stelle jedoch fest, dass hier nach Modernisierung gestrebt wird. Ich erlebe zwar die Bemühungen "mit der Zeit" gehen zu wollen, allerdings führen diese Bemühungen oftmals nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Auch hierbei ist die schwierige Position der kommunalen Verwaltung zu berücksichtigen, da hiermit stets die Verwendung kommunaler Ressourcen verbunden ist, die größtenteils auf Steuer- und Gebühreneinnahmen beruhen. Es besteht somit, gerade in Bezug zur Öffentlichkeit, die Pflicht zur umsichtigen Verwendung der verfügbaren Mittel. Allerdings besteht hier auch ein schmaler Grad, da durch vermeidliche Einsparungen auch Probleme entstehen, wie zum Beispiel die Verwendung veralteter und/oder langsamer Technik, die zu einer längeren Bearbeitungsdauer führen kann, das Festhalten an historisch gewachsenen, internen Arbeitsabläufen, die enorme zeitliche Kapazitäten in Anspruch nehmen, da nicht im ausreichenden Maß der Digitalisierung gewürdigt wird, etc.. Es besteht also Luft nach oben.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb des Fachdienstes ist direkt, aber immer respektvoll. Innerhalb meines eigenen Fachdienstes ist der für alltägliche Arbeit notwendige Informationsfluss stets gegeben. Auch hier vernehme ich persönlich ein Defizit innerhalb der Gesamtverwaltung, welches jedoch größtenteils der Dezentralität geschuldet sein wird. Die Kommunikation läuft intern hauptsächlich über E-Mails, was manchmal unübersichtlich ist - gerade dann, wenn ausladende "Kettenmails" versendet werden. Hier ist definitiv Potential gegeben, um die Verwaltung mit digitalen Lösungen "nach vorne zu bringen".
Gleichberechtigung
Nach meinem Empfinden gibt es keine Geschlechtertrennung. Dies wird unter anderem auch durch die Tätigkeit einer Gleichstellungsbeauftragten sichergestellt. Nach meinem Empfinden wird man entsprechend seiner Fähigkeiten und der damit verbundenen Eingruppierung vergütet, unabhängig des Geschlechts.
Interessante Aufgaben
Dieser Punkt ist gerade innerhalb einer kommunalen Verwaltung schwierig zu bewerten, da die Tätigkeitsbereiche meist stark vordefiniert sind und wenig Gestaltungsspielraum lassen. Dennoch kann ich hier keine Defizite feststellen, da ich persönliche innerhalb meines definierten Tätigkeitsbereiches trotzdem frei gestalten und im gewissen Maß Einfluss auf mein eigenes Aufgabengebiet nehmen kann.
