3,5 Jahre bei Transtar: Interessante Arbeit, aber mangelnder Respekt und schlechte Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit selbst hat mir wirklich gefallen. Abwechslungsreiche, technisch anspruchsvolle Aufgaben und interessante Reparaturen. Außerdem gab es einige gute Kollegen.
Besonders gefallen hat mir die Freiheit, meine Arbeit selbstständig zu organisieren. Ich konnte gleichzeitig an drei bis vier Lkw oder Aufliegern arbeiten und je nach Bedarf zwischen den Reparaturen wechseln, anstatt mich ständig auf eine einzige Aufgabe zu konzentrieren. Diese Arbeitsweise war für mich sehr angenehm und effizient. Niemand schrieb mir vor, wie ich meine Arbeit einzuteilen hatte – bis ein bestimmter Direktor anfing, sich in meine Arbeitsweise einzumischen.
Positiv war auch, dass der Arbeitgeber eine Unterkunft mit Dusche, Toilette und Internet zur Verfügung stellte. Allerdings waren die Wohnbedingungen unterdurchschnittlich. Die Zimmer waren klein und die Wände so dünn, dass man jedes Schnarchen und sogar die Blähungen aus dem Nachbarzimmer hören konnte. An Privatsphäre und erholsamen Schlaf war kaum zu denken.
Besonders unangenehm war, dass uns von der Geschäftsführung ständig vorgehalten wurde, wir würden schließlich kostenlos wohnen und auch das Internet gratis nutzen. Anstatt dies einfach als eine vom Arbeitgeber angebotene Leistung zu betrachten, wurde es uns immer wieder unter die Nase gerieben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem der respektlose Umgang der Geschäftsführung mit den Mechanikern, insbesondere mit uns Mitarbeitern aus Belarus. Dazu kamen chronischer Personalmangel, unzureichende Werkzeugausstattung, enorme Arbeitsbelastung, schlechte Organisation und eine unangemessene Bezahlung. Die fachliche Kompetenz der Mechaniker wurde häufig ignoriert. Für mich war letztendlich nicht die schwere Arbeit das Problem, sondern der Umgang mit den Menschen, die sie erledigten.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung sollte endlich anfangen, ihre Mitarbeiter als Menschen und qualifizierte Fachkräfte zu respektieren – unabhängig von ihrer Herkunft. Auf erfahrene Mechaniker hören, ausreichend Personal und vernünftiges Werkzeug bereitstellen, faire Löhne zahlen und zusätzliche Einsätze angemessen vergüten.
Besonders wichtig wäre es, fachliche Kompetenz und tatsächliche Arbeitsleistung höher zu bewerten als persönliche Loyalität und bedingungslose Zustimmung gegenüber Vorgesetzten. Nach meiner Erfahrung wurden vor allem diejenigen geschätzt, die der Geschäftsführung nach dem Mund redeten, während ehrliche Kritik und eigenständige Meinungen kaum erwünscht waren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war durch mangelnde Wertschätzung, schlechte Organisation und ständige Konflikte mit der Führung stark belastet.
Image
Mein persönlicher Eindruck von diesem Arbeitgeber ist sehr negativ. Die hohe Mitarbeiterfluktuation, mangelnde Wertschätzung und schlechte Organisation sprechen für sich. Qualifizierte Mechaniker verlassen das Unternehmen, anstatt langfristig dort zu bleiben.
Work-Life-Balance
Regelmäßige Panneneinsätze am Abend, in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen. Die Freizeit der Mitarbeiter wurde kaum respektiert. Ständige Einsatzbereitschaft wurde als selbstverständlich angesehen.
Karriere/Weiterbildung
Mir fehlten strukturierte Weiterbildungen und echte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Fachliche Erfahrung konnte ich hauptsächlich durch die vielen unterschiedlichen und anspruchsvollen Reparaturen sammeln. Eine gezielte Förderung der Mitarbeiter habe ich kaum wahrgenommen.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung stand in keinem angemessenen Verhältnis zur enormen Arbeitsbelastung und Verantwortung. Trotz anspruchsvoller Reparaturen, nächtlicher Panneneinsätze sowie zusätzlicher Aufgaben wurde meine Forderung nach 90 Euro Tageslohn abgelehnt.
Dabei halte ich selbst 90 Euro pro Tag für diese körperlich schwere, technisch anspruchsvolle und verantwortungsvolle Arbeit in Deutschland für viel zu wenig. Meiner Meinung nach würden nur wenige qualifizierte Mechaniker bereit sein, unter solchen Bedingungen für diesen Betrag zu arbeiten. Die Arbeitsbelastung war enorm, die Wertschätzung dagegen minimal.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Umweltpolitik kann ich nicht ausreichend beurteilen. Die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern ließ aus meiner Sicht jedoch stark zu wünschen übrig. Respekt, Wertschätzung und faire Behandlung waren oft nicht erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Mechanikern gab es gute Kollegen und gegenseitige Unterstützung. Allerdings wurden wir einfachen Mechaniker aus Belarus teilweise so behandelt, als wären wir Menschen zweiter Klasse. Einigen Vorgesetzten und sogar einem anderen Mechaniker wurde untersagt, mit uns zu sprechen – als wären wir hier niemand. Dieses respektlose Verhalten hat den Zusammenhalt im Team erheblich beeinträchtigt.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kollegen würde ich insgesamt als durchschnittlich bewerten. Entscheidend war aus meiner Sicht weniger das Alter als vielmehr der gegenseitige Respekt und die fachliche Kompetenz.
Vorgesetztenverhalten
Mangelnder Respekt gegenüber den Mitarbeitern. Fachliche Meinungen wurden häufig ignoriert, während inkompetente Entscheidungen unterstützt wurden. Wertschätzung für geleistete Arbeit war kaum vorhanden.
Arbeitsbedingungen
Für einen Fuhrpark mit rund 800 Fahrzeugen war die Werkstatt personell und teilweise auch mit Werkzeug völlig unzureichend ausgestattet. Selbst ein einfacher 1/2-Zoll-Gelenkgriff wurde trotz mehrfacher Anfragen über drei Jahre nicht angeschafft. Schwere Reparaturen mussten teilweise nachts, im Freien und unter äußerst unangenehmen Bedingungen durchgeführt werden.
Kommunikation
Die Meinung erfahrener Mechaniker wurde häufig ignoriert. Entscheidungen wurden von Personen getroffen, denen meiner Meinung nach die nötige Fachkompetenz fehlte.
Gleichberechtigung
Wir Mechaniker aus Belarus wurden teilweise so behandelt, als wären wir Mitarbeiter zweiter Klasse. Manchen Kollegen wurde sogar untersagt, mit uns zu kommunizieren. Von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt war aus meiner Sicht wenig zu spüren.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit selbst war abwechslungsreich und technisch anspruchsvoll. Von der Fahrzeugdiagnose über Elektrik und Bremssysteme bis hin zu komplexen Reparaturen war alles dabei. Die Aufgaben haben mir wirklich Spaß gemacht.
Zusätzlich mussten wir auch sonntags die Fahrer betreuen, Fahrzeugpapiere und Schlüssel ausgeben sowie Motoröl und verschiedene Materialien aus dem Lager bereitstellen. Diese zusätzlichen Aufgaben übernahmen wir abwechselnd mit zwei bis drei Mechanikern.