Meine persönlich belastendste berufliche Erfahrung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am meisten belastet hat mich der Umgangston und die fehlende Wertschätzung. Ich bin überzeugt, dass niemand dauerhaft mit Angst zur Arbeit gehen oder regelmäßig das Gefühl haben sollte, nicht gut genug zu sein.
Arbeitsatmosphäre
Für mich war die Arbeitsatmosphäre die belastendste, die ich bisher erlebt habe. Ich ging oft mit einem Gefühl der Anspannung in die Arbeit, weil nie vorhersehbar war, in welcher Stimmung sich die GF befinden würde. Aus meiner Wahrnehmung kam es regelmäßig zu lautstarken Kritikgesprächen, in denen Mitarbeiter angeschrien oder stark herabgewürdigt wurden. Dadurch herrschte im Team eine Atmosphäre der Unsicherheit und Angst. Tränen im Büro waren keine Seltenheit. Unabhängig davon, wie viel Einsatz man zeigte, hatte ich oft das Gefühl, dass es nie ausreichte und der nächste Vorwurf nur eine Frage der Zeit war.
Kommunikation
Nach außen wurde Offenheit und eine offene Gesprächskultur vermittelt. Meine Erfahrung war jedoch eine andere. Kritik oder Verbesserungsvorschläge anzusprechen empfand ich als schwierig, da ich häufig den Eindruck hatte, dass Einwände nicht als Chance zur Verbesserung gesehen wurden, sondern als persönlicher Angriff. Selbst wenn man sachliche Argumente oder nachvollziehbare Erklärungen hatte, fühlte ich mich oft nicht ernst genommen. Dadurch entstand mit der Zeit das Gefühl, lieber nichts mehr anzusprechen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war aus meiner Sicht sehr gut. Viele haben sich gegenseitig unterstützt und versucht, den Arbeitsalltag gemeinsam zu bewältigen. Schwieriger empfand ich das Verhältnis zur GF. Nach meinem Eindruck wurde viel negativ über Mitarbeiter gesprochen. Das führte zu zusätzlicher Unsicherheit im Team. Umso mehr schätzte ich den Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen, die sich häufig gegenseitig über solche Situationen informierten.
Work-Life-Balance
Meine Erfahrung war, dass eine hohe Erreichbarkeit auch weit außerhalb der regulären Arbeitszeit erwartet wurde. Insgesamt entstand für mich das Gefühl, dass eine klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben kaum möglich war und berufliches Engagement weit über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus als selbstverständlich angesehen wurde.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war für mich der Hauptgrund, weshalb ich diese Arbeitsstelle nicht weiterempfehlen würde. Ich habe die Führung als sehr emotional und unberechenbar erlebt. Es gab Tage mit freundlichem Umgang, an anderen Tagen wurden Mitarbeiter laut kritisiert oder herabgewürdigt. Prioritäten änderten sich häufig kurzfristig, wodurch viel unnötiger Mehraufwand entstand. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass Fehler überwiegend den Mitarbeitern zugeschrieben wurden, während eigene Entscheidungen kaum hinterfragt wurden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren abwechslungsreich und hätten viel Potenzial geboten. Leider wurde dieses Potenzial aus meiner Sicht durch fehlende Strukturen und ständig wechselnde Prioritäten stark eingeschränkt. Häufig mussten Aufgaben mehrfach überarbeitet werden, weil Anforderungen kurzfristig geändert wurden oder sich Vorgaben änderten. Dadurch entstand unnötiger Mehraufwand und Frust.
Gleichberechtigung
Ich hatte häufig das Gefühl, dass unterschiedliche Maßstäbe galten. Fehler der Mitarbeiter wurden stark kritisiert, während Entscheidungen der GF kaum hinterfragt werden konnten. Dadurch entstand bei mir nicht der Eindruck eines respektvollen Miteinanders auf Augenhöhe.
Arbeitsbedingungen
Teilweise fehlten aus meiner Sicht geeignete Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig wurden sehr hohe Erwartungen an die Ergebnisse gestellt. Ich hatte oft den Eindruck, dass zwischen den vorhandenen Ressourcen und den Erwartungen eine deutliche Diskrepanz bestand.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich angesichts der Erwartungen, der Verantwortung und der regelmäßigen Erreichbarkeit als eher niedrig. Zusätzlich belastend war für mich, dass nach meinem Empfinden wiederholt vermittelt wurde, die Gehälter der Mitarbeiter seien grundsätzlich nicht gerechtfertigt. Das wirkte wenig wertschätzend.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern und attraktiv. Genau deshalb hatte ich mich ursprünglich auch beworben. Meine persönlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag entsprachen diesem Bild jedoch leider nicht. Für mich klafften Außenwirkung und interne Unternehmenskultur deutlich auseinander.
Karriere/Weiterbildung
Ich hatte nicht den Eindruck, dass individuelle Stärken oder Entwicklungsmöglichkeiten gezielt gefördert wurden. Mehr Struktur, Feedback und Förderung von Talenten würden aus meiner Sicht sowohl den Mitarbeitern als auch dem Unternehmen zugutekommen.