Falstaff Verlags-Gesellschaft m.b.H. Logo

Falstaff 
Verlags-Gesellschaft 
m.b.H.
Bewertung

»Der Fisch stinkt verlässlich vom Kopf her«

1,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2024 im Bereich PR / Kommunikation in Wien gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die publizierte Lebenswelt, obgleich sich diese zunehmend außerhalb der finanziellen Reichweite der Belegschaft befindet

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Methodische Unterbesezung zur (vermeintlichen) Effizienzsteigerung; absolutistischer Führungsstil, gleich eines Sonnenkönigs Ludwig XIV.

Verbesserungsvorschläge

Austausch der gesamten Führungsriege

Arbeitsatmosphäre

Geprägt von Stress, (Fake-)Deadlines & konstant hoher Arbeitslast

Image

Abgesehen von einigen unbedarften Konsumenten werden manche Bewertungen branchenintern gerne belächet; scheint das Inseratsvolumen doch nicht selten mit den Bewertungstendenzen zu korrelieren.

Work-Life-Balance

All-In-Verträge (überwiegend zum finanziellen Nachteil der Arbeitnehmer) sind selbst für Junior-Positionen Usus. Ich wurde sowohl im Urlaub als auch Krankenstand kontaktiert und gebeten, vorzeitig in das Büro zurückkehren.

Die maximal zulässige Arbeitszeit von 12 Stunden pro Tag wird insbesondere von Mitarbeitern der Event-Abteilung regelmäßig überschritten, Ruhezeiten teilweise nicht eingehalten. Dies scheint zwar im Zeiterfassungssystem auf, hat allerdings keine Konsequenzen.

Ein positiver Gleitzeitsaldo im Zeiterfassungssystem »timetac« wird mit jedem Monatswechsel auf Null gesetzt, einzig Minusstunden werden mitgenommen.

Urlaubstage »dürfen« nicht über den Jahreswechsel mitgenommen werden; es herrscht hoher Druck, diese bereits zum Jahresanfang restlos zu verplanen.

Karriere/Weiterbildung

Im Eingangsbereich des Unternehmens befindet sich das Kunstwerk »Erfolgsleiter« von Billi Thanner, passend sind die Sprossen der Leiter aus Licht: Denn Aufstiegschangen innerhalb des Unternehmens sind de facto nicht vorhanden. Es sei denn der respektive die Vorgesetzte schmeißt das Handtuch; aber selbst in diesem Fall kann man sicher sein, beträchtlich weniger als der Vorgänger bezahlt zu bekommen.

Teilweise werden Positionen auch einfach nicht nachbesetzt, die Leitung der Event-Abteilung blieb für annähernd 2 Jahre vakant, die Aufgaben wurden kurzerhand auf das bestehende Team aufgeteilt. Als sich eine Senior-Position intern für die Leitungsposition bewarb, hieß es »der Chef hätte schon jemand im Talon« (hatte er nicht). Stellenausschreibungen für die Position wurden zwar geschalten, allerdings beantwortete man die Bewerbungen großteils nicht. Ab und an wurden halbherzige Bewerbungsgespräche geführt (Highlight: Einen Bewerber ließ die Geschäftsführung ganze 40 Minuten warten).

Ganz vereinzelt gibt es betriebsinterne Weiterbildungen (z.B. Weinakademie), die Plätze sind allerdings stark limitiert (rund 10 bei 104 Beschäftigten) und die Ausschreibung ist nicht transparent.

Gehalt/Benefits

In einem Brief des Herausgeber an die Belegschaft wurde die neue Siebträgermaschine ironiefrei als »Sozialleistung« bezeichnet.

Während sich der Herausgeber bei Wohltätigkeitsveranstaltungen brüstet, gegen die »Armut in Österreich« vorzugehen bzw. auf Twitter/X die aufgehende Schere zwischen »Arm & Reich« im Land kritisiert, werden diese Umstände im Unternehmen begünstigt: Die Gehälter der regulären Dienstnehmer sind für die geleisteten Arbeitstunden bestenfalls durchschnittlich. Vollzeit-Praktikumsstellen (nicht selten mit Universitätsabschluss) werden deutlich unter dem Armutsniveau vergütet.

