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Accenture 
Österreich
Bewertung

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Ideal für Uni-Absolventen – Nicht die beste Wahl für erfahrene Fachkräfte

3,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich IT bei Accenture in Wien gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Für Berufseinsteiger und Uni-Absolventen gibt es erste spannende Erfahrungen: Man lernt viel in kurzer Zeit und wird schnell in Projekte involviert.

Kollegenzusammenhalt ist grundsätzlich gut – vor allem im direkten Team.

Home-Office ist offiziell möglich und wird auch gelebt (wenn man sich regelmäßig im Büro zeigt).

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Gehalt: Unterdurchschnittlich und ohne Inflationsanpassungen. Wer auf Gehaltssteigerungen hofft, braucht entweder gute Beziehungen (Vitamin B) oder muss sich in besonders interessanten Projekten profilieren – nur das zählt wirklich für Promotions und entsprechende Gehaltserhöhungen.

Komplexe Spesenabrechnung: Das Arbeitshandy wird vom Lohn abgezogen und muss umständlich per Spesen rückerstattet werden.

People Leads: Eigentlich für die Karrierebegleitung da, aber de facto dreht sich alles um Projektauslastung (Chargeability).

Verpflichtende Freiwilligenarbeit: Zwar gut gemeint, wird aber bei Beförderungen kaum berücksichtigt.

Verbesserungsvorschläge

1. Gehaltsstruktur anpassen: Regelmäßige Inflationsanpassungen oder Bonusmodelle, damit sich auch gute Verhandler nach ein paar Jahren noch fair entlohnt fühlen.
2. Spesenprozess vereinfachen: Arbeitsmittel sollten ohne komplizierte Rückverrechnung bereitgestellt werden.
3. Projektlandschaft diversifizieren: Mehr als nur SAP-Fokus, damit verschiedene Interessen bedient werden.
4. Echte Karriereförderung durch People Leads: Gemeinsame Entwicklungspfade statt reiner Auslastungssteuerung.
5. Mehr Transparenz bei Anerkennung von Zusatzleistungen: Freiwilligenarbeit oder interne Aufgaben sollten klar definiert in Beförderungsprozesse einfließen.

Arbeitsatmosphäre

Anfangs dynamisch, danach oft geprägt von hoher Projektlast und viel Druck. Wer länger auf der „Bench“ sitzt, muss sich permanent rechtfertigen, statt konstruktive Unterstützung zu erfahren.

Work-Life-Balance

Das Unternehmen bietet je nach Projekt flexible Arbeitsortmöglichkeiten. Man kann grundsätzlich zwischen HomeOffice und Büroarbeit wählen, wobei eine gewisse Büropräsenz durchaus geschätzt wird. Es kann vorkommen, dass bei längeren Phasen mit wenig persönlicher Anwesenheit im Büro dies indirekt bemerkbar gemacht wird, obwohl die Wahlfreiheit offiziell besteht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es gibt zahlreiche Maßnahmen für Umwelt- und Sozialbewusstsein, jedoch wird kein Klimaticket für Mitarbeiter angeboten. Wer auf einem Projekt in Wien arbeitet, erhält eine Monatskarte für die Wiener Linien – für Pendler von außerhalb gibt es hingegen keine Unterstützung.

Karriere/Weiterbildung

Das Jumpstarter-Programm finde ich großartig, da hier viele junge Kollegen, meist Uni-Absolventen und Quereinsteiger, von Anfang an ein solides Fundament an Trainings erhalten und gezielt auf ihre ersten Projekte vorbereitet werden. Zudem fördert das Programm den Austausch unter den Teilnehmern und erleichtert den Einstieg ins Unternehmen erheblich.

Allerdings sind die Weiterbildungsmöglichkeiten außerhalb dieses Programms eingeschränkt: Die Platzanzahl ist begrenzt, Schulungen werden vorwiegend auf Englisch angeboten und oft ist die Zustimmung des Kunden erforderlich.

Beruflicher Aufstieg hängt stark von aktivem Netzwerken und Sichtbarkeit bei Führungskräften ab. Darüber hinaus hat das interne Trainingsangebot im letzten Jahr deutlich abgenommen, während externe Schulungen kaum verfügbar sind und der Beantragungsprozess sehr mühsam ist.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der eigenen Teams gut, man unterstützt sich gegenseitig. Allerdings zeigt sich bei Management- oder Konzernübergreifenden Themen eine gewisse Distanz und wenig echtes Miteinander.

