Tolles Team, orientierungslose Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Kollegenzusammenhalt ist herausragend – eine hilfsbereite, herzliche Truppe, die sich gegenseitig unterstützt und wirklich das Beste aus ihrer Arbeit herausholen will. Die Aufgaben selbst sind fachlich interessant und abwechslungsreich, auch der Bewerbungsprozess war inhaltlich gut vorbereitet. Lage und Büro sind top. Das Gehalt war für die Stelle angemessen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es fehlt durchgängig an Strategie, klaren Zielen und Orientierung – ungewöhnlich für ein Unternehmen, das sich als Scale-up versteht. Themen werden in großer Zahl angerissen, selten zu Ende gebracht, Entscheidungen lieber ausgesessen als getroffen. Die Führung agiert eher mit Mikromanagement bei Kleinigkeiten statt mit Weitblick beim großen Ganzen, gibt selbst aber kaum konstruktives Feedback nach unten – stattdessen wird über Mitarbeitende und auch über Führungskollegen in unpassenden Runden gesprochen statt direkt mit den Betroffenen. Kommunikation läuft stark im kleinen Kreis, nach unten kommt wenig an, und auch im Onboarding war wenig Struktur erkennbar. Trotz hohem Vertriebsdruck fehlt eine erkennbare Strategie, wie die ambitionierten Ziele erreicht werden sollen – Ziele oder KPIs gibt es im Grunde keine.
Verbesserungsvorschläge
Eine klare Unternehmensstrategie mit nachvollziehbaren, realistischen Zielen würde dem Team enorm helfen – lieber kleine, erreichbare Etappenziele als gar keine. Führung sollte als Aufgabe verstanden werden, die Orientierung und Rahmen gibt, statt sich in Details zu verlieren, während die großen Linien fehlen. Eine echte Feedbackkultur, die auch nach oben und unter der Führungsebene funktioniert, statt informeller Lästereien in Mitarbeitergesprächen, würde dem Betriebsklima zusätzlich guttun. Bei strukturellen Fragen wie Strategie oder Organisationsentwicklung könnte externe Unterstützung, etwa durch erfahrene Beratung, helfen, schneller zu klaren Entscheidungen zu kommen. Und nicht zuletzt: Mitarbeitenden, die in Feedbackgesprächen kurz vor einer Trennung noch ausdrücklich gelobt werden, sollte man eine ehrliche, nachvollziehbare Begründung nicht verweigern.
Arbeitsatmosphäre
Der Kollegenzusammenhalt ist das klare Highlight: Hilfsbereitschaft, gute Stimmung, Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und das Beste aus den Aufgaben herausholen wollen – das hat man selten so erlebt. Das wirkt allerdings auch wie der Kitt, der von den Mitarbeitenden zusammengehalten wird, was von der Führung nicht zusammengehalten wird.
Image
Nach außen wird viel in Positionierung, Marke und Außenauftritt investiert, intern wirkt vieles davon eher wie Schein als Sein. Strategie, klare Ziele oder KPIs sucht man vergeblich, was bei einem Unternehmen, das sich als "Scale-up" positioniert, überrascht. Es werden viele Themen angestoßen, selten etwas zu Ende gebracht, Entscheidungen werden eher ausgesessen als getroffen – auch aus Unsicherheit, externe Unterstützung etwa durch erfahrene Organisationsberatung in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig herrscht spürbarer Vertriebsdruck, ohne erkennbare Strategie oder messbare Ziele, um die ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich in Ordnung, allerdings mit ungenutztem Potenzial nach oben: Die Auslastung könnte deutlich höher sein, die Mitarbeitenden wären auch offen dafür, mehr gefordert zu werden. Tatsächlich sucht man sich die Arbeit eher aktiv selbst, statt klare Vorgaben oder Aufträge von oben zu bekommen – wieder ein Symptom des fehlenden strategischen Fokus und der mangelnden Steuerung von Führungsseite.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
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Karriere/Weiterbildung
Ziele oder Entwicklungspfade sind kaum erkennbar, da grundsätzlich keine klaren Ziele kommuniziert werden – nach eigener Aussage auch deshalb, weil zu hoch gesetzte Ziele in der Vergangenheit demotivierend gewirkt haben. Das Ergebnis: keine Ziele statt realistischer Ziele. Zwischen Mitarbeitenden wird zudem unterschiedlich unterschieden, wer als "seniorig" oder kompetent genug gilt, was sich auf die Behandlung und vermutlich auch auf Entwicklungschancen auswirkt.
Kollegenzusammenhalt
Funktioniert auffallend gut: aktive Unterstützung untereinander, eine wirklich angenehme, kollegiale Stimmung. Hier hat man sich von Anfang an wohlgefühlt.
Vorgesetztenverhalten
Führung bedeutet hier eher Mikromanagement bei Kleinigkeiten als Orientierung beim großen Ganzen. Es wird viel Feedback von Mitarbeitenden eingefordert, intern aber kaum konstruktiv weitergegeben. Themen und Arbeitsergebnisse werden teils vor anderen Kolleg:innen kommentiert oder schlechtgemacht, statt direktes Feedback an die zuständige Person zu geben. Auch unter Führungskräften scheint es wenig gegenseitiges Feedback zu geben – stattdessen wird in normalen Terminen mit Mitarbeitenden über Führungskollegen gesprochen. Ein ganztägiger Workshop zu Verhaltensregeln, bei dem als Ergebnis unter anderem "mehr lachen" festgehalten wurde, bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt: Es fehlt das Verständnis, dass Verhalten aus echter Unternehmenskultur und Vorbildwirkung entsteht – nicht aus Post-Its und starren Regeln.
Arbeitsbedingungen
Hier gibt es nichts zu beklagen: super Lage, gutes Büro, die räumlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen passen.
Kommunikation
Schon im Bewerbungsprozess ließen Rückmeldungen auf sich warten, die eigentliche Rolle war bis zum ersten Arbeitstag nicht klar definiert. Auch im Onboarding gab es kaum strukturierte Einarbeitung - das erste richtige Gespräch mit der Führungskraft fand erst gegen Ende der ersten Woche statt, kurz, und dann ging es direkt ins Tagesgeschäft über. Information bleibt insgesamt stark im kleinen Kreis, nach unten wird wenig kommuniziert. Ein quartalsweiser Newsletter und Formate um Projekte vorzustellen/Themen zu vertiefen wurden gefühlt alibimäßig eingeführt, um irgendwas "kulturell wertvolles" zu tun.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war für die Stelle passend.
Gleichberechtigung
Es wird merklich unterschieden, wer als "seniorig genug" oder kompetent genug gilt, mit entsprechend unterschiedlicher Behandlung. Auch bei Vertragsverlängerung wirkten Entscheidungen weniger nachvollziehbar als von persönlichen Einschätzungen & Glauben geprägt.
Interessante Aufgaben
Fachlich gibt es hier definitiv Potenzial und spannende Inhalte.