Ausbeutung in einer toxischen Umgebung
Verbesserungsvorschläge
Es gibt viel Verbesserungspotential:
Echte Wertschätzung statt nur vorzugeben, die Mitarbeiter zu schätzen. Respekt und Anerkennung sind ein erster Schritt.
Offene Kommunikation sollte nicht als positiv verkauft werden, wenn sie nur Nachteile bringt.
Der Mensch sollte mehr im Mittelpunkt stehen.
Man sollte im Hinterkopf behalten, dass engagierte und gute Mitarbeiter das Unternehmen zum Erfolg führen und nicht umgekehrt.
Und man darf nicht vergessen, dass nicht nur die Arbeitnehmer ersetzbar sind, sondern auch die Firma selbst. Dies sollte vielleicht als Leitsatz dienen.
Arbeitsatmosphäre
Vorsicht: Gute Bewertungen kommen meistens oft von Neulingen, die von HR gleich zu Beginn angeregt werden, positiv zu bewerten, obwohl sie noch sehr kurz im Unternehmen sind und Ihnen die Erfahrung fehlt.
Die Arbeitsatmosphäre in der Firma ist stark von einem Zwei-Klassen-System geprägt. Das Management, das finanziell ziemlich gut dasteht, scheint wenig Verständnis für die alltäglichen Abläufe zu haben – als würden sie auf einer Wolke sitzen, weit entfernt von der Realität. Auf der anderen Seite gibt es die „Economy-Klasse“ der Kollegen, die hart schuften, während viele von ihnen unter der Belastung zusammenbrechen.
Der aktuelle Merger wird schlecht gemanagt und hat bereits zahlreiche Mitarbeiter ausgebrannt zurückgelassen. Es wirkt, als hätte sich niemand wirklich Gedanken über die Umsetzung gemacht. Fahrpläne wurden mehrfach geändert, und kurzfristige, überstürzte Entscheidungen haben sich oft zum Nachteil ausgewirkt.
Image
Das Image der Firma ist ziemlich paradox: Es ist fast schon ironisch, dass selbst die Vorgesetzten oft sehr negativ über das Unternehmen sprechen, obwohl sie weiterhin in ihren Funktionen bleiben und das System mittragen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist praktisch nicht vorhanden, auch wenn sie auf dem Papier gut klingt. Durch die Backlogs, die zum Teil auch durch den Merger entstanden sind, wird von den Mitarbeitern erwartet, noch mehr Stunden zu arbeiten. Eine 50- bis 60-Stunden-Woche wird immer häufiger zur Norm.
Karriere/Weiterbildung
Hier kommt man nicht durch Leistung weiter, sondern eher durch politisches Handeln. Es ist am besten, sich mit demjenigen zu verbünden, der gerade populär ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen in der „Economy-Klasse“ ist stark, da alle ein gemeinsames Verständnis für das tägliche Geschäft haben. Man unterstützt sich gegenseitig, weil jeder die Herausforderungen und den hohen Arbeitsaufwand kennt. Allerdings muss man diesen Zusammenhalt mit Vorsicht genießen, da er oft von der Notwendigkeit geprägt ist, sich gegenseitig zu stützen, um die Belastung des täglichen Geschäfts zu bewältigen. In einem solchen Umfeld kann die Unterstützung auch mit einem gewissen Druck verbunden sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen ist eher vorsichtig. Dennoch wurden auch langjährige Mitarbeiter manchmal von heute auf morgen gekündigt, was das Vertrauen in die Stabilität und Wertschätzung innerhalb des Unternehmens erschüttert.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten ist von wenig Loyalität geprägt. Sie stehen so lange hinter ihren Mitarbeitern, bis die Geschäftsleitung etwas anderes verlangt – dann lassen sie einen schnell fallen, wie einen heißen Apfel. Die Vorgesetzten verdienen gut und genießen oft exklusive Firmenwagen, was sie klar auf die Seite der Firma stellt und ihre Unabhängigkeit von den Interessen der Mitarbeiter weiter einschränkt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind durch das Gleitzeitmodell und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, durchaus angenehmer.
Der Lärmpegel kann manchmal sehr hoch sein, selbst wenn nur wenige Kollegen im Büro sind. Geräusche aus der anderen Ecke des Raums sind oft deutlich hörbar, was die Konzentration auf die Arbeit erschwert. Dies liegt an dem offenen Bürosystem.
Desksharing wird aktiv praktiziert, und das muss man mögen – andernfalls wird es schwierig. Man muss darauf eingestellt sein, seinen Arbeitsplatz vor der Nutzung zu reinigen, besonders wenn man Wert auf Hygiene legt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation erfordert große Vorsicht – Ehrlichkeit kann schnell gegen einen verwendet werden. Obwohl offiziell von einer offenen Gesprächskultur die Rede ist, sieht die Realität anders aus. Es ist ratsam, die eigene Meinung für sich zu behalten und sich stattdessen an langjährige Mitarbeiter zu orientieren, die wissen, wie man sich in diesem Umfeld am besten bewegt.
Gehalt/Benefits
Zu Beginn denkt man sich, dass das Gehalt wirklich gut ist, doch mit der Zeit wird klar, dass es angesichts der schwierigen Arbeitsbedingungen nicht fair vergütet wird. Die Belastungen und die hohe Arbeitsintensität stehen in keinem angemessenen Verhältnis zum Entgelt.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist definitiv nicht gegeben. Es existiert ein klares First-Class- und Economy-Class-System, bei dem Mitarbeiter unterschiedliche Behandlung erfahren, je nach ihrer Position und ihrem Status innerhalb der Firma.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant, und die Branche bietet spannende Möglichkeiten. Man kann sich persönlich sehr weiterentwickeln, wenn nur das Management besser wäre. Leider wird das Potenzial der Branche durch die mangelnde Unterstützung und Führung auf Management-Ebene stark eingeschränkt.

