Mehr Schein als Sein?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Lage im Millennium Tower. Man kann in der Millennium City gut essen gehen oder einkaufen.
Fast alle Kollegen waren sehr freundlich und kompetent und sind der Hauptgrund, warum ich nicht nur negativ auf meine Zeit bei diesem Unternehmen zurückblicken kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt kaum Benefits und für die meisten Abteilungen ist kein Homeoffice möglich.
Es gibt für alles Ablaufbeschreibungen und wenn diese nicht genau eingehalten werden, weil man der Meinung ist, dass man etwas auch effizienter machen kann, dann kann das dazu führen, dass man eine Besprechung mit seinem Abteilungsleiter hat, bei der man sich rechtfertigen muss, obwohl es sich nur um eine Kleinigkeit handelt.
Man muss meiner Erfahrung nach viele Überstunden machen. Manche Mitarbeiter mussten an einem Feiertag in die Arbeit kommen, um den entstandenen Rückstand über die Weihnachtsfeiertage aufzuarbeiten. Aus meiner Sicht wurde auf Management-Ebene zuvor keine nachhaltige Lösung für die sehr hohe Anzahl offener Kundenbestellungen gefunden. Manche Mitarbeiter mussten teilweise mehr als 12 Stunden am Tag arbeiten oder am Wochenende in die Arbeit kommen. Man hat auch das Gefühl, dass dies von den Vorgesetzten als selbstverständlich betrachtet wird, da man wenig Dankbarkeit oder Anerkennung spürt, wenn man um einiges mehr leistet, als wofür man bezahlt wird. Weiters hatte ich häufig den Eindruck, dass von Seiten der Abteilungs- und Filialleiter viel darüber gesprochen wurde, was besser laufen sollte, während konkrete Unterstützung oder langfristig wirksame Lösungsansätze ausblieben. Es ist nicht sonderlich motivierend, wenn man aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens jeden Tag 10 Stunden im Büro sitzt und dann bemerkt, wie die Leiter in der Früh immer nach dir kommen und am Abend vor dir wieder nachhause gehen.
Die ständigen Überstunden und der Druck, der einem durch Vorgesetzte oder andere Abteilungen und Filialen gemacht wird, waren für mich eine psychische Belastung und der Hauptgrund, warum ich mich dazu entschieden habe, das Unternehmen zu verlassen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr auf Verbesserungsvorschläge von den Mitarbeitern eingehen. Regelmäßig Feedbackgespräche einplanen und Feedback auch ernst nehmen. Mehr Verantwortung an die Mitarbeiter geben. Langfristige Lösungen für vermehrtes Arbeitsaufkommen finden, anstatt einzelne Mitarbeiter dauern Überstunden machen zu lassen.
Arbeitsatmosphäre
Teilweise war keine entspannte Arbeitsatmosphäre, weil man selbst oder die Kollegen, mit denen man im Büro sitzt, gestresst sind und dadurch ein bisschen Anspannung in der Luft liegt. Aber meistens war die Arbeitsatmosphäre in Ordnung.
Kommunikation
Wenn man Probleme anspricht, hat man oft das Gefühl, dass diese nicht ernst genommen werden. Wenn man beispielsweise zu seinem Abteilungsleiter sagt, dass man die Arbeit zeitlich nicht schafft, fallen Aussagen wie „Du hast schlechtes Zeitmanagement“. Das trägt nicht unbedingt zu einer offenen Kommunikationskultur bei.
Work-Life-Balance
Eine gute Work-Life-Balance ist meiner Meinung nach bei 40 Stunden Jobs sowieso meistens schwierig, aber hier nochmal mehr, dadurch dass man meiner Erfahrung nach oft Überstunden machen muss und kein Homeoffice machen kann.
Vorgesetztenverhalten
Unter Mitarbeitern gab es die Vermutung, dass die Arbeitszeiten mancher Vorgesetzter im Zeiterfassungssystem angepasst werden. Ob dies tatsächlich der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Auffällig war aus meiner Sicht jedoch, dass die erfassten Arbeitszeiten teilweise nicht zur wahrgenommenen Anwesenheit passten.
Gehalt/Benefits
Für die Leistung, die von einem erwartet wird, zu wenig.
Image
Nach außen hin hat das Unternehmen ein gutes Image, unter den Mitarbeitenden wird oft kritisch über das Unternehmen geredet.
Karriere/Weiterbildung
Es werden von der Firma keine Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt. Man lernt nur das Notwendige, um seinen Job machen zu können.