Die Basis hält den Laden
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ganz klar die Kollegen auf den Baustellen: hoher Einsatz, Erfahrung und Zusammenhalt – vieles funktioniert, weil dort einfach gemacht wird. Gehalt, Benefits und Ausstattung passen ebenfalls. Dazu kommen gute Aufstiegschancen, die dank Fluktuation gelegentlich überraschend kurzfristig entstehen.
Das Potenzial ist also definitiv vorhanden. Man muss es zwischen Außenwirkung und interner Realität nur finden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das größte Problem ist die massive Diskrepanz zwischen Außenwirkung und gelebtem Arbeitsalltag. Kommunikation zwischen Büro, Führung und Baustelle funktioniert teilweise erschreckend schlecht, Absprachen verlieren schnell ihre Verbindlichkeit und Verantwortung wird gerne weitergereicht. Personalentscheidungen wirken mitunter eher nach dem Prinzip „Stelle besetzen“ als nach nachhaltiger Entwicklung.
Besonders problematisch empfinde ich die unterschiedliche Erwartungshaltung: Von Mitarbeitern werden Flexibilität, Einsatz und Verfügbarkeit verlangt, während diese Maßstäbe nicht auf allen Ebenen gleichermaßen gelebt werden.
Das Unternehmen hätte viel Potenzial – verliert davon aber unnötig viel durch Kommunikation, Führungskultur und fehlende Verbindlichkeit.
Arbeitsatmosphäre
Die Unternehmenskultur bietet kreative Ansätze.
Absprachen mit der Geschäftsführung haben eine erstaunlich kurze Halbwertszeit – was gestern vereinbart wurde, kann heute schon vergessen sein.
Der klare Lichtblick ist das Baustellenpersonal. Hohe Einsatzbereitschaft, Erfahrung und Zusammenhalt sorgen dafür, dass Projekte trotz schwieriger Bedingungen laufen.
Beim Recruiting gilt offenbar: Hauptsache, die Stelle ist besetzt. Ob Mensch, Qualifikation und Aufgabe zusammenpassen, zeigt dann die Praxis.
Beim Einsatz sollte man differenzieren: Die technische Geschäftsführung ist viel unterwegs und präsent. Kaufmännisch wird Work-Life-Balance dagegen vorbildlich gelebt – zumindest für sich selbst. Während Flexibilität erwartet wird, funktioniert dort der pünktliche Feierabend erstaunlich zuverlässig.
Fazit: Unten wird angepackt, technisch Kilometer gemacht und kaufmännisch die Uhr im Blick behalten.
Gehalt/Benefits
Gute Aufstiegsmöglichkeiten sind definitiv vorhanden – durch die Fluktuation manchmal sogar schneller als geplant. Gelegenheit macht schließlich Führungskraft.
Gehalt und Benefits sind angemessen bzw. wirklich attraktiv. Auch das Image nach außen ist hervorragend. Intern sieht es teilweise anders aus: Besonders zwischen Büro und Baustelle sind Betriebsklima und gegenseitiges Verständnis stark ausbaufähig.
Kurz gesagt: Gute Karrierechancen, gute Benefits und viel Glanz nach außen – etwas davon dürfte gerne auch nach innen strahlen
Arbeitsbedingungen
In den Büros wird sichtbar modernisiert, und auch die Baustellen sind grundsätzlich gut ausgestattet. Der Weg zur passenden Ausstattung kann allerdings etwas länger dauern – weniger wegen fehlender Möglichkeiten, sondern eher aufgrund der Kommunikation zwischen Büro und Baustelle.
Eigeninitiative ist dabei hilfreich: Von allein kommt eher selten jemand auf einen zu. Spricht man Probleme oder Wünsche konkret an, bestehen durchaus gute Chancen auf eine Lösung. Man sollte lediglich etwas Geduld mitbringen.
Positiv betrachtet wird dadurch sehr nachhaltig gearbeitet: Was auf der aktuellen Baustelle zu lange dauert, ist mit etwas Glück beim nächsten Projekt bereits vorhanden.
Gleichberechtigung
Vielfalt und Gleichberechtigung sind grundsätzlich vorhanden – zumindest solange man auf der Karriereleiter nicht zu weit nach oben schaut. Bis zur Teamleitung zeigt sich ein ausgeglichenes Bild, Richtung Chefetage nähert sich dieses Verhältnis allerdings recht zuverlässig der Nulllinie.
Positiv ist, dass auch ältere Kollegen eingestellt werden und teilweise seit vielen Jahren im Unternehmen sind. Das Miteinander funktioniert überwiegend gut, auch wenn neue und jüngere Kollegen bei einigen langjährigen Mitarbeitern zunächst auf eine gewisse „Das haben wir schon immer so gemacht“-Mentalität treffen.
Kurz gesagt: Vielfalt ist vorhanden – je höher die Hierarchieebene, desto übersichtlicher wird sie.

