Produktidee war im Kern gut, dass drumherum aber nie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wirklich nichts, denn selbst die Unternehmensvision ist bald obsolet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bis auf wenige Aspekte alles. Prozesse, Menschen und Atmosphäre.
Verbesserungsvorschläge
Letztlich alles vollständig Umstrukturieren. Führungsetage austauschen und endlich mit Substanzt statt mit Luftschlössern agieren.
Arbeitsatmosphäre
In meiner Zeit dort schwankte die Arbeitsatmosphäre zwischen heiterer Aufbruchstimmung und düsterer Untergangsstimmung. Resultiert hat das ganze aus dem Zyklus: Neue Idee um das Ruder rumzureißen -> Erkenntnis, dass jemand anderes diese Idee bereits hatte oder schlichtweg nicht umsetzbar ist. Letztlich viel heiße Luft mit wenig Substanz, geprägt durch eine beinahe Lethargie.
Tatsächlich gab es immer mal ganz gute Momente, diese überwiegen aber bei weitem nicht die sonst fast schon feindliche Atmosphäre. Letztlich können auch ein paar Biere und was essen gehen im Office nicht ablenken von der schieren Willkür derer man dort ausgesetzt ist. Diese Willkür betrifft nicht nur das (nicht-)einhalten von Abmachungen, sondern auch das generelle Verhalten der Führungskräfte und teilweise auch Kollegen.
Verbale Ausfälle, Rumgeschreie und co waren nicht selten. Man hat Erfahrungen nämlich entweder übertroffen oder oder untertroffen. Dazwischen gab und gibt es in den meisten Abteilungen nichts.
Man rechtfertigt gerne hier auf Kununu die völlige Strukturlosigkeit und das Benehmen mit Startup, letztlich existiert die Firma nun aber schon mehrere Jahre und es ist kein Fortschritt zu erkennen.
Image
Ich wüsste nicht welches Image es gegeben soll und worauf dieses basiert? Kaum jemand kennt das Produkt in der echten Welt und die einzige Bekanntheit gibt es in Form von Postings. Dass das Produkt so verwendet wird, wie man sich das gerne wünscht, habe ich nie erlebt.
Work-Life-Balance
Hier würde ich wirklich sagen: Ganz gut und einem selbst überlassen. Niemand wurde je gezwungen lange zu bleiben, Hauptsache man hat Ergebnisse geliefert. Das diese dann letztlich niemals zufriedenstellend waren für das Unternehmen, steht auf einem anderen Blatt.
Karriere/Weiterbildung
Quasi nicht vorhanden. Alle Positionen sind besetzt, Weiterbildungsmöglichkeiten defacto nicht gegeben auch wenn man zumindest versucht daran zu arbeiten. Die einzige Weiterbildung die man erlebt ist die, welche Leute aus der eigenen Tasche bezahlt haben bzw. nebenberuflich in der Freizeit als Hobby machen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist recht gut. Für ein Startup (die ja gerne zu Extremen neigen) weder besonders schlecht noch herausragend gut. Ich würde vermuten die meisten sind Zufrieden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine Ahnung wo hier der Eindruck entsteht, man wäre hier besonders Umwelt- oder Sozialbewusst. Man benutzt halt kaum Papier, das wars dann aber auch mit dem Bewusstsein.
Kollegenzusammenhalt
Punktuell / Individuell sicherlich vorhanden. Im Großen und Ganzen muss man aber sagen: man toleriert sich höchstens. Letztlich kocht jeder sein eigenes Süppchen und eine Wir-Mentalität existiert nicht, höchstens eine wir-gegen-die-Philosophie.
Üblicherweise existiert sowas zwischen verschiedenen Abteilungen, hier aber auch innerhalb der Abteilungen. Für mich ein absolutes Novum.
Umgang mit älteren Kollegen
Wüsste hier nichts wirklich schlimmes, teilweise aber durchaus senioritätsgetrieben. Leider nicht im Sinne von Coaching, sondern: Wir sind älter, daher wissen wir alles besser.
Vorgesetztenverhalten
Habe in all meinen Jahren schon viel Erlebt, aber noch nie ein solch tyrannisches und schier böswilliges Verhalten. Letztlich kann man es gar nicht Verhalten nennen, denn menschliches Verhalten setzt tierfliegende Beweggründe voraus. Was man hier erlebt hat, war eher ein Impuls-Reaktions-Prinzip mit variablem Ausgang für den Mitarbeiter.
Arbeitsbedingungen
Technisch alles state-of-the-art, letztlich aber recht laut und kaum Möglichkeit ungestört zu arbeiten, da sich ständig jemand in den Besprechungsräumen verschanzt.
Kommunikation
Wirklich furchtbar. Kann man nicht anders sagen. Die Qualität der Kommunikation misst sich meiner Meinung nach nicht am Durchschnitt sondern an den Extrema. Leider gab es nach oben aber keinerlei Extrema, aber genügend nach unten. Respektloses Verhalten, Beleidigungen teils auch maßlose Unhöflichkeit gegenüber Bewerbern sind völlig normal gewesen.
Gleichberechtigung
Ich will keine Details nennen: aber unverschämte, teils Ekelerregende Sprüche und Witze (nicht nur auf Geschlecht bezogen) waren an der Tagesordnung.
Interessante Aufgaben
Durchaus vorhanden, zumindest im Sinne einer Beschäftigungstherapie. Denn man kann tun was man will, eine Änderung im Unternehmen wird man niemals erreichen. Dafür beruft man sich zu sehr auf das altbewährte statt Neues zu wagen.