Das sinkende Schiff?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Guter Standort, schöne Büros. Das wars aktuell aber auch.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am eigenen Misserfolg ist man scheinbar nie selbst Schuld. Entweder ist es die Marktsituation, die globale Wirtschaft, oder der Kunde.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz und Ehrlichkeit. Konzentration aufs Wesentliche und Trends früher erkennen. Vertriebssektor muss ausgebaut werden, da seit Jahren nichts sinnvolles hierbei rumkommt. Es muss endlich mal Verantwortung übernommen werden in der ganzen Managementebene. Meiner Meinung nach sind hier viele Stellen absolut fehlbesetzt.
Arbeitsatmosphäre
Kommt sehr darauf an ob man in externen Kundenprojekten arbeitet oder intern. Daher relativ neutral zu bewerten, ich hatte nichts zu Beanstanden.
Kommunikation
Intransparenz, oft nicht nachvollziehbare Entscheidungen. Man wird mit politischen Aussagen abgespeist und muss Dinge so hinnehmen wie sie kommen. Vieles wird unter den Teppich gekehrt, manches niemals mehr wieder erwähnt. Man versucht sich in Erklärungen, klar wird aber eigentlich nie etwas.
Kollegenzusammenhalt
Sowohl im Projekt als auch intern hier nie Probleme gehabt, jeder hilft wo er kann (und darf).
Work-Life-Balance
Eines der wenigen Unternehmen, die den Leuten absoluten Freiraum in der Arbeitszeitgestaltung gibt. Homeoffice oder hybrides Arbeiten wird gelebt. Projektarbeit schränkt hier am meisten ein, da man sich dann am Kunden orientieren muss - dafür kann die WK aber nichts.
Vorgesetztenverhalten
Es wird einem ins Gesicht gelächelt, Loyalität und WK-Familie vorgepredigt. Enscheidungen sind meist zu Lasten des Arbeitnehmers, es gibt meist unrealistische Zielvereinbarungen. Selten wird einem Dank oder Lob ausgesprochen, hauptsache man bringt Geld in die Firma.
Letzendlich ist der MA nur ein Mittel zum Zweck, der auch mal schnell wegrationalisiert wird. Meinungen werden zwar akzeptiert, ebenso wie Kritik, allerdings oft ignoriert oder relativiert. Die Bindung Führung zur Mitarbeiterebene ist über die Jahre komplett verloren gegangen. In Infoterminen drückt man auf die Tränendrüse und hintenrum wird man eiskalt abserviert. Das Prinzip der "offnen Tür" gab es mal, ist aber längst Geschichte.
Es werden Leute freigestellt, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Was passiert mit laufenden Projekten? Wer kann diese übernehmen? Wie ist der Offboarding Prozess? Diese Fragen stellt man sich erst wenn es zu spät ist.
Interessante Aufgaben
Sehr projektabhängig, ich konnte mich hier allerdings nie beschweren. Hatte immer spannende Projekte, sowohl intern als auch extern.
Arbeitsbedingungen
Haben sich über den Lauf der Jahre tatsächlich verbessert. Es gab neue Hardware (Windows, Mac) und verbessertes Softwaremanagement. Die Büroräume sind hell und modern. Auch im HO wird für passendes Equipment gesorgt.
Gehalt/Benefits
Seit Jahren bekommt nur eine ausgewählte Elite mit den richtigen Jobtiteln Gehaltsanpassungen. Trotz Inflation und steigender Kosten muss man um jeden Cent betteln. Das funktioniert eher weniger gut, zumal die Verhandlungen im Dreieck verlaufen (MA -> Teamlead/HeadOf -> GF). Es gibt feste Budgets pro Abteilung, die auch vom HeadOf verhandelt werden müssen. Wird also deine Abteilung nicht priorisiert, geht man zu 99% leer aus oder das Angebot ist derart bodenlos, dass man sich persönlich angegriffen fühlt. Ob verdienter Mitarbeiter oder nicht spielt hierbei gar keine Rolle. Hat man sein Grundgehalt also nicht gut verhandelt, hat man Pech.
Image
Nach außen gibt man sich immer als Premium Partner im IT Dienstleistungssektor. Faktisch kennt die WK fast niemand. Aufträge kommen wohl nur über Beziehungen oder Bekanntschaften rein. Wenn Großprojekte wegbrechen, wirds schwierig.
Karriere/Weiterbildung
Vor einiger Zeit wurde ein relativ generisches Karrieremodell eingeführt, dass die MA in Specialist Gruppen innerhalb ihrer Abteilung eingruppiert. Es wurden für jede Klassifizierung Punkte herangezogen, die beispielsweise für Leute in Projekten wohl kaum anwendbar sind.
Das heißt man ist in seinem Karrierepfad maximal beschränkt, sobald man nach extern verkauft wurde. Es ist nicht klar definiert, wie der Übergang in eine höhere Stufe funktionieren soll für die MA, Gehaltsbänder sind intransparent nur für HR und GF einsehbar.
So wird man in Verhandlungen im Dunklen gelassen und man weiß nicht wo man steht. Das erfährt man aber spätestens, wenn man mit Kollegen über das Thema Geld redet. Schulungen sind ein Thema - Weiterbildung ist aber hauptsächlich persönliche Sache und man darf sich selbst drum kümmern.
Einmal im Jahr gibt es MEGs, in denen man die weitere Entwicklung bespricht und den Iststand bewerten und Feedback geben soll - das führt man dann aber meist mit Kollegen oder Vorgesetzten, die von der täglichen Arbeit, die man macht, keine Ahnung haben. Ob das Feedback ankommt, darf angezweifelt werden.