Aus einem guten Arbeitgeber wurde ein schwieriges Arbeitsumfeld
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mittagessen an den Hauptstandorten, ansonsten leider gar nichts mehr.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ständige Umstrukturierungen, eine fehlende langfristige Ausrichtung und eine stark hierarchische Unternehmenskultur. Eigeninitiative und die Meinungen von Mitarbeitenden finden kaum Berücksichtigung, während viele Personalentscheidungen schwer nachvollziehbar sind.
Verbesserungsvorschläge
Hierarchieebenen reduzieren und direkte Kommunikation fördern. Mitarbeitende sollten die Möglichkeit haben, Feedback wirksam auch nach oben zu platzieren. Rückmeldungen aus Befragungen und anderen Feedbackformaten sollten transparenter behandelt und in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.
Führungskräfte sollten stärker auf Vertrauen, klare Kommunikation und die Erfahrungen ihrer Mitarbeitenden setzen. Mikromanagement sollte reduziert und Eigenverantwortung gefördert werden.
Die Personalabteilung sollte Mitarbeitende bei Personalthemen unabhängiger begleiten und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen.
Mehr Stabilität, weniger Umstrukturierungen und eine klare langfristige Ausrichtung würden zusätzlich zu einem besseren Arbeitsumfeld beitragen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist geprägt von Unsicherheit und fehlender Stabilität. Durch die laufenden Umstrukturierungen sowie für Mitarbeitende oft schwer nachvollziehbare Kündigungen und Freistellungen geht das Vertrauen in das Unternehmen zunehmend verloren. Motivation und Eigeninitiative nehmen ab, da klare Ziele und eine langfristige Perspektive fehlen. Zwar gibt es offizielle Anlaufstellen für Feedback und Probleme, aus Mitarbeitersicht verlaufen Anliegen jedoch ohne erkennbare Konsequenzen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist insgesamt sehr hierarchisch aufgebaut. Es gibt so viele Führungsebenen, dass wichtige Informationen und Feedback auf dem Weg verloren gehen. Entscheidungen werden über zu viele Ebenen abgestimmt und dadurch unnötig verzögert. Kritische Rückfragen oder konstruktive Einwände werden aus Mitarbeitersicht häufig nicht als wertvoller Beitrag zur Verbesserung verstanden, sondern eher als Kritik oder Widerstand. Das fördert eine Kultur des „Dienstes nach Vorschrift“ statt Eigeninitiative und offenem Austausch.
Es gibt verschiedene Formate, um Feedback einzubringen. Rückmeldungen werden zwar gesammelt, konkrete Maßnahmen oder nachvollziehbare Ergebnisse bleiben jedoch aus. Dadurch verlieren diese Formate zunehmend an Glaubwürdigkeit.
Die Ombudsstelle bietet zwar die Möglichkeit, Probleme anzusprechen. Aus Mitarbeitersicht führen diese Gespräche jedoch zu keinen erkennbaren Konsequenzen oder nachhaltigen Lösungen.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb einzelner Teams funktioniert die Zusammenarbeit gut. Abteilungsübergreifend dominieren Eigeninteressen und politische Dynamiken. Auch auf Führungsebene ist der eigene Verantwortungsbereich wichtiger als eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
Work-Life-Balance
Die Urlaubsplanung ist wenig flexibel, da Urlaub teilweise bis zu einem Jahr im Voraus eingetragen werden muss. Zudem ist die Mitnahme von Resturlaub ins Folgejahr nicht vorgesehen.
Vorgesetztenverhalten
Der Führungsstil ist stark kontrollierend und gleichzeitig wenig unterstützend. Eigeninitiative wird häufig ausgebremst, während Erwartungen und Prioritäten fast nie klar kommuniziert werden. Herausforderungen und Konflikte werden oft nicht aktiv gelöst, sondern ausgesessen. Feedback erfolgt überwiegend in eine Richtung. Eine offene Diskussions- oder Fehlerkultur ist nicht vorhanden. Dies führt zu Frustration und einer spürbar schlechten Stimmung im Team.
Im Umgang mit Mitarbeitenden ist die Einschätzung der direkten Führungskraft häufig ausschlaggebend. Andere Perspektiven werden aus Mitarbeitersicht nicht berücksichtigt. Dadurch entsteht, auch im Zusammenspiel mit der Personalabteilung, der Eindruck, dass die Meinung der Führungskraft deutlich mehr Gewicht hat als jene der Mitarbeitenden.
Interessante Aufgaben
Der Arbeitsalltag besteht mittlerweile überwiegend aus operativem Tagesgeschäft. Gestaltungsspielraum und strategische Mitwirkung sind kaum noch vorhanden. Eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge finden nur selten Gehör, wodurch Eigeninitiative zunehmend verloren geht. Budgetkürzungen schränken zusätzlich die Möglichkeit ein, neue Themen voranzutreiben oder Innovationen umzusetzen.
Eine langfristige Ausrichtung ist kaum erkennbar. Ziele und Prioritäten ändern sich laufend, wodurch Projekte häufig unterbrochen oder neu priorisiert werden. Statt Themen nachhaltig weiterzuentwickeln, steht das kurzfristige Abarbeiten aktueller Anforderungen im Vordergrund.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war nie ein Thema.
Umgang mit älteren Kollegen
Umgang mit älteren Kollegen war ebenfalls nie ein Thema.
Arbeitsbedingungen
Der Arbeitsplatz ist entsprechend dem heutigen Standard ausgestattet. Für das Homeoffice sind Mitarbeitende vollständig selbst für ihre Ausstattung verantwortlich. Zuschüsse oder finanzielle Unterstützung werden dafür nicht angeboten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich wüsste nicht, welche Maßnahmen das Unternehmen im Bereich Umwelt- oder Sozialbewusstsein setzt.
Gehalt/Benefits
Pünktliche Gehaltszahlungen sowie kostenloses Mittagessen an den Hauptstandorten.
Image
Die Außendarstellung des Unternehmens steht in deutlichem Widerspruch zur internen Realität. Werte wie Vertrauen und Teamspirit werden nach außen stark betont, spiegeln sich im Arbeitsalltag jedoch nicht wider. Schwer nachvollziehbare Personalentscheidungen, wiederholte Kündigungen und Freistellungen sowie der Umgang mit Mitarbeitenden vermitteln ein anderes Bild als jenes, das das Unternehmen nach außen präsentiert.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gibt es Weiterbildungsangebote. In der Praxis scheitert deren Nutzung jedoch häufig an fehlenden Ressourcen, Zeitmangel oder mangelnder Unterstützung durch Führungskräfte. Dadurch bleiben Entwicklungsmöglichkeiten oft theoretischer Natur.

