Mein ehrliches Resümee nach fast 10 Jahren KSR
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich wurde an meinem ersten Tag allen vorgestellt und jeder war sofort "per du". Menschlich gibt es wirklich keine Unterschiede in der Firma.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das nicht vorhandene Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter. Man wird öfters "hintergangen" weil Dinge einfach entschieden werden ohne die jeweiligen "Fachkräfte" zu konsultieren.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde es dem Unternehmen und den Mitarbeitern wünschen, wenn die Geschäftsführung mehr vertrauen in die Mitarbeiter setzt. Jemand der seinen Job ausführt ist auch im Normalfall ein Profi und er weiß um was es geht in seiner Sparte und Tätigkeit. Auch dass Führungskräfte sich auch wie welche verhalten. Eine gute Führungskraft zeichnet nicht ihre Überstunden und wie viel sie arbeitet aus, sondern dass sie ihr Team motiviert, das beste aus jedem rausholt und dass sie Prozesse optimiert.
Arbeitsatmosphäre
Schon vor dem Insolvenzverfahren war das Klima sehr kühl. Es wird nicht geduldet, wenn man sich mal mit seinen Kollegen unterhält. Sobald das ein GF mitbekommt, wird sofort gefragt was man hier macht und dass solche Gespräche in der Freizeit stattzufinden haben.
Image
Beim Endkunden besteht nach wie vor die "Angst", dass es wieder zu einem Sanierungsverfahren kommen kann. Wird auch nicht so schnell vorbeigehen auch wenn div. Führungskräfte meinen das spielt keine Rolle mehr. Auch als Arbeitgeber hat die Firma keinen guten Ruf in Krems.
Work-Life-Balance
Eine Gleitzeitvereinbarung gibt es, diese wird aber immer hinterfragt sobald man diese auch "ausnutzt". Man bekommt auch zum Teil am Wochenende und Nachts Mails und Anrufe diverser "Führungspositionen". Homeoffice ist auch möglich, zumindest einmal in der Woche. Hier wird aber immer davon ausgegangen, dass man nichts Arbeitet und ist eher verhöhnt.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen gibt es nicht. Auch wenn man selbst fragt ob man sich weiterbilden darf, werden keine konkreten Weiterbildungen angeboten. Zwei Mitarbeitern wurde der A-Führerschein bezahlt, weil der für die Tätigkeit wichtig war.
Gehalt/Benefits
Gehaltserhöhungen sind nicht verhandelbar. Der Verkauf im Außendienst arbeitet auf Provisionsbasis und casht gut ab. Benefits: Kaffee gratis, einmal pro Woche frisches Obst, div. Mitarbeiterrabatte auf Fahrzeuge und Produkte (manche Händler bekommen aber einen besseren Preis als die Mitarbeiter). Angekündigte Firmenveranstaltungen gibt es nicht. Vor dem Sanierungsverfahren gab es jeden Montag ein "Firmenkickerl" und im Winter wurde sporadisch Eishockey gespielt. Nun nur noch die Weihnachtsfeier.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Umweltgedanke ist nicht wirklich vorhanden. Beim Neubau des Gebäudes wurde auf nachhaltige Energie verzichtet. Hier hätte man aufs Dach zumindest Photovoltaik-Anlagen machen können um wenigstens die Stromkosten zu minimieren.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt eine kleinen "Ring" von Mitarbeitern, die sich sehr unterstützen und ohne die es die Firma nicht mehr geben würde.
Umgang mit älteren Kollegen
Wenn es ums Alter geht, dann werden diese genauso behandelt wie "Junge" Kollegen. Aufstiegsmöglichkeiten für Personen die lange im Betrieb sind (zB länger als 6 Jahre) gibt es nicht. Bevor jemand aus den "eigenen Reihen" genommen wird, stellt man lieber jemanden ein.
Vorgesetztenverhalten
Viele Vorgesetze haben ihr System und da gibt's auch keine Änderung oder Neuerungen. Das Motto "Das haben wir immer so gemacht" wird hier gelebt. Scheuklappen auf und durch. Habe in meiner Zeit nie davon gehört, dass eine Führungskraft ein derartiges Seminar besucht hätte um sich weiterzubilden. Moderne Mitarbeiterführung ist ein Fremdwort.
Arbeitsbedingungen
Großraumbüro in dem ein paar Pflänzchen aufgestellt wurden. Hier und da, sind auch Hunde zu besuch. Zentrale Kaffeemaschine (gratis) und einmal pro Woche frisches Obst. Großraumbüro NICHT Barrierefrei zugänglich.
Kommunikation
Die linke Hand hat keinen blassen Schimmer was die rechte Hand macht. Gibt keine klaren Strukturen und konstruktive Kritik inkl. Verbesserungsvorschlägen werden im Keim erstickt, weil man als kleiner Mitarbeiter ja e keine Ahnung hat.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist echt top, da kann man echt nichts dagegen sagen. Alle sehr Weltoffen.
Interessante Aufgaben
Wenn man in der richtigen Abteilung ist und bei Prozessen eingebunden ist, gibt es diese sicher. Nur wird man oft "Mundtot" gemacht.