Erschreckende Entwicklung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach zwei Jahren Pause wieder dabei, bin ich ehrlich entsetzt, was mit den Festspielen passiert ist. Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein Betrieb, noch dazu ein so etablierter, in so kurzer Zeit so stark zum Negativen verändern kann. Ich habe die Festspiele als Ort kennengelernt, wo mit höchster Motivation und Begeisterung auf ein großes Ziel hin gearbeitet wird, jetzt herrscht hier eine fast schon toxische Atmosphäre. Einige erfahrene und kompetente Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen oder sind gegangen worden, viele andere haben das für nächstes Jahr vor. Ersetzt wurden sie teilweise durch sehr unerfahrene Personen, und das merkt man an vielen Ecken. Im Moment wird vieles noch durch engagierte Kollegen aufgefangen, aber es macht sich zunehmend Frustration breit. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, da viele ja wirklich lieb sind, aber mit Erfahrung an großen Häusern bleibt die Feststellung, dass die Bregenzer Festspiele derzeit kein professioneller Betrieb sind.
Verbesserungsvorschläge
Es müssen umgehend Maßnahmen getroffen werden, wie kompetente Mitarbeiter (zurück-)gewonnen werden können. Außerdem müssen vom Management dringend Gespräche geführt werden, wie die Stimmung wieder verbessert werden kann. Man kann einen saisonalen Veranstaltungsbetrieb einfach nicht führen wie einen Versicherungskonzern.
Arbeitsatmosphäre
NIcht wiederzuerkennen. Bei vielen nur noch bloße Pflichterfüllung bis hin zu der Einstellung, dass es ja eh nicht so schlimm ist, wenn nicht alles perfekt ist. Früher undenkbar! Und was sagt es über einen Arbeitgeber aus, wenn die Arbeitnehmer sich Schlechtwetter wünschen, damit der Arbeitgeber einen finanziellen Schaden erleidet?
Image
Ein guter Ruf ist schnell ruiniert, zumal in einer Branche von überschaubarer Größe, die als "redefreudig" bekannt ist.
Work-Life-Balance
Da es aufgrund der Arbeitszeiten naturgemäß schwierig ist, ein soziales Leben zu führen, wäre es umso wichtiger, dass die Festspiele hier Möglichkeiten schaffen.
Kollegenzusammenhalt
Früher das Markenzeichen der Festspiele, ächzt es mittlerweile im Gebälk. In einzelnen Abteilungen ist der Zusammenhalt noch gut, aber das Übergreifende, das früher die Festspiele ausgemacht hat, ist nahezu komplett weggebrochen, da es keinerlei Möglichkeit zum Austausch mehr gibt. Früher konnte man nach den Proben und Aufführungen in der Kantine oder Terrasse mit Künstlern, Technikern, Verwaltung ins Gespräch kommen, heute gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Dort konnten auch dienstliche Probleme erkannt und geklärt werden - da diese Probleme nun oft gar nicht mehr angesprochen werden, leidet die Qualität der Aufführungen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es hat offenbar System, verdiente Kollegen auf undankbare Positionen abzuschieben. Selbst das Arbeitsgericht war damit schon befasst.
Vorgesetztenverhalten
Vom anderen Stern - in negativem Sinn. Während es überall kracht und die Stimmung auf dem Tiefpunkt ist, schwadroniert die Leitung in der Einladung zur Dernierenfeier von einer großartigen Saison und einer fantastischen Atmosphäre. Realitätsfremder geht´s kaum.
Kommunikation
Unter aller Kritik. Kollegen wird kurz vor ihrer Aufführung per Mail mitgeteilt, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr engagiert werden, und das ist nur ein Beispiel.
Interessante Aufgaben
Die Lokation ist nach wie vor einmalig.
