Der Arbeitgeber – und vor allem der Chef – macht einen psychisch krank!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gebäude sowie die Kollegen – mehr nicht!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich war längere Zeit als Softwareentwickler bei Triosys / Lohmann und Birkner angestellt. In dieser Zeit haben sich Anforderungen ständig komplett geändert, und wir Entwickler wurden jedes Mal dafür verantwortlich gemacht, dass Projekte angeblich zu lange dauern. Überstunden waren nicht freiwillig, sondern Pflicht, wenn man irgendwie mit seinen Aufgaben klarkommen wollte. Arbeit und Privatleben ließen sich überhaupt nicht mehr trennen – man funktionierte nur noch.
Man war im Grunde wie eine Maschine, nur dass man dafür auch noch schlecht bezahlt wurde. Die eigene Leistung wurde nie geschätzt. Module und Komponenten mussten teilweise drei- bis viermal komplett neu entwickelt werden, weil plötzlich neue Vorgaben auftauchten, die mit der bisherigen Architektur nichts mehr zu tun hatten.
In Meetings hat der Chef regelmäßig gelogen, um sich selbst besser darzustellen. Für komplett neue Softwareprodukte gab es oft nur ein bis zwei Wochen Entwicklungszeit – und das für Aufgaben, für die in anderen Firmen zehn bis zwanzig Entwickler eingeplant wären. Parkplätze gab es keine, außer für den Chef, damit sein Porsche sicher steht. Mitarbeiter und Büros wurden mit Kameras überwacht, und selbst Süßigkeiten waren im Büro verboten.
Nach meinem Austritt habe ich auch nach über sechs Monaten und mehreren Nachfragen noch immer kein Arbeitszeugnis erhalten. Wenn man nur eine Millisekunde zu spät in ein Meeting kam, wurde sofort mit einer Abmahnung gedroht – kam der Chef zu spät, hieß es einfach, er sei noch in einem anderen Termin (was laut Teams oder Zoom aber nie stimmte).
Kurz gesagt: Wer hier anfängt, wird es sehr schnell bereuen.
Verbesserungsvorschläge
Es müsste eine vollständig neue, wirklich kompetente Führungskraft geben (der Chef muss raus) – dann würde das „Unternehmen“ auch endlich funktionieren.
Arbeitsatmosphäre
Generell ein nettes Gebäude bzw. schöne Büros, aber wie soll man sich wohlfühlen, wenn alles, was man macht, von Kameras aufgezeichnet wird und jegliche Art von Snacks oder Süßigkeiten zu 100 % verboten ist?!
Image
Ich kannte aus meiner Zeit keinen einzigen Mitarbeiter, der auch nur im Ansatz positiv über das Unternehmen sprechen konnte.
Work-Life-Balance
Absolut schrecklich! Das Privatleben hört für einen selbst auf, sobald man dort anfängt zu arbeiten!
Karriere/Weiterbildung
Der Chef scheint zu denken: „Was ist Weiterbildung?! Warum sollte ich dafür Geld ausgeben, wenn ich es lieber in meinen Porsche stecken kann?!“
Gehalt/Benefits
Selbst in einer Junior-Position wurde ich DEUTLICH besser bezahlt! Es gibt null – also wirklich NULL – Benefits im Unternehmen!
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Viel zu streng! Der Chef lebt geistig noch in der Vergangenheit und hat nicht verstanden, dass die Menschheit etwas Großartiges erfunden hat – wir nennen es „Modernisierung“!
Kollegenzusammenhalt
Das ist WIRKLICH das EINZIGE, was in meiner Zeit dort gut war!
Umgang mit älteren Kollegen
Auch deutlich ältere Kollegen wurden permanent aufs Übelste kritisiert!
Vorgesetztenverhalten
Für jeden noch so kleinen Fehler sucht das „Chefchen“ einen Sündenbock, aber gelobt wird man NIE – selbst wenn man dafür sein „Leben“ opfert und nur noch arbeitet!
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind soweit ganz schön, aber die Arbeitsgeräte sind extrem langsam und nicht abgesichert (z. B. für das Homeoffice).
Kommunikation
Jedes Meeting war für alle Mitarbeiter ein kompletter Overflow an Informationen, da sich ständig und plötzlich sehr viele Anforderungen änderten!
Gleichberechtigung
Ich habe kein einziges Mal erlebt, dass Frauen oder Personen mit „Hoheitswissen“ im „Unternehmen“ jemals eine Führungsposition bekommen haben.
Interessante Aufgaben
Also, die Aufgaben waren soweit interessant, aber auch hier ist anzumerken, dass die entwickelten Produkte IMMER externe Aufträge waren – sie kamen also nie vom Chef selbst!