Großer Name, großes Potenzial – enttäuschende Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Eine weltweit bekannte und faszinierende Marke, interessante Produkte und teilweise außergewöhnlich spannende internationale Aufgaben. Besonders positiv habe ich viele meiner direkten Kollegen und die Zusammenarbeit im Team erlebt. Ich konnte in meiner Zeit im Unternehmen viel lernen, Verantwortung übernehmen und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die aktuelle Führungskultur und die Entwicklung unter dem neuen Top-Management. Aus meiner Sicht wurde in kurzer Zeit vieles von dem beschädigt, was über Jahre aufgebaut wurde. Die derzeitige Entwicklung vermittelt mir zunehmend den Eindruck, dass der Standort Deutsch-Wagram an Bedeutung verlieren soll, während Strukturen und Kompetenzen in den USA weiter ausgebaut werden. Ob dies tatsächlich die langfristige Strategie ist, kann ich nicht beurteilen – als Mitarbeiter entsteht jedoch dieser Eindruck.
Besonders problematisch finde ich den Umgang mit Mitarbeitern, Erfahrung und Loyalität. Es fehlt aus meiner Sicht an Wertschätzung, transparenter Kommunikation und attraktiven Entwicklungsperspektiven. Gute und langjährige Mitarbeiter verlassen das Unternehmen, obwohl enormes Potenzial vorhanden wäre.
Wer heute überlegt, seine Karriere bei GLOCK zu beginnen, dem würde ich es aufgrund meiner persönlichen Erfahrung derzeit nicht empfehlen. Gerade am Anfang der Karriere sind Entwicklung, Weiterbildung, Verantwortung und eine angemessene Anerkennung der eigenen Leistung besonders wichtig. Ich hatte am Ende das Gefühl, dass sich mein persönlicher Einsatz und meine Loyalität nicht entsprechend ausgezahlt haben. Die dabei investierten Jahre können andernorts möglicherweise deutlich mehr zur eigenen beruflichen Entwicklung beitragen. Daher mein persönlicher Rat an Bewerber: genau überlegen und auch andere Arbeitgeber vergleichen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung für die eigenen Mitarbeiter und deren Erfahrung. Gute Leistung, Eigeninitiative und zusätzliche Verantwortung sollten sich auch in Entwicklungsmöglichkeiten und Gehalt widerspiegeln. Die Führungskultur sollte moderner, transparenter und menschlicher werden. Weniger Distanz und Hierarchie, dafür mehr Vertrauen, Kommunikation und Respekt. Langjährige und qualifizierte Mitarbeiter sollte man halten wollen, anstatt davon auszugehen, dass der Name GLOCK allein ausreicht, um gute Mitarbeiter langfristig zu binden.
Arbeitsatmosphäre
Stark von Druck, Kontrolle und fehlender Wertschätzung geprägt. Gute Leistungen und persönlicher Einsatz werden aus meiner Sicht zu wenig anerkannt.
Image
Nach außen genießt das Unternehmen aufgrund seiner Marke und seiner Produkte einen außergewöhnlich hohen Bekanntheitsgrad. Das interne Bild entspricht diesem Image aus meiner Erfahrung jedoch nicht immer. Zwischen der Wahrnehmung der Marke und der tatsächlichen Unternehmenskultur besteht teilweise eine deutliche Diskrepanz.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitsmodelle sind aus meiner Erfahrung nur sehr eingeschränkt vorhanden. Homeoffice bzw. Telearbeit wird restriktiv gehandhabt und kann trotz funktionierender Zusammenarbeit wieder eingeschränkt werden.
Karriere/Weiterbildung
Eigeninitiative und die Übernahme zusätzlicher Verantwortung führen nicht automatisch zu entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten. Trotz wachsender Aufgaben, Verantwortung und Erfahrung habe ich nur sehr begrenzte Perspektiven für eine angemessene berufliche Weiterentwicklung wahrgenommen. Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten sollten deutlich transparenter und leistungsorientierter gestaltet werden.
Gehalt/Benefits
Bei der Gehaltsverhandlung sollte man genau hinschauen und gut verhandeln. Teilweise entsteht der Eindruck, dass allein die Möglichkeit, für eine weltweit bekannte Marke wie GLOCK zu arbeiten, bereits als Privileg angesehen wird und dadurch ein niedrigeres Gehaltsniveau gerechtfertigt werden soll. Die Gehälter empfinde ich insgesamt als wenig attraktiv und teilweise nicht angemessen zur Verantwortung. Gute und qualifizierte Mitarbeiter verlassen das Unternehmen daher immer wieder, da sich auf dem Arbeitsmarkt vergleichsweise leicht attraktivere Möglichkeiten finden lassen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim sozialen Bewusstsein gegenüber den eigenen Mitarbeitern sehe ich deutlichen Verbesserungsbedarf. Wertschätzung, Mitarbeiterorientierung und soziale Verantwortung sollten aus meiner Sicht einen wesentlich höheren Stellenwert haben.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den direkten Kollegen ist grundsätzlich gut und war für mich einer der positivsten Aspekte des Unternehmens. Die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg ist jedoch teilweise schwierig.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige Mitarbeiter mit 10, 20 oder sogar 30 Jahren Betriebszugehörigkeit werden im Arbeitsalltag durchaus geschätzt. Auf Ebene des Top-Managements entsteht jedoch teilweise ein anderes Bild. Besonders enttäuschend finde ich, wie mit langjährigen und verdienten Mitarbeitern am Ende ihrer Laufbahn bzw. beim Ausscheiden umgegangen wird. Jahrzehntelange Loyalität, Erfahrung und Leistung verdienen aus meiner Sicht deutlich mehr Anerkennung und Wertschätzung.
Vorgesetztenverhalten
Die neue Führung ist aus meiner Sicht eine der größten Schwächen des Unternehmens. Der Umgang mit Mitarbeitern wirkt häufig distanziert, kühl und wenig wertschätzend. Vertrauen, Empathie und echte Anerkennung habe ich stark vermisst. Entscheidungen werden teilweise ohne nachvollziehbare Kommunikation getroffen und hinterlassen den Eindruck, dass Mitarbeiter und ihre Leistungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ein derart enttäuschendes Führungsverhalten habe ich in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn nur selten erlebt.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegenden Arbeitsbedingungen sind in Ordnung. Moderne und flexible Arbeitsmodelle sind jedoch nur eingeschränkt vorhanden. Homeoffice bzw. Telearbeit wird sehr restriktiv gehandhabt. Insgesamt wirken die Arbeitsbedingungen in einigen Bereichen nicht mehr zeitgemäß.
Kommunikation
Entscheidungen werden häufig ohne ausreichende Erklärung oder Einbindung der betroffenen Mitarbeiter getroffen. Transparenz und offene Kommunikation könnten deutlich verbessert werden.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich habe ich keine wesentlichen Unterschiede bei der Gleichbehandlung der Mitarbeiter wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben können interessant, abwechslungsreich und anspruchsvoll sein, insbesondere im internationalen Umfeld. Leider werden Eigeninitiative und zusätzliche Verantwortung nicht immer entsprechend anerkannt.