wer nicht (mehr) enttäuscht ist, hat resigniert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wenn der Chef kein Micromanagement betreibt, kann man sich seine Arbeit gut selbst einteilen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
vielfach fehlende Verantwortlichkeiten/Rollen/Personen
umgekehrt zunehmend Abschieben und Blocken von Verantwortung (bereits etablierte, eigentlich intern verpflichtende Prozesse werden zT. nicht gelebt)
selbst innerhalb eines Bereichs mit überschneidenden Themen stimmen sich die Abteilungen/Personen (nicht) mehr ab
Leute kennen (tw. die von ihnen selbst verantworteten) Vorgaben nicht (mehr)
fehlendes (nicht kommunziertes) Zielbild, vielfach Arbeiten an Einzelproblemen ohne konsolidiertes Ziel
Leute besetzen Positionen, zu denen ihnen gefühlt die inhaltliche Qualifikation fehlt
ständiges Kommen und Gehen von Personen aus dem Konzern mit im Anlassfall zusätzlichem Abschieben von Verantwortung (auf nicht mehr greifbare Personen)
TiGital als Karrieresprungbrett im Konzern.
Verfügbarkeit von Budgets (egal ob Projekte/Produkte, Gehälter oder Incentives) sind in Relation zueinander nicht plausibel.
Verbesserungsvorschläge
Ausarbeitung und Kommunikationen klarer Ziele, nicht nur Visionen sondern auch zumindest Strategien auf Umsetzungsebene.
Frühzeitige Einbindung (bzw. überhaupt) von SMEs und Betroffenen.
Anwendbarkeit (bzw. Effektivität und Effizienz) von Konzernvorgaben reflektieren (Stundensatz allein ist kein Kostenindikator, AI-Einsatz für sich noch keine Ersparnis, ...).
Pläne auf Basis der Realität schaffen und nicht rein auf Vorprojektphasen aufsetzen, an denen großteils ausschließlich unabhängige Teams ohne internem Know How beteiligt sind.
Mehr Fokus auf Nachhaltigkeit (von Produkten) und auch Verantwortung für die Qualität übernehmen: gezielte(!) Investitionen würden sich mMn auf längere Sicht rechnen.
Arbeitsatmosphäre
Buchbare Plätze sind Unternehmensstrategie. Sterile Arbeitsplätze auch für Leute, die 100% im Office arbeiten.
Kommunikation
So gut wie keine aktive Kommunikation. Infos gibt es nur, wenn irgendwie (strategisch) notwendig.
Verschlechterungen durch Aufbau von Silos, Abbau von sich um Themen organisierten Communities hin zu unidirektionaler Top-Down-Kultur.
Intern viele Besserdarstellungen (Erfolgsmeldungen bis hin zu Dingen die früher Daily Business gewesen wären).
EMailanfragen - quer durch die Organisation - bleiben (selbst auf Nachfrage) vielfach unbeantwortet.
Auf Feedback - bis hin zum Toplevel-Management - gibt es nicht einmal eine Kenntnisnahme/Empfangsrückmeldung.
Kollegenzusammenhalt
Unter den seinerzeitig aus der Vorgängerfirma übernommenen Leuten immer noch sehr gut. Alle über den Konzern eingebundenen scheinen rein persönliche Ziele zu verfolgen wie auch mittlerweile das Management ganz generell.
Work-Life-Balance
Wenn man Glück hat (je nach Abteilung/Vorgesetztem und Durchsetzungsvermögen) kann man es sich richten.
Vorgesetztenverhalten
sehr unterschiedlich/individuell: leider wird vielfach auf allen Ebenen nach unten gedrückt, kaum eine Führungskraft, die auch einmal Pushback gibt
Interessante Aufgaben
(immer noch) viel (zu viel) in Bewegung
Gleichberechtigung
wenn Quotenvorgaben (Frauen, offshore, ...) zur Qualifikation werden
Umgang mit älteren Kollegen
durchwachsen, abh. vom Vorgesetzten und dem Arbeitsumfeld bzw. wie groß die Rolle desjenigen in der Firma ist
Arbeitsbedingungen
arbeitstechnisch (Material,...): ok, wenngleich manchmal mühsam
im Projektkontext zT. zermürbend mit anzuschauen, wie - auch bewusst - ineffizient/oldschool Dinge abgewickelt werden
Umwelt-/Sozialbewusstsein
zu widersprüchlich in der (Nicht-)Umsetzung, weshalb ich es hptsl. als Marketing sehe
Gehalt/Benefits
jahrelanges in-Aussicht-Stellen/Vertrösten von Gehaltserhöhungen
zuletzt (erstmalig nach 20+ Jahren) persönlich nicht einmal mehr die IT-KV-Isterhöhung (und damit Realverlust), weil scheinbar doch mögliche individuelle Gehaltserhöhungen nun aus dem Gesamttopf der KV-Ist-Erhöhung finanziert werden
Image
auf Talfahrt: nach gut 3 Jahren lassen sich eingeführte, weiter bestehende Reibungsverluste nicht mehr mit dem Übergang (ARZ->TiGiTal) nach der Akquisition durch Accenture rechtfertigen
Karriere/Weiterbildung
Konzernmodell gibt für TiGital das Gewünschte nicht her
Karriere heißt bei Accenture Management/People Lead/Budgetverantwortung
Seniorität/Wissen/Erfahrung und damit verbundener Effizienz/Effektivität in Betrieb/Entwicklung/... wird nicht (mehr) honoriert