Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Hotelhaustiere
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es ist problematisch, dass der Arbeitgeber sich überwiegend im Büro zurückzieht und die Mitarbeitenden im gesamten Betrieb mittels zahlreicher Kameras überwacht. Kritik wird nicht direkt und persönlich kommuniziert, sondern häufig in großen, auffälligen roten Buchstaben über eine interne Kommunikationsplattform verbreitet, wodurch Mitarbeitende vor dem gesamten Team bloßgestellt werden – ein Verhalten, das ich als unangemessen und wenig respektvoll empfinde.
Unangekündigte Situationen, die insbesondere für Lehrlinge stressig und verunsichernd sind, werden nicht mit Verständnis begegnet, sondern vielmehr belächelt. Zudem herrscht eine Atmosphäre, in der sich Mitarbeitende bei Krankheit schuldig fühlen müssen, da sie angeblich das Team „im Stich lassen“.
Wie bereits erwähnt, ist die Rolle als Ausbilder in diesem Betrieb nicht optimal ausgefüllt. Das Fehlen von Wertschätzung, mangelnde Flexibilität sowie eine geringe Identifikation mit den Mitarbeitenden prägen das Arbeitsumfeld. Zudem wird an vielen Stellen, insbesondere beim Personal, gespart, sodass sich der Eindruck verstärkt, dass Mitarbeitende eher ausgebeutet als gefördert werden.
Ich hoffe sehr, dass der Arbeitgeber sich diese Kritik zu Herzen nimmt und erkennt, dass junge Menschen in ihrer Entwicklungsphase mit Respekt und Wertschätzung behandelt werden müssen. Während meiner Zeit dort habe ich viele Lehrlinge kommen und gehen sehen, was ich sehr bedauerlich finde. Ich wünsche mir, dass der Betrieb aus meinen Erfahrungen lernt und sich reflektiert. Die Arbeit in diesem Bereich kann sehr bereichernd sein, und ein Unternehmen wie dieses sollte niemanden davon abhalten, eine Ausbildung mit Freude und Engagement zu absolvieren.
Verbesserungsvorschläge
Ein wichtiger Schritt wäre die gezielte Schulung von Ausbildern, insbesondere im Umgang mit jungen, unerfahrenen Mitarbeitenden. Lehrlinge sollten nicht als günstige Arbeitskraft betrachtet, sondern als zukünftige Fachkräfte gefördert und ernst genommen werden.
Das Aufgabengebiet sollte für Lehrlinge auch nicht private Haushaltsaufgaben sein, um das Privatleben des Arbeitgebers zu erleichtern. Sehr sehr veraltertes Mindset!
Zudem wäre es wünschenswert, wenn die Geschäftsleitung Verantwortung bei Konflikten oder Beschwerden übernimmt, anstatt schwierige Situationen allein dem restlichen Team zu überlassen.
Sich in solchen Fällen zurückzuziehen oder im Büro zu „verstecken“, wirkt nicht nur unprofessionell, sondern untergräbt auch das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Führung. Ein transparenter, offener Umgang mit Problemen ist essenziell für ein respektvolles und funktionierendes Arbeitsumfeld. Auch kleinere Gesten, wie kostenlose Getränke oder andere Mitarbeiter-Benefits, könnten zur Motivation und Zufriedenheit im Arbeitsalltag beitragen. Letztlich sind es oft genau diese vermeintlichen „Kleinigkeiten“, die zeigen, dass Mitarbeitende wertgeschätzt werden.
Doch das wichtigste Kriterium bleibt: echte Wertschätzung der Mitarbeiter.
Arbeitsatmosphäre
Die Hotelhaustiere waren mein größter emotionaler Support und kreierten eine gute Arbeitsatmosphäre. Auch die Kolleg:innen.
Karrierechancen
Die beruflichen Perspektiven nach der Ausbildung waren leider sehr eingeschränkt. Es fehlte an klaren Entwicklungsmöglichkeiten sowie an Unterstützung zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung.
Ein weiterer belastender Aspekt war, dass ich mich (aufgrund meiner geringen Berufserfahrung und des spürbaren Mangels an Wertschätzung) nicht in der Lage fühlte, meine Bedenken hinsichtlich der Arbeitszuteilung offen anzusprechen. Das Gefühl, nicht ernst genommen oder gehört zu werden, führte dazu, dass ich Kritik für mich behielt, obwohl Unzufriedenheit bestand. Ebenso war das der Grund, warum ich mich nicht bereit fühlte, in einem anderen Betrieb zu arbeiten, da ich nach den Ansichten des Arbeitgebers "nichts drauf hatte". Nach einigen Jahren der Reflexion komme ich zu dem Schluss, dass dieses Vorgehen möglicherweise darauf ausgelegt war, kostengünstige Arbeitskräfte langfrisg im Betrieb zu halten.
Erst einige Jahre nach dem Verlassen des Betriebs gelang es mir, mein Selbstbewusstsein Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Ich habe das Vertrauen in meine Fähigkeiten zurückgewonnen und bin bereit, künftig eine leitende Rolle in meinem Fachbereich zu übernehmen.
Arbeitszeiten
Dienstplan wurde erst am Sonntag Abend für die kommende Woche fertig gestellt, was eine Chatastrophe für die freizeitliche Planung ist.
Ausbildungsvergütung
Während der Ausbildungszeit war der Lohn tariflich geregelt und somit nicht verhandelbar. Nach Abschluss der Ausbildung wurde jedoch lediglich der gesetzliche Mindestlohn gezahlt.
Die Ausbilder
Die Ausbilder waren aus meiner Sicht nicht geeignet, junge Menschen auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft zu begleiten. Gerade zu Beginn einer Ausbildung ist es wichtig, dass Berufsanfänger Unterstützung, Geduld und konstruktives Feedback erfahren. Stattdessen habe ich wiederholt abwertende Aussagen wie „Das schaffst du nicht“ oder „Dafür bist du zu unerfahren“ gehört. Bemerkungen, die weder motivierend noch entwicklungsfördernd sind.
Statt mein Selbstvertrauen zu stärken und mich schrittweise an Aufgaben heranzuführen, hatte ich oft den Eindruck, dass man mich eher kleinhalten wollte. In einem solchen Umfeld fällt es schwer, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.
Spaßfaktor
Kolleg:innen waren da ein Spaßfaktor
Aufgaben/Tätigkeiten
Leider war das Aufgabenfeld zwar vielfältig, jedoch in für die Ausbildung wenig relevanten Bereichen. Immer wieder wurde man für Tätigkeiten eingesetzt, die kaum bis keinen fachlichen Mehrwert boten, etwa regelmäßige Besorgungen für den privaten Bedarf der Vorgesetzten oder ständiges Aushelfen in den anderen Abteilungen.
Solche Aufgaben mögen betrieblich notwendig erscheinen (vorallem bei Personalmangel), fördern jedoch weder die fachliche Entwicklung noch die angestrebte Qualifikation im Rahmen der Ausbildung. Eine strukturierte und zielgerichtete Einbindung in ausbildungsrelevante Tätigkeiten blieb dadurch oftmals aus.
Variation
Die Vielfalt der Aufgaben stellte sich leider als inhaltlich unpassend heraus. Auch nach Abschluss der Ausbildung wurde ich überwiegend in Bereichen eingesetzt, die nicht dem eigentlichen Tätigkeitsprofil meiner Position entsprachen.