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Bewertung

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Gute Basis, aber Verbesserungen bei Führung und Organisation nötig

2,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT in Graz gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorzuheben sind die flexiblen Arbeitszeiten ohne Kernzeit, wodurch man sich den Arbeitstag abseits von Meetings gut einteilen kann.

Auch der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist ein großer Pluspunkt. Die Zusammenarbeit ist angenehm und man kann sich auf gegenseitige Unterstützung verlassen.

Ebenfalls positiv ist die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten (ab 20 Stunden pro Woche).

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Negativ hervorzuheben sind vor allem die Kommunikation und der Führungsstil der Geschäftsführung. Auch das eher niedrige Gehaltsniveau sowie der teilweise hohe Druck und Stress im Arbeitsalltag sind Punkte, die aus meiner Sicht verbessert werden soll.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Vertrauen und Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden zeigen. Eine offenere Kommunikation und weniger Kontrolle würden aus meiner Sicht zu einer besseren Arbeitsatmosphäre beitragen.

Zusätzlich wäre eine Weiterbildung im Bereich Kommunikation und Mitarbeiterführung für die Geschäftsführung sinnvoll, um den Umgang mit Mitarbeitenden weiterzuentwickeln.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist durchmischt und teamabhängig bzw. davon abhängig, ob man viel mit den Geschäftsführern zu tun hat oder nicht.

Die Mitarbeitenden und Teamleiter sind hilfsbereit, nett und kompetent.

Von den Geschäftsführern bekommt man zu viel Kritik, teilweise auch nicht konstruktive Kritik und wird selten gelobt.

Es fühlt sich so an, als ob einem auch als langjähriger Mitarbeiter nicht vertraut wird und jede Handlung kontrolliert und hinterfragt wird.
Teilweise werden einem auch Dinge unterstellt, obwohl es dafür keine Grundlage gibt. Auch bei Krankenständen kommt es vor, dass bei anderen Mitarbeitern gefragt wird, was jemand genau hat oder ob die Person wirklich "krank genug" ist. Das hinterlässt kein besonders gutes Gefühl.

Ein weiterer Punkt ist der starke Fokus auf Effizienz und absichtlichem Ausüben von Druck. Es wird erwartet, dass möglichst viel in kurzer Zeit erledigt wird, wodurch oft Stress entsteht. Natürlich ist effizientes Arbeiten wichtig, aber gerade in der Softwareentwicklung lässt sich nicht jede Aufgabe einfach beschleunigen. Dauerhafter Zeitdruck wirkt sich auf Dauer eher negativ auf das Ergebnis, mögliche Fehler und Motivation aus.

Image

Das interne Image des Unternehmens hat sich in den letzten Jahren aus meiner Sicht verschlechtert. Die Stimmung unter den Mitarbeitenden ist teilweise angespannt. Gründe dafür sind vor allem die wahrgenommene Art der Führung sowie das Gehaltsniveau, das von vielen als eher niedrig empfunden wird.

Work-Life-Balance

Urlaub kann normalerweise unkompliziert genommen werden. Manchmal dauert die Freigabe etwas oder wird im System übersehen.

Positiv ist, dass es keine Kernzeit mehr gibt. Solange man bei Meetings dabei ist, kann man sich die Arbeitszeit größtenteils frei einteilen.

Homeoffice ist in der Regel an einem Tag pro Woche möglich. Zwei Tage werden nur in Ausnahmefällen genehmigt. z.B. bei einem sehr langem Arbeitsweg oder wenn man schon sehr lange im Unternehmen ist. Jedoch ist es oft auch da schwierig.

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gibt es aus meiner Sicht noch Verbesserungspotenzial. Es wird teilweise erwartet, auch kurzfristig außerhalb der normalen Arbeitszeit oder für oder am bei Problemen oder Kundenterminen verfügbar zu sein. z.B. Abends/Wochenende

Auch Veranstaltungen oder Termine außerhalb der Arbeitszeit werden oft als selbstverständlich angesehen. Wenn man einmal nicht teilnehmen kann, wird häufig nachgefragt, warum man keine Zeit hat oder ob sich private Pläne nicht verschieben lassen. Das kann schnell das Gefühl vermitteln, sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt teilweise monatliche Weiterbildungen im Unternehmen, die meistens 1–2 Stunden dauern. Dabei bekommt man häufig einen Überblick über neue Technologien oder Themen, allerdings bleibt es meist sehr oberflächlich. Für ein tieferes Verständnis oder um das Gelernte anschließend praktisch einsetzen zu können, reicht die Zeit oft nicht aus.

