Ein Arbeitgeber für sehr Leidensfähige
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Lage im Grünen ist nett.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Chefs leben die geforderte Philosophie nicht. Wertschätzung ist ein Fremdwort.
Verbesserungsvorschläge
Ich rate der Chefetage dringend, ihre Sichtweise zu ändern. Nicht nur die Klienten als Einnahmequelle zu sehen, sondern auch deren Bedürfnis nach stabilen Strukturen und konstantem Betreuerpool zu beachten. Der Klient und der Mitarbeiter sind Potenzial!!!!!!
Arbeitsatmosphäre
Die Mitarbeiter werden in ständiger Angst gehalten. "Divide et Impera" (Teile und herrsche) ist hier die Maxime. Es wird durch gezielte Manipulation und Repression ein Zusammenhalt der Mitarbeiter verhindert. Allein der laut gedachte Wunsch einen Betriebsrat zu gründen, oder ein Hinterfragen warum es einen solchen nicht gibt führen umgehend zu einer Kündigung. Natürlich nicht mit dieser Begründung. Es wird anfangs für selbst winzige Fehler eine Verwarnung schriftlich erteilt um zu gegebenem Zeitpunkt eine offizielle Begründung für die Kündigung zu haben. Findet sich kein Fehler wird mit "fehlender persönlicher Entwicklung" oder mit " "einer der Philosophie des Lebensbogen entgegenstehenden Einstellung" die Kündigung begründet.
Image
Man gibt sich weltoffen, amikal, wertschätzend, verbindend. Schwafelt von Veranstaltungen um die Akzeptanz zu erhöhen und die Berührungsängste der Bevölkerung von Grünbach zu mindern. Bietet jedoch immer die selben "Attraktionen" wie Artistenaufführungen etc., die niemanden mehr hinter dem Ofen vorlocken, nachdem man sie einmal gesehen hat.
Work-Life-Balance
Die Philosophie der Leitung ist: möglichst viel work, möglichst wenig life. Und "Balance"? Da wird nur auf Bilanz geschaut. Wer 2 Tage Urlaub braucht wird gezwungen sich eine ganze Woche Urlaub zu nehmen. Urlaub also nur wochenweise. Einspringen sollte man sehr viel, aber wenn man selbst aufgrund einer dringenden Angelegenheit spontan frei braucht, wird abgeblockt. Wer meint, dass hier ein soziales Unternehmen sozial agiert, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen? NICHT vorhanden. Jeder Mitarbeiter ist froh, wenn ihn die gerade laufende Kündigungswelle nicht betrifft (und es läuft mindesten 3 mal im Jahr eine ebensolche)
Gehalt/Benefits
Bezahlung nach SWÖKV, keine Schmutz, Gefahren oder sonstige Zulage, keine Supervision, kein Betriebsrat
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Solaranlage, E-Auto für den Chef, Bienen
Kollegenzusammenhalt
Durch die hohe Fluktuation der Mitarbeiter, wird jeglicher aufkeimende Zusammenhalt unterbunden. Man fühlt sich hier ständig beobachtet, abgehört und beurteilt. In den letzten drei Jahren wurden mindestens 30 Mitarbeiter nur in der Schwerpunktgruppe ausgetauscht - einige wenige haben von selbst aufgegeben (Anzahl der Mitarbeiter - 25-27. Die Einrichtung besteht erst seit 5 Jahren. Erfahrene gut ausgebildete Kollegen werden ersetzt - und durch weniger ausgebildete oder Quereinsteiger ersetzt. Ob da monetäre Gründe dahinter stecken?
Umgang mit älteren Kollegen
Wer nicht als begünstigter Behinderter die Beschäftigungsquote zu erfüllen hilft, der ist gut beraten sich keine körperlichen Schwächen zu gönnen, denn dann ist das Ende des Beschäftigungsverhältnisses in Sicht.
Vorgesetztenverhalten
Zuerst wird man mit amikalem Einstellungsgespräch geködert, danach noch ein bisschen auf Freund und cool gemacht und schließlich, wenn man ein paar persönliche Infos hat, die man als Druckmittel einsetzen kann, wird der Ton rauer. In der amikalen Phase wird man gefüttert mit negativen Infos über andere Mitarbeiter um von vornherein Misstrauen unter den Kollegen zu kreieren. Ein sehr kleiner Kreis (der sich jedoch je nach Gunst ändern kann) wird als "Vertraute" gehalten, um an interne Infos zwischen Mitarbeitern zu kommen. Und wehe dem, der das Wort "Betriebsrat" in den Mund nimmt oder nach Supervision fragt, der ist auf der Abschussliste.
Arbeitsbedingungen
In der Schwerpunkt Gruppe läuft man Gefahr körperlichen Attacken ausgesetzt zu sein. Natürlich ohne Gefahrenzulage. Auch ohne Unterstützung durch die Chefetage. Man hört dann nur hintenrum wie unfähig man ist. Im Holzhaus darf man sich über einen vollklimatisierten Arbeitsplatz freuen: Im Sommer heiß, im Winter arktische Temperaturen. Kneipp lässt grüßen. Pausenraum? Fehlanzeige. Um ungestört ein Semmerl essen zu können verzieht sich manch Mitarbeiter in das Auto.
Kommunikation
Es werden "Befehle" ausgegeben, Eigeninitiative ist unerwünscht, Kritikfähigkeit ist schlichtweg Fehlanzeige. Teamsitzungen könnten auch "Befehlsausgabe" oder "Pranger" genannt werden. Jedes stichhaltige Argument seitens der Mitarbeiter wird mit "ja, aber..." quittiert. Es werden Unwahrheiten über nicht anwesende Mitarbeiter verbreitet.
Gleichberechtigung
Hier wird jeder gleich respektlos und gleichgültig behandelt. Egal wie viel Mehrarbeit man leistet, wie engagiert man ist oder wie "brav" man die Aufgaben erfüllt. Lob kann man hier nicht erwarten, jedoch wehe es passiert ein Fehler. Da ist von Verwarnung bis verpflichtende Stellungnahme aller Mitarbeiter zu dem vermeintlichen Fehlverhalten des Mitarbeiters (also ein öffentliches an den Pranger stellen) oder gleich die Kündigung, Alles dabei.
Interessante Aufgaben
Wenn man Wäsche waschen, Wäsche zusammenlegen, Zimmer aufräumen, Geschirrspüler ein und ausräumen, Abendessen aus Resten vom Mittagessen zubereiten, "Gassirunden" mit Klienten am Gelände als interessante Aufgaben bezeichnet, ist man hier richtig. Den Klienten wird außer diesen Tätigkeiten kaum andere Beschäftigung geboten. Eigeninitiative wie Basteln mit den Bewohnern wird abgewürgt. Bei Festen dürfen sich nur einige Bewohner am Gelände bewegen, viele müssen in der Wohngruppe bleiben um das Bild nicht zu stören. Es wurde auch eine "Verantwortungsgruppe" (mit extra "Ausbildungsworkshops") und eine "Dienstplan Gruppe" etabliert. Die Teilnehmer der Verantwortungsgruppe sollten wie der Name schon vermuten lässt, mehr Verantwortung übernehmen, jedoch ohne finanziellen Mehrwert.