Eindruck: Alte Denkmuster, wenig Vertrauen – Verbesserungswünsche bleiben ungehört
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einige Kolleg:innen sind bemüht, das Beste aus der Situation zu machen.
Technische Infrastruktur grundsätzlich vorhanden. Tolle Produkte wurden entwickelt, die jeden Cent wert sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Führungskultur veraltet, teilweise toxisch.
Misstrauen gegenüber Home Office und Krankenstand.
Keine Offenheit für moderne Prozesse oder Digitalisierung.
Leistung wird nicht anerkannt, Verbesserungen nicht gewünscht.
HR zeigt wenig Interesse an den Erfahrungen der Mitarbeitenden.
Verbesserungsvorschläge
Home Office? Nur auf dem Papier!"
Vertraglich wurden großzügige 15 Tage Home Office pro Monat vereinbart – tatsächlich genehmigt wurden höchstens zwei. Warum? Der Vorgesetzte war fest überzeugt: Wer zu Hause arbeitet, liegt wahrscheinlich faul auf der Couch. Vertrauen? Fehlanzeige.
Misstrauen als Führungsstil.
Statt Unterstützung gab es unterschwellige Drohungen: Meine Leistung könnte angeblich den Job von 500 Menschen gefährden – eine absurde Behauptung, die eher Druck als Motivation erzeugte. Selbst krank wurde erwartet, dass man sich ins Büro schleppt, denn: Wer zu Hause bleibt, kann ja gar nicht wirklich krank sein, oder?
Stillstand statt Fortschritt.
Prozesse verbessern? Lieber nicht! Denn sobald man eine effizientere Lösung vorschlägt, fühlen sich langjährige Kollegen überfordert. Also wird doppelt gearbeitet, nur um bloß niemandem auf die Füße zu treten. Moderne ERP-Systeme wären vorhanden – aber wehe man erwähnt sie.
Führung wie aus dem letzten Jahrhundert.
Der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ wird hier noch als Qualitätsmerkmal verstanden – obwohl es eigentlich heißt: „Wir haben es nie besser gemacht.“ Der Führungsstil mancher Vorgesetzten grenzt an Mobbing – und wird stillschweigend akzeptiert, weil es eben Tradition hat.
Leistung ohne Anerkennung.
Wer wirklich etwas bewegt, wer Prozesse verbessert, wer Mehrwert schafft – darf sich nicht zu viel erwarten. Die Lorbeeren erntet der Chef. Sichtbarkeit für engagierte Mitarbeitende? Fehlanzeige.
HR – bitte zuhören!
Personalabteilungen sollten nicht nur Ressourcen verwalten, sondern auch Menschen ernst nehmen. Auch die Stimmen der „normalen Mitarbeitenden“ verdienen Gehör – nicht nur die der oberen Etagen. Denn jede Geschichte hat zwei Seiten.
Arbeitsatmosphäre
Misstrauen statt Vertrauen; Druck statt Motivation.
Leistung wird nicht gesehen – oder anderen zugeschrieben.
Engagierte Mitarbeitende, die wirklich etwas bewegen, werden selten gewürdigt. Stattdessen gehen gute Ideen und Erfolge oft direkt an die Führungsebene – ohne Dank oder Anerkennung.
Work-Life-Balance
Home Office – offiziell erlaubt, inoffiziell misstraut.
Vertraglich waren 15 Tage Home Office pro Monat vereinbart – genutzt habe ich im Schnitt nur zwei. Warum? Weil mein Vorgesetzter grundsätzlich davon ausging, dass im Home Office nicht gearbeitet wird. Vertrauen war kein Bestandteil der Führungskultur.
Umgang mit älteren Kollegen
Mann keine Prozesse verbessern weil die älteren Kollegen nicht mithalten können. Modernisierung? Nur solange sie niemand überfordert.
Versuche, Prozesse zu verbessern oder Digitalisierung voranzutreiben, liefen ins Leere. Oft hieß es: „Das überfordert die älteren Kollegen“ – also lieber ineffizient doppelt arbeiten, anstatt gemeinsam an besseren Lösungen zu arbeiten. ERP-Systeme wären vorhanden, aber deren Nutzung bleibt aus Rücksicht auf den Status quo aus.
Vorgesetztenverhalten
Kontrollorientiert, nicht zeitgemäß. Kaum Empathie.
Leichte Drohungen vom Vorgesetzten erhalten, dass das eigene Leistung den Job von 500 Menschen kosten kann. Führung wie in einer Zeitkapsel.
Einige Führungskräfte arbeiten nach dem Motto: „Wir machen das seit 20 Jahren so.“ Leider heißt das nicht, dass es auch gut ist. Der Umgangston war teils unangemessen und grenzte an Mobbing – das Ganze wurde jedoch stillschweigend hingenommen, weil „es eben schon immer so war“
Kommunikation
Email nicht weitergeleitet aber im Meeting immer Finger-pointing. Sehr viele Meetings über den selben Topic überdiskutiert und jeder macht es trotzdem so wie man es will.
Gehalt/Benefits
Gehalt war nicht schlecht aber kein echtes Interesse an individueller Entwicklung.
Gleichberechtigung
Junge oder neue Mitarbeitende stoßen auf Widerstand. Manche wurden doch gleicher behandelt.
