Politische Postenbesetzung, Empire Building, Abwanderung von Fachleuten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gewisse Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Zentrale Lage mit guter Erreichbarkeit mit den Öffis. Früchtekorb.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unabhängigkeit der Führung: Der Vorstand wurde 2026 mit einem Manager besetzt, der unmittelbar davor die Geschäftsführung eines Energieversorgers geleitet hat, den diese Behörde beaufsichtigt, ohne Cooling-off-Phase. Schon 2016 kam ein Vorstand aus dem Umfeld der Stadt Wien und ihres Energiekonzerns. Eine Regulierungsbehörde ist gesetzlich zur Unabhängigkeit von Marktinteressen verpflichtet. Diese Besetzungspraxis halte ich damit für unvereinbar. Sie folgt dem österreichischen Muster der Postenvergabe im staatsnahen Bereich.
Abteilungsleitungen: Mehrere Abteilungsleitungen sind seit sehr vielen Jahren unverändert besetzt. Eine Absetzung oder Rotation habe ich in meiner Zeit dort nicht erlebt. Die Ziele der Bereiche hängen nicht am Gesamtziel, also baut jede Abteilung ihr eigenes Revier aus. Im Controlling heißt das Empire Building, die Folge ist Suboptimierung. Der Vorstand nimmt diese Ebene nicht in die Pflicht.
Arbeitsklima: Im letzten Jahr habe ich das Haus deutlich zerstrittener erlebt als in den Jahren davor. Es gab Lagerbildung um einzelne Führungskräfte, Profilierung über Bande statt über Arbeit und Spannungen zwischen Fachbereichen.
Abwanderung: Fachlich starke Kolleginnen und Kollegen verlassen das Haus. Ich bin nicht der einzige.
Modernisierung: Viele Abläufe laufen mit hohem manuellem Aufwand. Verbesserungen kommen nur langsam und gegen Widerstand voran.
Verbesserungsvorschläge
Mehrjährige Cooling-off-Phase für Vorstände aus beaufsichtigten Unternehmen und deren Konzernen.
Führungsfunktionen befristen und ernsthaft evaluieren.
Abteilungsziele an das Gesamtziel koppeln, statt Bereichsegoismus zu belohnen.
Abgänge von Leistungsträgern mit Exit-Gesprächen auswerten (wurde zT begonnen)
Arbeitsatmosphäre
Im letzten Jahr habe ich das Haus deutlich zerstrittener erlebt als in den Jahren davor. Es gab Lagerbildung um einzelne Führungskräfte, Profilierung über Bande statt über Arbeit und Spannungen zwischen Fachbereichen. Das war früher auch schon bemerkbar, aber es wurde nicht besser.
Image
Vorstand 2026 ohne Cooling-off-Phase direkt aus der Geschäftsführung eines beaufsichtigten Energieversorgers besetzt. Das beschädigt das Bild einer unabhängigen Behörde.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice möglich.
Karriere/Weiterbildung
„Niedrige Hierarchie" heißt es oft. In der Praxis bekommt man mit den Jahren laufend mehr Aufgaben, trägt aber nach vielen Jahren dieselbe Funktionsbezeichnung wie jemand nach zwei Jahren. Erfahrene Leute sollen Jüngere einbinden und anleiten, haben ihnen gegenüber aber keinerlei Handhabe. Von oben kommt Druck, von unten kommen Forderungen und Fragen. Aufgaben, Verantwortung und Befugnisse passen nicht zusammen. In der Organisationslehre ist das ein Verstoß gegen das Kongruenzprinzip, nach dem die drei übereinstimmen müssen. Wer länger dabei ist, hat dadurch vor allem mehr Stress.
Kollegenzusammenhalt
Lagerbildung um einzelne Führungskräfte, Profilierung über Bande statt über Arbeit.
Vorgesetztenverhalten
Mehrere Abteilungsleitungen seit vielen Jahren unverändert besetzt, ohne Rotation oder Konsequenzen. Jede Abteilung baut ihr eigenes Revier aus, statt dass über gemeinsame Ziele gesteuert wird. Den Umgang von Führungskräften mit Mitarbeitenden, auch auf oberster Ebene, habe ich teilweise als unprofessionell und respektlos erlebt. Das trägt aus meiner Sicht dazu bei, dass gute Leute gehen.
Arbeitsbedingungen
Zentrale Lage, gut mit Öffis erreichbar. Viele Abläufe mit hohem manuellem Aufwand, Modernisierung kommt nur langsam voran.
Kommunikation
Silodenken zwischen den Abteilungen, auch bei gemeinsamen Themen. Schlechte Kommunikation trotz überschaubarer Größe der Organisation.