9 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
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9 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 1,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
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9 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 1,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ich habe mich auf eine Position auf Führungsebene mit langjähriger Berufserfahrung beworben. Einen persönlichen Austausch gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Stattdessen wurde mir mitgeteilt, dass meine Bewerbung ohne die vollständige Vorlage von Arbeitszeugnissen nicht einmal intern weitergeleitet werde.
Dass Zeugnisse im weiteren Verlauf eines Bewerbungsprozesses relevant sein können, ist für mich selbstverständlich. Dass sie jedoch bereits vor einem ersten persönlichen Kennenlerngespräch zur Eintrittskarte für die nächste Prozessstufe gemacht werden, habe ich zuletzt in den frühen 2000er-Jahren erlebt.
Gerade bei erfahrenen Führungskräften sollte aus meiner Sicht zunächst die Frage im Mittelpunkt stehen, ob beide Seiten fachlich und persönlich miteinander arbeiten möchten. Ob ein Arbeitszeugnis von 2008 anschließend noch zur Abrundung der Akte benötigt wird, lässt sich problemlos zu einem späteren Zeitpunkt klären.
Der Eindruck, der bei mir zurückbleibt: Hier stehen Bewerbungsprozess und Bürokratie stärker im Mittelpunkt als der Bewerber.
Ob ein derart formalistischer Einstieg dazu beiträgt, eine Position auf Führungsebene erfolgreich und vor allem zeitnah zu besetzen, darf jeder für sich selbst beurteilen.
Wer Stellenanzeigen veröffentlicht, obwohl überhaupt keine ernsthafte Einstellungsabsicht besteht, verschwendet bewusst die Zeit von Bewerbern. Solche Scheinanzeigen haben auf Jobbörsen nichts verloren. Unternehmen sollten endlich Verantwortung übernehmen und Stellenanzeigen entfernen, sobald keine tatsächliche Einstellung mehr geplant ist. Alles andere ist schlicht Bewerber-Täuschung.
Nach einer Bewerbung gibt es teilweise nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Der Bewerber weiß damit nicht einmal, ob seine Unterlagen überhaupt angekommen sind. Noch schlimmer: Er weiß nicht, ob die ausgeschriebene Stelle tatsächlich existiert, wirklich vakant ist oder lediglich als digitale Karteileiche auf irgendeiner Jobbörse herumsteht.
Da drängt sich eine unangenehme Frage auf: Wie viele dieser Stellenanzeigen sind überhaupt ernst gemeint?
Übrigens: Wieder einmal finden sich Stellenanzeigen ohne Kontaktdaten – kein Ansprechpartner, keine Telefonnummer, keine Möglichkeit, vorab überhaupt einen konkreten Kontakt zum Unternehmen herzustellen. Stattdessen soll der Bewerber seine vollständigen Unterlagen möglichst schnell und möglichst widerspruchslos über irgendein Online-Portal abladen.
Wenn ein Unternehmen eine Stelle nicht mehr besetzen will, dann hat diese Anzeige unverzüglich aus dem Internet und von sämtlichen Jobbörsen zu verschwinden. Alles andere ist eine Zumutung gegenüber Menschen, die sich auf diese Stellen verlassen und teilweise Stunden in Bewerbungen investieren.
Noch fragwürdiger wird es, wenn Unternehmen Bewerbungsunterlagen entgegennehmen, obwohl überhaupt keine konkrete Einstellungsabsicht besteht. Bewerberinnen und Bewerber liefern persönliche Daten, berufliche Informationen, Zeugnisse und Lebensläufe – und erwarten im Gegenzug wenigstens ein Mindestmaß an Transparenz und Respekt.
Bewerbungsunterlagen sind kein kostenloser Datenpool. Bewerber sind keine Versuchskaninchen und Bewerbungen keine Beschäftigungstherapie.
Millionen Stellenangebote werden im Internet und auf Jobbörsen veröffentlicht. Gleichzeitig schreiben sich Menschen die Finger wund, verschicken Bewerbung um Bewerbung und erhalten anschließend: nichts. Keine Bestätigung. Keine Erklärung. Keine nachvollziehbare Rückmeldung. Teilweise nicht einmal eine Absage.
Das ist kein moderner Arbeitsmarkt. Das ist ein System der Intransparenz.
Mittlerweile gleicht eine Bewerbung in Deutschland vielerorts einem Lottoschein: Man bewirbt sich auf zehn, zwanzig oder fünfzig Stellen und weiß nicht einmal, ob hinter den Anzeigen tatsächlich ein konkreter Arbeitgeber mit ernsthafter Einstellungsabsicht steht.
Und genau hier muss endlich Schluss sein.
Wer eine Stelle ausschreibt, sollte auch tatsächlich bereit sein, jemanden einzustellen. Wer nicht einstellt, soll die Stelle nicht als vakant verkaufen. Wer Bewerbungsunterlagen entgegennimmt, muss Bewerberinnen und Bewerber respektvoll und transparent behandeln.
Ob das bloße Sammeln von Bewerbungsunterlagen ohne tatsächliche Einstellungsabsicht strafrechtlich relevant sein sollte, ist eine Frage, die Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden ernsthaft prüfen sollten. Denn wenn Menschen systematisch Zeit investieren, persönliche Daten preisgeben und Hoffnungen in ausgeschriebene Stellen setzen, kann man dieses Verhalten nicht einfach als normalen digitalen Bewerbungsprozess abtun.
Es geht um Transparenz. Es geht um Respekt. Und es geht um die Frage, ob Bewerberinnen und Bewerber auf dem deutschen Arbeitsmarkt überhaupt noch erwarten dürfen, dass eine Stellenanzeige das bedeutet, was sie vorgibt zu bedeuten.
Eine Stellenanzeige sollte ein konkretes Jobangebot sein – und kein Köder.
Erstmal ein Bewerbungsgespräch über Telefon oder Teams führen bevor man einen Bewerber auf eigene Kosten von weit her kommen lässt. Bewerber zeitnah Bescheid geben ob man weiter mit ihm plant oder nicht.
Offenere Kommunikation, nicht über irgendwelche Hintertürchen versuchen an Informationen zu gelangen.
Schnellere Bearbeitung!
Keine doppelte Eingangsbestätigung; professionelle und schnellere Bearbeitung von Bewerbungen da ansonsten Bewerber von anderen Unternehmen genommen werden, die schneller sind; Zwischenbescheide versenden.
Am 19. Januar bekamm ich eine Eingangsbestätigung, mit dem Hinweis das man "etwas" Zeit benötige um die Bewerbungen zu sichten. Ich habe dann den ganzen Februar nichts gehört und mich dann im März entschieden, mal anzufragen, die Ausschreibung war zu dem Zeitpunkt immer noch online. Wenige Tage später war die Anzeige nicht mehr online und ich bekam eine unpersönliche Mail-Absage. Völlig respektlos.