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Neuroth 
Österreich
Bewertung

It's over .....

2,3
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Neuroth AG (Graz / Österreich) in Graz gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Was derzeit bei Neuroth passiert, ist aus meiner Sicht nicht mehr nur eine normale Umstrukturierung. Es wirkt vielmehr so, als würde das Unternehmen Schritt für Schritt auf Effizienz, Kennzahlen und Kostenreduktion getrimmt – und die Mitarbeiter bleiben dabei zunehmend auf der Strecke.

Es werden Mitarbeiter gekündigt, Bereiche zusammengelegt und Teile der Produktion ins Ausland verlagert. Gleichzeitig wird nach außen weiterhin das Bild eines familiären Traditionsunternehmens gepflegt. Wer Neuroth allerdings schon länger kennt, erlebt intern eine ganz andere Realität. Von dem früheren Familienbetrieb ist im Arbeitsalltag kaum noch etwas zu spüren.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist entsprechend schlecht und dürfte für viele inzwischen einen Tiefpunkt erreicht haben. Immer stärker entsteht der Eindruck, dass vor allem eines zählt: Umsatz, Mindestpreis, Durchschnittspreis und Zielerreichung. Der Mensch hinter diesen Zahlen wird zunehmend zur Nebensache.

Besonders deutlich zeigt sich das beim Thema Provision. Durch Clusterbildung, neue Strukturen und immer anspruchsvollere Zielvorgaben wird es schwieriger, überhaupt noch eine vernünftige Provision zu erreichen. Teilweise fällt sie vollständig weg. Offiziell liegt das natürlich an nicht erreichten Zielen. Wenn sich die Rahmenbedingungen aber ständig so verändern, dass immer weniger ausbezahlt wird, darf man sich schon fragen, ob das wirklich nur Zufall ist. Der Gedanke, dass die Provision langfristig immer weiter zurückgefahren oder irgendwann ganz abgeschafft werden soll, liegt zumindest nahe.

Auch die Kommunikation ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Sie funktioniert überwiegend von oben nach unten. Entscheidungen werden getroffen, anschließend verkündet, und die Mitarbeiter haben sie umzusetzen. Wirkliche Mitsprache oder ehrliches Interesse an der Erfahrung derjenigen, die täglich mit Kunden arbeiten, ist kaum erkennbar. Gerade langjährige Mitarbeiter haben dadurch zunehmend das Gefühl, dass ihre Erfahrung zwar selbstverständlich genutzt wird, ihre Meinung aber kaum noch etwas zählt.

Beim Thema Wertschätzung sieht es nicht besser aus. Zum Geburtstag gibt es einen Werbeartikel, während echte Anerkennung für gute Leistung offenbar zunehmend zum Luxus wird. Selbst sogenannte High Performer können teilweise nicht einmal mit einem ehrlichen Dankeschön rechnen. Das sagt meiner Meinung nach einiges darüber aus, welchen Stellenwert Mitarbeiter inzwischen tatsächlich haben.

Auch Karriereentwicklung wirkt nicht immer nachvollziehbar. Fachliche Kompetenz, Erfahrung und Leistung scheinen alleine jedenfalls nicht zwingend auszureichen. Wer ein besonders gutes Verhältnis zur Cluster- oder Gebietsleitung pflegt, hat gefühlt deutlich bessere Chancen. Ob das tatsächlich überall so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Der Eindruck entsteht im Unternehmen aber durchaus – und genau das ist bereits problematisch genug.

Beim Thema Nachhaltigkeit klaffen Anspruch und Realität ebenfalls weit auseinander. Es wird viel über Verantwortung und Zukunft gesprochen, gleichzeitig fallen enorme Mengen an Verpackungen, Werbematerial und sonstigem Müll an. Wer das im Alltag sieht, kann sich durchaus fragen, wie ernst dieses Thema tatsächlich genommen wird.

Besonders ernüchternd ist, dass kleinere Akustikbetriebe teilweise bessere Bedingungen bieten als ein Unternehmen von der Größe Neuroths. Das sollte eigentlich ein deutliches Warnsignal sein. Wenn kleinere Betriebe bei Bezahlung, Wertschätzung oder Arbeitsklima attraktiver werden, läuft in einem großen Unternehmen offensichtlich etwas grundsätzlich falsch.

