Zu viel Arbeit, kein Respekt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Stationsleitung ist die mit Abstand Beste, die ich je hatte und hat sehr viel dazu beigetragen, dass wir die Arbeit überhaupt bewältigen konnten.
Durch das Arbeiten auf einer interdisziplinären Station kann man sich sehr viel Wissen und viele Skills aneignen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die kollegiale Führung. Natürlich gibt es andere Dinge, die man verändern könnte, aber die meisten und größten Probleme sind erst durch die Änderung der Führung entstanden. Wenn die aktuelle Führung nicht bereit dazu ist, ihr Verhalten zu ändern, ist es vielleicht an der Zeit die Führung selbst zu ändern.
Der Fisch beginnt bekanntlich am Kopf zu stinken.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre von Vorteil sich die Beschwerden der Mitarbeiter tatsächlich mal zu Herzen zu nehmen und Veränderungen vorzunehmen. Vielleicht sollte die kollegiale Führung selbst mal ein paar Tage in den Verhältnissen, die sie geschaffen haben, arbeiten, um endlich zu verstehen, warum es absolut unzumutbar, sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Patienten, ist.
Arbeitsatmosphäre
Die kollegiale Führung hat leider im letzten Jahr die Arbeitsatmosphäre komplett zerstört. Davor hat das Arbeiten, wenn auch sehr anstrengend, tatsächlich Spaß gemacht. Doch seitdem die kollegiale Führung ausgetauscht wurde, gab es keinen Tag mehr, an dem man sich wertgeschätzt gefühlt hätte.
Das einzig wichtige war Geld zu sparen, leider zum großen Leid der Mitarbeiter und auch der Patienten. Massive Reduktion der Tagespräsenz während man gleichzeitig immer mehr und mehr Aufgaben dazu bekommt wurde leider zum Alltag.
Auch wenn die Stationsleitung versucht hat so viel wie möglich zu kompensieren, was auch der einzige Grund ist weshalb ich hier 2 statt nur einem Stern gegeben habe, war das Arbeiten dort zum Schluss nur noch eine absolute Qual und eigentlich unzumutbar.
Work-Life-Balance
Nicht existent. Das Arbeitszeitengesetz kennt in diesem Haus niemand. Über 60h pro Woche zu arbeiten ist eigentlich Standard und da ist das Einspringen noch nicht inkludiert. Wenn man keine Kinder hat wird von einem 100% Flexibilität erwartet, man kann froh sein, wenn man 1 Wochenende im Monat frei bekommt und Urlaub in der Sommerferien ist fast unmöglich ohne schon 1 Jahr vorher anzufragen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aufgrund der Papierdokumentation ist hier natürlich eine sehr große Papierverschwendung ein Thema, da man für jeden Arbeitsschritt einen eigenen Zettel ausfüllen muss.
Karriere/Weiterbildung
Es werden kaum hilfreiche Fortbildungen angeboten und wenn man sich dann selber um Fortbildungen kümmert, ist es sehr schwer diese genehmigt zu bekommen, da auch hier natürlich Geld die größte Rolle spielt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb des Teams ist der Hauptgrund warum ich nicht schon viele Monate früher gekündigt habe. Ansonsten ist leider nicht sehr viel Zusammenhalt vorhanden.
Vorgesetztenverhalten
Die kollegiale Führung ist ein absoluter Witz. Es ist absolut kein Interesse an den Mitarbeitern und den Arbeitsbedingungen vorhanden. Wichtig ist nur das Geld und die Bettenauslastung. Was für Patienten in diesen Betten liegen und wie viel Betreuung diese benötigen wird absolut nicht berücksichtigt, wodurch meist viel zu wenig Personal eingeteilt werden darf (ja DARF, selbst wenn die Stationsleitung es möchte, wird es von der kollegialen Führung auf Grund des Geldes nicht erlaubt).
Arbeitsbedingungen
Da die Tagespräsenz so ständig derart reduziert wird, ist man eigentlich den ganzen Tag nur am Laufen. An zahlreichen Tagen ist kaum Zeit auf die Toilette zu gehen, geschweige denn um etwas zu essen. Durch veraltete Systeme und Papierdokumentation dauert alles viel länger als notwendig wäre und um Geld einzusparen, werden ständig neue Systeme eingeführt die alles nur noch aufwendiger und umständlicher machen.
Die Betten sind großteils sehr alt und schwer zu bewegen, die Zimmer sind teilweise sehr eng und machen das Arbeiten sehr schwer.
Kommunikation
Zwischen der kollegialen Führung und dem Personal auf den Stationen gab es so gut wie keine Kommunikation. Während der Vorbereitungen der Umbauarbeiten wurde uns überhaupt nichts zur Zusammenführung der verschiedenen Arbeitsprozesse der 2 Krankenhäuser gesagt und sämtliche Bitten um Schulungen bzw. klaren Abläufen wurden zum Großteil ignoriert.
Ebenfalls wird nicht auf Beschwerden der Mitarbeiter eingegangen. Man bekommt zwar im ersten Moment falsches Mitleid (wobei die kollegiale Führung es nicht einmal schafft die richtigen Namen der Mitarbeiter zu verwenden), jedoch gibt es dann im weiteren Verlauf keine Veränderungen.
Gehalt/Benefits
Gehalt war in Ordnung und wurde regelmäßig angepasst.
Interessante Aufgaben
Aufgrund dessen dass die Stationen interdisziplinär sind, hat man viele unterschiedliche Aufgaben. Ob für diese auch die Zeit/Ressourcen vorhanden sind, wird jedoch nicht geachtet.

