Viele schöne Jahre mit positiven Erfahrungen, aber am Ende fehlte die Perspektive
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv fand ich vor allem den sehr guten Zusammenhalt in meinem Team und die abwechslungsreichen Tätigkeiten. Man konnte sich im Arbeitsalltag aufeinander verlassen und bekam bei Problemen Unterstützung.
Auch die Arbeitsbedingungen waren aus meiner Sicht gut. Zudem hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren in einigen Bereichen den richtigen Weg eingeschlagen und positive Veränderungen umgesetzt, beispielsweise beim Umwelt- und Sozialbewusstsein sowie bei den angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten.
Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich einige Vorgesetzte, die ich als sehr wertschätzend, professionell und vorbildlich erlebt habe. Insgesamt gab es viele Dinge, die ich während meiner Zeit im Unternehmen geschätzt habe und an die ich auch heute noch gerne zurückdenke.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Negativ empfand ich vor allem die teilweise fehlende direkte und transparente Kommunikation sowie meine persönlichen Erfahrungen mit meinem damaligen direkten Vorgesetzten. Über einen längeren Zeitraum hatte ich das Gefühl, nicht vollständig als Teil des Teams wahrgenommen und in meiner weiteren Entwicklung nicht ausreichend unterstützt zu werden.
Besonders enttäuschend war für mich, dass ich trotz entsprechender Leistungen ab einem gewissen Punkt keine Möglichkeit mehr gesehen habe, den nächsten beruflichen Schritt zu machen. Über die Jahre führte das zunehmend zu Frustration.
Auch beim Thema Work-Life-Balance habe ich die Erfahrung gemacht, dass Anspruch und tatsächliche Umsetzung nicht immer übereinstimmten und vieles von der jeweiligen Führungskraft abhängig war.
Dabei möchte ich ausdrücklich festhalten, dass sich diese Kritik hauptsächlich auf meine persönlichen Erfahrungen in meinem direkten Arbeitsumfeld bezieht und nicht pauschal auf das gesamte Unternehmen oder alle Führungskräfte. In anderen Bereichen habe ich durchaus sehr positive Erfahrungen gemacht.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass wichtige Themen offener und direkter mit den Teams kommuniziert werden und Informationen nicht erst über mehrere Ecken bei den Mitarbeitenden ankommen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Führungskultur. Mitarbeitende sollten unabhängig von Geschlecht oder persönlichem Verhältnis zur Führungskraft die gleichen Chancen, Unterstützung und Wertschätzung erhalten. Gerade bei persönlichen Anliegen oder der Work-Life-Balance sollte versucht werden, faire und nachvollziehbare Lösungen für alle zu finden.
Auch bei der Karriereentwicklung sehe ich Verbesserungspotenzial. Wenn Mitarbeitende über Jahre gute Leistungen erbringen und sich weiterentwickeln möchten, sollten klare Perspektiven aufgezeigt werden. Wenn ein nächster Karriereschritt nicht möglich ist, sollte zumindest offen kommuniziert werden, warum und welche Voraussetzungen dafür noch fehlen. So lässt sich vermeiden, dass Motivation mit der Zeit in Frustration umschlägt.
Gleichzeitig möchte ich betonen, dass ich während meiner Zeit im Unternehmen auch viele positive Erfahrungen gemacht habe. Einige Entwicklungen sollen sich seit meinem Ausscheiden bereits zum Positiven verändert haben – diesen Weg sollte das Unternehmen aus meiner Sicht konsequent weitergehen.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt herrschte eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Im Großen und Ganzen war das Miteinander gut, auch wenn es in manchen Situationen durchaus Verbesserungspotenzial gab.
Image
Das Image des Unternehmens habe ich grundsätzlich als positiv wahrgenommen. Auch während meiner Zeit dort habe ich diesbezüglich nichts wesentlich Negatives gehört.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war letztendlich einer der ausschlaggebenden Gründe für meinen Austritt. Zwar wird seitens des Unternehmens immer wieder betont, dass diesem Thema ein hoher Stellenwert eingeräumt wird, in der Praxis habe ich es jedoch teilweise anders erlebt.
Meiner Erfahrung nach hing sehr viel von der jeweiligen Führungskraft ab. Bei meinem damaligen Vorgesetzten hatte ich persönlich den Eindruck, dass bei vergleichbaren privaten oder persönlichen Anliegen nicht immer mit demselben Einsatz nach einer Lösung gesucht wurde. Insbesondere empfand ich die Entgegenkommen gegenüber weiblichen Mitarbeitenden teilweise größer als gegenüber männlichen Kollegen. Das ist ausdrücklich meine persönliche Wahrnehmung aus meiner damaligen Situation.
Nach meinem Ausscheiden habe ich gehört, dass sich in diesem Bereich inzwischen einiges deutlich zum Positiven verändert haben soll. Das würde ich sehr begrüßen.