Umgang mit älteren Kollegen

In meinem Umfeld sind mir keine negativen Aspekte aufgefallen.

Vorgesetztenverhalten

Die Führungsebene kommuniziert häufig mit ambitionierten Aussagen, denen jedoch nicht immer entsprechende Taten folgen. Bei Herausforderungen im Arbeitsalltag können mitunter strategische Überlegungen Vorrang haben. Die Qualität der Führung variiert zwischen den Abteilungen merklich: Einige Führungskräfte engagieren sich aktiv für die berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeitenden, während andere den Fokus primär auf die Projektzuteilung und -auslastung legen, wobei individuelle Karriereziele manchmal in den Hintergrund treten können.

Arbeitsbedingungen

Modern ausgestattete Büros, jedoch Verbesserungsbedarf bei Hardware und Software.

Kommunikation

Die Kommunikationskultur im Unternehmen beschränkt sich weitgehend auf standardisierte Formate wie Rundmails und regelmäßige Management-Calls. Diese bieten jedoch selten Raum für tiefergehenden Austausch. In den Meetings dominieren oft allgemeine Aussagen wie "Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch viel zu tun", während konkrete Zielsetzungen und mittelfristige Planungen häufig ausbleiben. Bei Entscheidungsprozessen, die direkte Auswirkungen auf einzelne Mitarbeitende oder ganze Abteilungen haben, fehlt leider die frühzeitige Einbindung der Betroffenen. Stattdessen werden solche Entscheidungen auf Führungsebene getroffen und erst kurz vor der Implementierung kommuniziert.

Gehalt/Benefits

Das Vergütungspaket liegt tendenziell unter dem Branchendurchschnitt, wobei regelmäßige Gehaltsanpassungen eher selten vorkommen, was mit zunehmender Betriebszugehörigkeit an Attraktivität einbüßt.

Bei Neueinstellungen zeigt sich häufig ein Ungleichgewicht: Neue Kollegen können oft bessere Konditionen aushandeln als langjährige Mitarbeitende mit vergleichbaren Qualifikationen.

Auch für Mitarbeitende mit initial guten Einstiegskonditionen kann sich nach etwa drei Jahren Ernüchterung einstellen, da Inflationsausgleiche durch den Kollektivvertrag nicht geregelt sind und eine freiwillige jährliche Inflationsanpassung durch das Unternehmen nicht selbstverständlich ist.

Beförderungen und damit verbundene Gehaltssprünge hängen stark von der Zuteilung zu bestimmten Projekten sowie von internen Netzwerken ab.

Gleichberechtigung

Das Unternehmen legt großen Wert auf Gleichberechtigung und Antidiskriminierung, was sich in regelmäßigen Meetings zu diesen Themen widerspiegelt. Bei entsprechenden Anliegen erfolgt in der Regel eine schnelle Reaktion. Mit den sogenannten "Advokats" stehen spezielle Ansprechpersonen für persönliche Gespräche zur Verfügung. Eine Herausforderung in Bezug auf Chancengleichheit zeigt sich jedoch im Beförderungssystem: Da Projekte naturgemäß unterschiedliche Möglichkeiten zur Sichtbarkeit und Kompetenzentfaltung bieten, haben Mitarbeitende auf prestigeträchtigeren Projekten tendenziell bessere Aussichten bei Karriere-Pitches. Diese projektabhängigen Unterschiede können trotz der allgemeinen Gleichberechtigungsbemühungen zu ungleichen Aufstiegschancen führen.

Interessante Aufgaben

Für SAP-Enthusiasten bietet das Unternehmen zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten, während diese für andere Fachrichtungen eher begrenzt ausfallen. Das Konzept der erwarteten Zusatzengagements hat zwei Seiten: Einerseits ermöglicht es wertvolle Einblicke und Erfahrungen in verschiedenen Bereichen. Andererseits erfolgen diese Tätigkeiten parallel zur vollen Projektauslastung, wobei bei Beförderungsentscheidungen hauptsächlich die Projektleistungen berücksichtigt werden. Die gezielte berufliche Weiterentwicklung in spezifische Richtungen gestaltet sich dadurch manchmal herausfordernd.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.