Bis 2023 wurden Praktikanten nicht zu den Weihnachtsfeiern eingeladen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Mülltrennung ist nur rudimentär vorhanden; halbvolle Plastikflaschen werden ebenso wie Glas im Restmüll entsorgt. Auf Veranstaltungen werden kartonweise Magazine entsorgt; was einige Winzer bei der Beobachtung des Vorgangs bereits zu der Bemerkung verleitete, dass ihnen nun klar sei, wie »Falstaff« auf die angegebene Auflage käme.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der Abteilung meist gut, zwischen den Abteilungen weniger: Aufgrund der methodischen Unterbesetzung zur (vermeintlichen) Effizienzsteigerung im Unternehmen werden Zusatzaufgaben und Verantwortungsbereiche von der Geschäftsführung gerne wie Geisterarmeen hin- und hergeschoben; in Folge mauert jede Abteilung aus Selbstschutz.

Umgang mit älteren Kollegen

Mit Ausnahme der Buchhaltung gibt es kaum ältere Beschäftigte im engeren Sinne im Unternehmen.

Vorgesetztenverhalten

Die Geschäftsführung scheint mit der Firma verheiratet und verbringt selbst Wochenenden und Urlaube im Büro arbeitend – grundsätzlich ihre freie Entscheidung, wenn sie nicht gleichsam diese Selbstaufgabe von ihren Untergebenen erwarten würde. Zitat: »Es gibt tatsächlich Mitarbeiter, die ihre E-Mails am Wochenende nicht lesen«. Wie einige Vorposter bereits anmerkten, hängt das Verhältnis auch davon ab, ob man (ihr) sympathisch ist.

Als Abteilungsleiter werden tendenziell »Ja-Sager« verpflichet, welche keinen Widerspruch leisten; fachliche Kompetenzen scheinen zweitrangig. Finden sich in seltenen Fällen tatsächlich kompetente Abteilungsleiter mit Führungsqualitäten, die sich für ihre Mitarbeiter einsetzen und Widerspruch gegenüber der Geschäftsführung leisten, werden diese binnen kürzester Zeit entfernt.

Arbeitsbedingungen

Das neue Büro dient in erster Linie der Repräsentation und ist nicht auf die Bedürfnissen einer zeitgemäßen Arbeitswelt ausgerichtet: Teilweise wird in Großraumbüros mit bis zu 30 Personen gearbeitet, zudem fehlt bei vielen Arbeitsplätzen die Abtrennung zum Gang mit dementsprechenden akustischen Folgen. Es gibt keine abgeschotteten Bereiche zum Telefonieren. Den einzig vorhandenen Besprechungsraum muss man trotz Buchung räumen, wenn der Herausgeber ihn plötzlich unangekündigt braucht.

Es gibt kein zentrales Lager für Büromaterial, stattdessen bedient man sich überwiegend Sponsorware (z.B. Taxi 40100 Blöcke, Kugelschreiber von Veranstaltungen); manche Mitarbeiter bringen aus diesem Grund ihr eigenes Büromaterial.

Einen Erste-Hilfe-Koffer gibt es erst seit der Arbeitsinspektor im Jänner 2023 seine Aufwartung machte; das Gleiche gilt für die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Betriebsarztes.

Benefits: Einmal in der Woche gibt es eine Obst-Bestellung; Mineralwasser (wenn auch das billigste am Markt erhältliche) wird bereitgestelt; die Menge reicht in der Regel bis Dienstag, bestenfalls Mittwoch; Kaffee ist kostenlos.

Kommunikation

Ungenügend; obwohl sich die Herausgeberschaft als »Kommunikationsprofi seit 40 Jahren« rühmt, kommt in dem Unternehmen wenig davon an: Teilweise kursieren in den Abteilungen unterschiedliche Informationen zu zukünftigen Bestrebungen & strategischen Ausrichtungen des Unternehmens.

Gleichberechtigung

Tendenziell werden alle unabhängig vom biologischen Geschlecht gleich (schlecht) behandelt.

Interessante Aufgaben

Zu Beginn durchaus, nach einem Jahr aber einfach nur »more of the same«.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.