Karriere/Weiterbildung
Das Unternehmen bot verschiedene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, beispielsweise Excel-Kurse oder die Möglichkeit, über das BFI die Matura berufsbegleitend im Unternehmen zu absolvieren.
Meine Weiterbildungen und Kurse habe ich persönlich überwiegend extern und nicht direkt über das Unternehmen absolviert. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass bestimmte erfolgreich abgeschlossene Weiterbildungen nach Vorlage der entsprechenden Zeugnisse bzw. Nachweise finanziell honoriert wurden.
Was meine persönliche Karriereentwicklung betrifft, bin ich allerdings ab einem gewissen Punkt an eine Grenze gestoßen. Obwohl aus meiner Sicht die entsprechenden Leistungen vorhanden waren, konnte bzw. durfte ich den nächsten beruflichen Schritt innerhalb des Unternehmens nicht machen. Da sich daran über einen längeren Zeitraum nichts änderte, führte dies bei mir mit den Jahren zunehmend zu Frustration.
Bei den Weiterbildungsmöglichkeiten sehe ich das Unternehmen daher durchaus positiv, bei meinen persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens hingegen deutliches Verbesserungspotenzial.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war im Vergleich zu anderen Arbeitgebern in der Branche eher unterdurchschnittlich. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass gute Leistungen durchaus wahrgenommen und auch mit Gehaltserhöhungen honoriert wurden. Diese fielen meiner Erfahrung nach allerdings meist eher gering aus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auch beim Umwelt- und Sozialbewusstsein hat das Unternehmen aus meiner Sicht den richtigen Weg eingeschlagen. In den vergangenen Jahren wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt und positive Veränderungen angestoßen. Die Entwicklung in diesem Bereich habe ich als sehr positiv wahrgenommen.
Kollegenzusammenhalt
In meinem Team war der Kollegenzusammenhalt sehr gut und das Miteinander insgesamt harmonisch. Natürlich gab es auch hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, aber dennoch hatte man das Gefühl, dass jeder für jeden da war und man bei Problemen Unterstützung bekam. Meine Bewertung bezieht sich ausdrücklich auf das Team, in dem ich selbst gearbeitet habe. Die Zusammenarbeit in anderen Abteilungen möchte ich nicht beurteilen, da ich dort keine eigenen Erfahrungen gesammelt habe.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen war menschlich insgesamt sehr gut und respektvoll. Vereinzelt gab es Herausforderungen bei der Einführung neuer Technologien oder Arbeitsweisen, da Veränderungen nicht immer sofort angenommen wurden. Dadurch konnte die Zusammenarbeit in manchen Situationen etwas schwieriger sein. Zwischenmenschlich habe ich die Kollegen jedoch als sehr in Ordnung erlebt.
Vorgesetztenverhalten
Meine persönliche Erfahrung mit meinem direkten Vorgesetzten war leider eher schwierig. Über die Jahre hatte ich wiederholt den Eindruck, nicht wirklich als Teil seines Teams wahrgenommen zu werden. Die direkte Kommunikation war aus meiner Sicht sehr gering und auch an meinem letzten Arbeitstag gab es keine persönliche Verabschiedung, was ich nach mehreren Jahren im Unternehmen schade fand.
Die drei Sterne vergebe ich dennoch, weil ich mit anderen Vorgesetzten im Unternehmen deutlich positivere Erfahrungen gemacht habe. Diese habe ich als wertschätzend, professionell und in ihrem Führungsverhalten als vorbildlich erlebt.
Arbeitsbedingungen
Bei den Arbeitsbedingungen gibt es aus meiner Sicht nichts Negatives hervorzuheben. Die notwendigen Voraussetzungen und Arbeitsmittel waren vorhanden und insgesamt war ich mit den Bedingungen sehr zufrieden.
Kommunikation
Die Kommunikation war ausbaufähig. Wichtige Informationen und Themen wurden nicht immer direkt mit den Teams besprochen, sodass man manches erst über mehrere Ecken erfahren hat. Gleichzeitig hatte man teilweise den Eindruck, dass relevante Anliegen aus den Teams nicht immer bei den höheren Vorgesetzten ankamen. Eine transparentere und direktere Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen wäre wünschenswert gewesen.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich hatte ich im Unternehmen den Eindruck, dass Gleichberechtigung einen wichtigen Stellenwert hat. In meinem direkten Arbeitsumfeld habe ich jedoch Situationen erlebt, in denen ich persönlich die Behandlung nicht immer als gleich empfunden habe. Meiner Wahrnehmung nach hing dies stark von der jeweiligen Führungskraft und der konkreten Situation ab. In anderen Bereichen des Unternehmens habe ich durchaus positivere Erfahrungen gemacht.
Interessante Aufgaben
Meine Tätigkeiten waren abwechslungsreich und vielseitig. Dadurch war der Arbeitsalltag interessant und bot immer wieder unterschiedliche Aufgaben und Herausforderungen.
