Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gute Work-Life Balance, (noch) tolle Kollegen, (noch) gratis Mittagessen in der Zentrale
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Umstrukturierung hat eine Kultur der Angst und Resignation geschaffen: Intransparente Kommunikation, widersprüchliche Standards, schwache Führung, die systematische Auslagerung interessanter Aufgaben trotz vorhandener interner Kompetenz und der Abbau erfahrener Mitarbeiter vermitteln zunehmend den Eindruck, dass Know-how, Engagement und Loyalität im Unternehmen kaum noch zählen.
Verbesserungsvorschläge
Das Management sollte die Unternehmenswerte, die in bunten Flyern und Foldern von ihnen gepredigt werden auch selbst befolgen.
Arbeitsatmosphäre
Durch die momentane Umstrukturierung herrscht unter den Mitarbeitern eine Stimmung der Angst. Anders kann es nicht gesagt werden.
Kommunikation
Seit der Umstrukturierung hat sich die interne Kommunikation aus meiner Sicht deutlich verschlechtert. Informationen darüber, wie es mit dem Unternehmen, den einzelnen Teams und der eigenen Arbeit weitergeht, werden nicht mehr wie früher zumindest einigermaßen transparent über die Führungskräfte kommuniziert. Stattdessen erfährt man vieles über Gerüchte in der Kantine oder Kaffeeküche. Diese Unsicherheit und fehlende Transparenz belasten die Arbeitsatmosphäre zusätzlich.
Auch die Kommunikation zwischen einzelnen Teams gestaltet sich teilweise schwierig und hat bereits mehrfach zu unangenehmen Situationen geführt.
Problematisch ist außerdem, dass bestehende Kommunikationsprozesse nicht überall einheitlich gelebt werden. Diese Prozesse erzeugen zwar teilweise zusätzlichen organisatorischen Aufwand, sind grundsätzlich aber durchaus sinnvoll. Als Mitarbeiter entsteht jedoch der Eindruck, dass bestimmte Regeln und Abläufe für das eigene Team verbindlich sind, weil die jeweilige Führungskraft darauf Wert legt, während sie in anderen Teams offenbar nicht im gleichen Maß gelten. Dadurch entsteht ein Gefühl von Inkonsistenz und unterschiedlichen Standards innerhalb des Unternehmens.
Kollegenzusammenhalt
Eine der wenigen positiven Punkte. Die meisten Kollegen sind sympathisch und solidarisch. Einer der letzten guten Punkte, der sich zukünftig aber sicher auch verschlechtern wird, da momentan viele der geschätzten Kollegen von sich aus gehen, oder gekündigt werden.
Work-Life-Balance
Dies ist auch ein sehr positiver Punkt. Homeoffice und Gleitzeit sind als Zentralmitarbeiter immer nach meinen Bedürfnissen möglich. Bei anderen Teams ist das teilweise wohl nicht so, aber ich möchte die Bewertung nur von meinen eigenen Erfahrungen abhängig machen.
Vorgesetztenverhalten
Meine direkte Führungskraft ist gut, ich schätze sie sehr, da sie Führungs- und Fachkompetenz vereint. Alle Führungskräfte, die weiter oben sind, sind eine perfekte Case Study für das Peter-Prinzip („In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.“)
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben haben sich über die Jahre stark verändert: von sinnstiftenden Projekten, bei denen ich das Gefühl hatte, tatsächlich etwas bewegen zu können, hin zu einer Rolle, die zunehmend von Systemerhaltung geprägt ist.
Interessante und anspruchsvolle Projekte gibt es nach wie vor, diese werden jedoch häufig an teure externe Agenturen vergeben, obwohl das notwendige Know-how intern eindeutig vorhanden wäre und die Motivation, an diesen Projekten zu arbeiten, mehrmals kommuniziert wurde. Gleichzeitig wird von Führungskräften regelmäßig das nächste spannende interne Projekt in Aussicht gestellt, das letztlich erneut extern vergeben wird.
Diese wiederholte Diskrepanz zwischen Ankündigung und Realität führt zu wachsender Frustration und teilweise auch Resignation – insbesondere bei jenen Mitarbeitern, die über viel Erfahrung und fachliche Kompetenz verfügen.
Gleichberechtigung
Ist mir in meiner Zeit hier weder positiv noch negativ aufgefallen.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Kollegen, die nicht in einer Führungsposition sind, werden momentan durch die Umstrukturierung nach und nach gekündigt, egal wie lange sie schon in der Firma sind, wie motiviert sie waren, oder wie kompetent sie waren. Das ist meiner Meinung nach ein moralischer Ausverkauf, aber in Konzernen wohl üblich.
Arbeitsbedingungen
siehe meine Bewertungen weiter oben
Umwelt-/Sozialbewusstsein
War nie Thema bei Neuroth, seit ich in der Firma bin.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist durchschnittlich, gibt sicher bessere wie auch schlechtere Gehälter.
Image
„Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“
Karriere/Weiterbildung
Interne und externe Weiterbildungen waren gut möglich, es gibt aber keine Perspektive auf Aufstieg und Karriere innerhalb der Firma, zumindest in meiner Position nicht.

