Vom Job mit Sinn zu Flurfunk und Orientierungslosigkeit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Neuroth bietet grundsätzlich einen Job mit Sinn. Man arbeitet in einem Bereich, der für viele Menschen einen echten Unterschied macht. Genau darauf konnte man über viele Jahre auch stolz sein.
Auch die Aufgaben können sehr interessant sein und fachlich steckt viel Potenzial im Unternehmen.
Ein großer Pluspunkt sind außerdem die Kolleginnen und Kollegen. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass der Zusammenhalt in vielen Teams funktioniert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Entwicklung des letzten Jahres ist leider schwer zu übersehen.
Kommunikation findet kaum noch statt, gleichzeitig verändert sich das Unternehmen massiv. Personal wird abgebaut, Strukturen werden verändert und in der Führung gibt es laufend Wechsel. Trotzdem fehlt eine klare Kommunikation darüber, was eigentlich der Plan ist.
Besonders problematisch ist der Eindruck, dass vieles, was bisher gemacht wurde, plötzlich nicht mehr gut genug sein soll. Langjähriges Wissen verliert an Wert, während neue Strukturen, neue Führungskräfte und externe Expertise scheinbar automatisch als bessere Lösung gesehen werden.
Dadurch entsteht momentan ein Unternehmen, das wenig Orientierung und noch weniger Perspektive vermittelt.
Das eigentlich Schade daran: Neuroth war lange ein Arbeitgeber, für den man wirklich gerne gearbeitet hat und auf den man auch stolz sein konnte. Aktuell ist davon leider deutlich weniger zu spüren.
Verbesserungsvorschläge
Gerade wenn ein Unternehmen massiv umgebaut wird, sollte offen gesagt werden, was passiert, warum es passiert und wohin die Reise gehen soll. Mitarbeitende können auch mit unangenehmen Nachrichten umgehen. Schwieriger ist es, wenn kaum Informationen kommen und jeder versucht, sich selbst einen Reim auf die Situation zu machen.
Außerdem wäre etwas mehr Ruhe in der Führung dringend notwendig. Nach jedem Führungswechsel wieder alles neu aufzustellen, neue Strukturen einzuführen und bisherige Arbeit grundsätzlich infrage zu stellen, bringt auf Dauer niemanden weiter.
Vor allem sollte vorhandenes Wissen im Unternehmen wieder mehr zählen. Es muss nicht automatisch alles besser sein, nur weil es von außen kommt.
Neuroth hätte eigentlich sehr viel Potenzial. Dafür bräuchte es aber eine klare Strategie, stabile Führung und wieder mehr Vertrauen in die eigenen Leute.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war über viele Jahre eigentlich gut. Vor allem im letzten Jahr hat sich das jedoch stark verändert. Restrukturierung, Personalabbau und die ständige Unsicherheit drücken massiv auf die Stimmung.
Die Kolleginnen und Kollegen versuchen zwar, das Beste daraus zu machen, aber irgendwann lässt sich die allgemeine Stimmung nicht mehr ausblenden. Aktuell ist einfach sehr viel Unsicherheit im Unternehmen und das merkt man jeden Tag.
Kommunikation
Kommunikation ist momentan wahrscheinlich eine der größten Baustellen.
Seit der Restrukturierung gibt es gefühlt kaum noch echte interne Kommunikation. Vieles erfährt man über Umwege oder über den Flurfunk. Gerade bei großen Veränderungen und Personalentscheidungen wäre offene Kommunikation wichtig. Stattdessen bleibt viel Raum für Gerüchte und Spekulationen.
Das sorgt nicht gerade für Vertrauen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist nach wie vor gut.
Gerade in der aktuellen Situation versucht man, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam irgendwie das Beste daraus zu machen. Das ist momentan sicherlich eine der größten Stärken.
Natürlich geht die schlechte Stimmung auch an den Teams nicht spurlos vorbei.
Work-Life-Balance
Eine vernünftige Work-Life-Balance ist grundsätzlich möglich, hängt allerdings stark davon ab, wie gut Mitarbeitende selbst ihre Grenzen setzen und ihre Arbeit organisieren. Eine besondere oder aktive Unterstützung durch das Unternehmen gibt es in diesem Bereich nicht.
Vorgesetztenverhalten
Führungswechsel gehören bei Neuroth mittlerweile fast schon zum Alltag.
Über die Jahre gab es immer wieder neue Führungskräfte, neue Ideen und neue Richtungen. Wirklich Ruhe und Kontinuität konnte dadurch kaum entstehen. Jeder Wechsel bringt wieder neue Strukturen und neue Vorstellungen mit sich.
Aktuell wirkt es zusätzlich so, als würden teilweise auch Führungskräfte selbst nicht genau wissen, wohin die Reise gehen soll. Entscheidungen werden schlecht oder gar nicht erklärt und eine klare Richtung ist momentan schwer zu erkennen.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben gibt es definitiv und grundsätzlich steckt sehr viel Potenzial im Unternehmen.
Das Problem ist momentan eher, dass oft nicht klar ist, wie die einzelnen Themen, Projekte und Bereiche eigentlich zusammenspielen sollen. Ohne klare Strategie und Führung bleibt dadurch leider einiges liegen oder läuft nebeneinander her.
Arbeitsbedingungen
Die grundsätzlichen Arbeitsbedingungen sind in Ordnung. Auffällig ist derzeit, dass gerade in Zentralbereichen verstärkt aus dem Homeoffice gearbeitet wird. Die aktuell angespannte Stimmung an den Standorten dürfte dabei zumindest teilweise eine Rolle spielen. Hier zeigt sich, wie stark sich die allgemeine Unsicherheit inzwischen auf den Arbeitsalltag auswirkt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und soziale Themen waren in der Vergangenheit sichtbarer präsent. Aktuell stehen diese Themen gefühlt weniger im Vordergrund, was angesichts der laufenden Veränderungen im Unternehmen allerdings auch mit anderen Prioritäten zusammenhängen dürfte.
Gehalt/Benefits
Ein wirklich guter Benefit ist das kostenlose Mittagessen. Das gibt es aktuell noch und sollte auch positiv erwähnt werden.
Bei der momentanen Spar- und Veränderungsstimmung bleibt allerdings bei vielen Dingen die Frage, was davon langfristig bestehen bleibt.
Image
Das Bild nach außen und die Realität im Unternehmen passen momentan nicht besonders gut zusammen.
Nach außen wird weiterhin kommuniziert, wie positiv sich das Unternehmen entwickelt. Intern sieht die Situation deutlich schwieriger aus: Restrukturierung, Personalabbau, Führungswechsel und viel Unsicherheit.
Natürlich muss ein Unternehmen nach außen nicht jede interne Schwierigkeit breittreten. Wenn die Unterschiede zwischen Außendarstellung und interner Realität aber zu groß werden, wirkt das irgendwann einfach nicht mehr besonders glaubwürdig.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten sind momentan eher überschaubar bis kaum vorhanden.
Besonders schade ist, dass langjähriges internes Wissen gefühlt immer weniger zählt. Statt vorhandene Erfahrung stärker zu nutzen, scheint externes Wissen häufig interessanter zu sein.
Das vermittelt langjährigen Mitarbeitenden nicht unbedingt das Gefühl, dass sich Erfahrung und Loyalität auszahlen.

