Vom Traditionsunternehmen zur Abbau- und Auslagerungsmaschine. Wer hier bleibt oder extra kommt, ist selber schuld.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Bewusstsein für gutes Design (Logo, Shop-Gestaltung etc.)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles andere.
Verbesserungsvorschläge
Rückverstaatlichung und Austausch des gesamten C-Levels sowie eines Großteils der Führungskräfte. Mitarbeitende in der Telekommunikationsbranche sollten mit aktueller Hardware ausgestattet werden. Der Geschäftsführung sollte wieder bewusst werden, dass die eigenen Mitarbeitenden das wichtigste Marketinginstrument sind – aktuell wird das Unternehmen an die Wand gefahren.
Arbeitsatmosphäre
Es herrscht durchgehend Druck und Missgunst. Im Fokus steht nur noch, das Unternehmen für Aktionäre “aufzuhübschen” – es wird ausgelagert und abgebaut, wo immer es geht.
Image
A1 kennt jeder – aber mittlerweile fast ausschließlich im negativen Sinn.
Work-Life-Balance
All-In-Vertrag: Von 40 aufbaubaren Gleitstunden dürfen nur 32 als ganze Tage konsumiert werden, der Rest nur stundenweise – alles darüber verfällt ersatzlos. Nach den Vorstellungen der Geschäftsführung soll man de facto rund um die Uhr abrufbereit sein.
Karriere/Weiterbildung
De facto nicht vorhanden. Es gibt nur interne E-Learnings zu A1-Produkten, keine Schulungen mit Mehrwert außerhalb des Unternehmens. Karriere macht, wer sich anpasst, gut vernetzt ist oder zufällig eine Stelle über sich frei wird.
Gehalt/Benefits
Ab 2027 wird Homeoffice ersatzlos gestrichen. Die Zielerreichung ist realistisch nicht mehr erreichbar, die Vorgaben stehen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Marktsituation. Selbst gültige Verträge werden einseitig einfach geändert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Reines Greenwashing. Homeoffice wird 2027 abgeschafft, Mülltrennung nur auf dem Papier – tatsächlich landet alles in einer Tonne. Photovoltaik gibt es nur am Hauptsitz, alle anderen Standorte werden weder saniert noch ausreichend gereinigt, was zu unnötig hohen Heiz- und Kühlkosten führt. Auch das soziale Engagement beschränkt sich auf eine gut inszenierte Show bei Events.
Kollegenzusammenhalt
Nur innerhalb des eigenen Teams vorhanden. Teamübergreifend herrscht Arbeitsverweigerung und ein Klima von “jeder gegen jeden”.
Umgang mit älteren Kollegen
Werden zunehmend als Belastung betrachtet. Meiner Wahrnehmung nach wird auch bei bestehendem Kündigungsschutz gezielt Druck aufgebaut oder eine Kündigung dennoch versucht.
Vorgesetztenverhalten
Die meisten Führungskräfte denken nur an die eigene Position und geben Vorgaben von "oben" ungefiltert weiter. Es geht im Kern nur noch darum, den massiven, mehrjährigen Stellenabbau selbst zu überstehen. Bezeichnend ist, dass nicht einmal die Personalvertretung dem spürbar entgegenwirkt oder das Thema öffentlich bzw. medial macht - man arrangiert sich lieber, statt für die Belegschaft sichtbar Position zu beziehen.
Arbeitsbedingungen
Klimaanlagen und Heizungen werden nicht instand gehalten, Desksharing wird so weit wie möglich forciert. Oft ist die Einschaltung des Arbeitsinspektorats nötig, da weder Arbeitgeber noch Personalvertretung geltendes Recht konsequent umsetzen. Die Hardware ist veraltet – aktuelles Diensthandy ist beispielsweise ein Samsung A31.
Kommunikation
Unzählige Newsletter und viel Selbstdarstellung, aber kaum sinnvolle Information. Durch die Auslagerung nach Bulgarien und zuletzt Nordmazedonien wird das zusätzlich erschwert, da dort kaum Deutschkenntnisse und nur gebrochenes Englisch vorhanden sind. HR-Anliegen laufen erst nach Bulgarien, wo die österreichische Rechtslage nicht bekannt ist, bevor sie wieder zurück nach Wien wandern.
Gleichberechtigung
Geschlechterbezogen gibt es keine Unterschiede. Hierarchisch sieht das anders aus: Mitarbeitende werden oft nur als Zahl betrachtet, Lieblinge werden bevorzugt, wer nicht mitspielt, wird gemobbt oder gekündigt.
Interessante Aufgaben
Früher war die Arbeit spannend. Mittlerweile wird dasselbe Produkt immer wieder neu verpackt und angeboten – keine Innovation, keine Vision.