Gleichzeitig wird von den Vorgesetzten häufig erwartet, dass man sich in der Freizeit mit neuen Technologien beschäftigt oder sich selbstständig in Themen einliest. Auch bei Zertifizierungen, zum Beispiel im Microsoft-Azure-Bereich, die als hilfreich für das Unternehmen angesehen werden, wird erwartet, dass für diese in der Freizeit gelernt wird. Die Antrittskosten übernimmt jedoch das Unternehmen.

Gehalt/Benefits

Das Gehaltsniveau liegt aus meiner Sicht eher im unteren bis mittleren Bereich. Es gibt Mitarbeitende, die gut verdienen, allerdings gibt es auch einige, die meines Wissens nach nur knapp über bzw. beim Mindestgehalt laut Kollektivvertrag liegen.

Was ich kritisch sehe, ist, dass Teilzeitkräfte teilweise einen niedrigeren Stundenlohn als Vollzeitkräfte zu haben scheinen. Bei vergleichbarer Erfahrung und Leistung sollte der Stundenlohn aus meiner Sicht unabhängig vom Beschäftigungsausmaß ähnlich sein, da die Arbeitsleistung letztendlich pro Stunde erbracht wird.

Bei Gehaltsverhandlungen ist oft nicht ganz klar, welche Kriterien tatsächlich zu einer Erhöhung führen. Konkrete Richtlinien oder eine transparente Aufstellung gibt es meines Wissens nicht. Dadurch entsteht teilweise der Eindruck, dass diejenigen mehr erreichen, die häufiger oder mit mehr Nachdruck verhandeln.

Manchmal wird bei Gehaltsverhandlungen das Thema Weiterbildungen und Fortbildungen erwähnt. Dabei werden jedoch hauptsächlich jene berücksichtigt, die in der Freizeit gemacht wurden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Bisher ist mir nicht aufgefallen, dass es dafür ein besonderes Bewusstsein oder konkrete Maßnahmen im Unternehmen gibt.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team ist sehr gut. Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig und helfen jederzeit, wenn Unterstützung benötigt wird. Die gute Zusammenarbeit und das angenehme Miteinander tragen wesentlich zu einer positiven Arbeitsatmosphäre bei.

Umgang mit älteren Kollegen

Es gibt keine wirklich älteren Kollegen im Unternehmen.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Geschäftsführung ist einer der größten Kritikpunkte und aus meiner Sicht ein Grund, warum einige Mitarbeiter gekündigt haben.

Einige Punkte wurden bereits in anderen Kategorien aufgezählt.

Ein weiterer Punkt ist das Feedback und die Kommunikation. Oft wird einem kommuniziert, dass die Aufgabe falsch umgesetzt wurde, obwohl sie wie besprochen gemacht wurde. Statt konstruktivem Feedback gibt es dann Aussagen wie: „Warum hast du das so gemacht?“, „Das hättest du wissen müssen.“ oder „Darauf hätte man selbst kommen können.“ Dabei werden Informationen vorausgesetzt, die vorher nicht kommuniziert wurden. Zusätzlich kommt es vor, dass sich Vorstellungen oder das gewünschte Ergebnis ändert, ohne dass es kommuniziert wird. Was zuerst gewünscht war, wird später plötzlich als Fehler dargestellt. Dadurch kommt häufig das Gefühl auf, dass man sowieso nichts richtig machen kann.

Wenn Fehler oder Probleme auftreten, liegt der Fokus häufig darauf, einen Schuldigen unter den Mitarbeitenden zu finden, anstatt das Problem zu lösen und Maßnahmen zu entwickeln, um ähnliche Fehler künftig zu vermeiden. Selbst wird gefühlt selten Verantwortung übernommen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich in Ordnung, haben aber auch einige Schwächen. Es handelt sich um ein Großraumbüro mit vielen Arbeitsplätzen in einem Raum, wodurch der Geräuschpegel teilweise recht hoch ist bzw. der Sauerstoffgehalt mit der Zeit abnimmt. Gerade bei Online-Meetings kann das störend sein, da durch die Mikrofone häufig auch Gespräche oder Stimmen von anderen Kollegen übertragen werden.