Ich bin schon lange bei Neuroth und kenne das Unternehmen noch aus einer anderen Zeit. Früher hatte man das Gefühl, Teil eines Familienbetriebs zu sein. Es gab mehr Identifikation, mehr Nähe und mehr das Gefühl, dass Loyalität und gute Arbeit etwas zählen.

Natürlich muss ein Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Aber wenn Mitarbeiter irgendwann hauptsächlich als Kostenfaktor, Umsatzbringer oder Kennzahl betrachtet werden, braucht man sich über sinkende Motivation, Frust und zunehmende Distanz zum Arbeitgeber nicht zu wundern.

Das wirklich Bittere ist, dass Neuroth einmal ein Unternehmen war, auf das man als Mitarbeiter stolz sein konnte. Heute wird dieses Bild nach außen zwar weiterhin gepflegt, intern ist davon für viele immer weniger übrig.

Es bleibt abzuwarten, wohin diese Entwicklung führt. Nach allem, was in den vergangenen Jahren passiert ist, würde es mich jedenfalls nicht mehr überraschen, wenn Neuroth irgendwann vollständig in einem internationalen Konzern aufgeht und am Ende Amplifon, Demant oder ein anderer großer Player auf dem Firmenschild steht.


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Karriere/Weiterbildung

Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

Gehalt/Benefits

Interessante Aufgaben

HilfreichHilfreich?14Zustimmenstimmen zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Dein HRM-TeamEmployer Branding

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen bei Neuroth so ausführlich zu teilen.

Deine Bewertung macht deutlich, dass du die Entwicklung unseres Unternehmens in den vergangenen Jahren sehr bewusst verfolgt hast und viele der aktuellen Veränderungen kritisch wahrnimmst. Gerade Mitarbeiter*innen, die Neuroth über einen längeren Zeitraum begleiten, erleben solche Veränderungen oft besonders intensiv, weil sie unterschiedliche Unternehmensphasen und Arbeitsweisen miteinander vergleichen können.

Wir befinden uns aktuell in einem tiefgreifenden Change-Prozess. Unser Markt verändert sich immer schneller und auch wir müssen uns laufend weiterentwickeln, um langfristig erfolgreich und zukunftsfähig zu bleiben. Das bringt Entscheidungen und Veränderungen mit sich, die nicht immer einfach sind. Gleichzeitig verfolgen wir damit das Ziel, Neuroth nachhaltig erfolgreich aufzustellen, damit wir auch in Zukunft Menschen zu einem besseren Hören und damit zu einem besseren Leben verhelfen können.

Mit dem Wachstum unseres Unternehmens haben sich in den vergangenen Jahren auch Strukturen, Prozesse und Anforderungen verändert. Dadurch werden manche Entwicklungen anders erlebt als früher. Umso wichtiger sind für uns der offene Dialog und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven anzuhören und ernst zu nehmen. Deine Hinweise zu Kommunikation, Führung, Mitsprache und Wertschätzung nehmen wir deshalb sehr ernst. Insbesondere beim Thema Wertschätzung würden wir gerne besser verstehen, welche konkreten Maßnahmen oder Formen der Anerkennung du dir wünschen würdest. Wir freuen uns über jeden konstruktiven Vorschlag und laden dich ein, das Gespräch zu suchen. Deine Führungskraft sollte dabei immer die erste Ansprechperson sein. Falls das aus irgendeinem Grund nicht möglich oder gewünscht ist, steht dir unser Ombudsteam unter ombudsteam@neuroth.com oder auch gerne unser Employer Branding Team unter peopleandbenefits@neuroth.com jederzeit für einen vertraulichen Austausch zur Verfügung.

Vielen Dank für deine offenen und kritischen Hinweise. Sie helfen uns dabei, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und in unsere gemeinsame Weiterentwicklung einfließen zu lassen.

Danke, dass du jeden Tag dein Bestes gibst, um Menschen zu ihrer Hörstärke zu begleiten!

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Puls

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.