Zur Ausstattung gehören zwei Bildschirme, Maus, Tastatur und ein einfaches Headset. Einige, aber nicht alle Tische sind höhenverstellbar. Alle drei Monate wird der Sitzplatz gewechselt, wodurch man einen neuen Platz bekommt. Mit etwas Glück erhält man dabei einen größeren oder höhenverstellbaren Tisch.

Im Sommer ist eine Klimaanlage vorhanden. Die Belüftung ist jedoch teilweise ein Problem, da es keine richtige Raumlüftung gibt. Gerade bei extremen Temperaturen im Sommer oder Winter ist regelmäßiges Lüften schwierig, da die Außentemperaturen oft unangenehm sind.

Kommunikation

Wichtige Informationen werden nur selten aktiv an die Mitarbeitenden weitergegeben. Vieles erfährt man eher nebenbei, zum Beispiel in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen. Regelmäßige interne Kommunikation findet nur eingeschränkt statt.

Termine für Firmenfeiern, Weiterbildungen oder andere Veranstaltungen außerhalb der Arbeitszeit werden oft erst kurzfristig bekannt gegeben. Da eine Teilnahme meist erwartet wird, kann das problematisch sein, wenn bereits private Termine bestehen. In solchen Fällen wird teilweise von der Geschäftsführung nachgefragt, was man denn Wichtiges vor hätte und ob man den privaten Termin nicht verschieben kann, wodurch unnötiger Druck entstehen kann.

Gleichberechtigung

Im Arbeitsalltag werden Frauen grundsätzlich wertgeschätzt und aus meiner Wahrnehmung ähnlich behandelt wie andere Mitarbeitende.

Beim Thema Karenz und Rückkehr gibt es jedoch aus meiner Sicht Verbesserungspotenzial. Soweit bekannt, gab es bisher keine klassischen Karenzvertretungen oder eine klare Regelung, wie die Rückkehr in die ursprüngliche Position gestaltet wird. In der Vergangenheit entstand dadurch teilweise der Eindruck, dass Mitarbeiterinnen nach der Karenz nicht wieder in ihre vorherige Rolle zurückkehren konnten oder in andere Positionen wechseln mussten. Teilweise mit geringerem Gehalt.

Auch beim Thema Gehalt entsteht teilweise der Eindruck, dass es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Da ich hierzu keine vollständige Einsicht habe, kann ich dies nur aus meiner Wahrnehmung und was mir erzählt wurde beurteilen.

Interessante Aufgaben

Wie interessant die Aufgaben sind, hängt stark davon ab, in welchem Team man eingesetzt wird und an welchen Projekten man arbeitet. Leider gibt es jedoch sehr viele ältere Projekte. Jedoch sind auch die neueren Projekte nicht von besonders hoher Qualität.

Leider gibt es auch viele Projekte, bei denen häufig Feature- und Code-Output wichtiger sind als nachhaltige und saubere Lösungen.
Aus meiner Sicht wird teilweise mehr Wert auf Geschwindigkeit beim Programmieren als auf Code-Qualität gelegt. Dadurch werden Bugs manchmal bewusst in Kauf genommen. Die Auswirkungen davon tragen am Ende häufig die Kunden, wenn Fehler später behoben werden müssen.

Auf welches Team oder welche Projekte man kommt, kann man meistens nur wenig beeinflussen. Auch bei den Tickets, an denen man arbeitet, gibt es teilweise Mitspracherecht, oft werden diese aber vorgegeben.

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Arbeitgeber-Kommentar

Gerwald TschinkelGeschäftsführung

Vielen Dank für deine Zeit und das wertvolle Feedback. Schön, dass Teamgeist und Flexibilität positiv erlebt werden. Die Kritik an Führung, Druck und Kultur nehmen wir sehr ernst. So soll das natürlich nicht sein und das ist nicht der Führungsstil, den wir haben wollen. Wir werden gemeinsam an Veränderungen arbeiten. Gerne kannst du dich für ein vertrauliches Gespräch direkt bei HR melden.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.