Starker Zusammenhalt im Team, fehlender Rückhalt von oben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der technologische Standard ist hoch und man arbeitet mit modernem Equipment. Besonders hervorzuheben ist der Zusammenhalt unter den Kollegen – man hilft sich gegenseitig und die Atmosphäre im Team war meist sehr positiv. Auch die Büros (besonders in Traun) sind top ausgestattet. Zudem ist die Firma bei den Arbeitszeiten grundsätzlich sehr flexibel und man hat das Gefühl, über Probleme offen sprechen zu können. Wenn man das Glück hat, auf einem Greenfield-Projekt bei einem angenehmen Kunden zu landen, macht die Arbeit wirklich viel Spaß und man kann sich technisch ausleben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vertrieb vs. Realität: Projekte werden oft zu Preisen (Fixpreis) verkauft, die kaum Spielraum lassen, wohl um die Auslastung zu sichern. Das Risiko liegt dabei fast komplett bei der Firma bzw. dem Team: Ist man schnell, freut sich der Kunde über mehr Features zum gleichen Preis. Dauert es länger, macht das Projekt Minus und der (passive) Druck wird direkt an das Umsetzungsteam weitergegeben.
Feedback-Kultur: Konstruktive Kritik wird schnell als "Suddern" abgetan, wenn man nicht sofort die perfekte Lösung liefert. Es wirkt oft so, als sei gegenüber HR und Management nur positives Feedback erwünscht. Wer kritisch hinterfragt, gilt schnell als "Gegner".
Inner Circle: Karriere und Sichtbarkeit hängen stark davon ab, wie präsent man bei Firmenevents ist und beim "Freitagsbier". Wer diese soziale Komponente – aus welchen Gründen auch immer – nicht so bedienen kann oder will (oder nicht in Traun sitzt), hat es schwerer, in den "Inner Circle" zu kommen, selbst wenn die fachliche Leistung stimmt.
Schein-Transparenz: Es wird zwar viel über Transparenz gesprochen ("Open Door Policy"), aber bei wirklich kritischen Themen (Zahlen, Gründe für Kündigungen, Strategiewechsel) wird oft gemauert oder es werden beschönigte "Marketing-Antworten" gegeben. Man erfährt Dinge oft erst, wenn sie schon beschlossen sind.
Verlust der Firmen-DNA: Früher stand die Technik und der Mitarbeiter im Fokus. Mittlerweile hat man den Eindruck, dass Kennzahlen, Auslastung und Umsatzoptimierung über allem stehen. Der "Spirit", der die Firma früher ausgemacht hat, weicht zunehmend einer kühlen Konzern-Denkweise.
Verbesserungsvorschläge
Ehrliche Kalkulation im Vertrieb statt "Verkaufen um jeden Preis" auf dem Rücken der Teams.
Feedback ernst nehmen, auch wenn es unbequem ist ("Suddern" ist oft ein Warnsignal, kein Lärm).
Onboarding verbessern: 2 Tage Einführung reichen nicht, danach lernt man oft auf Kosten des Kundenbudgets "on the job".
Professionelle Distanz wahren: Karriere sollte auf Leistung basieren, nicht auf der Freizeitgestaltung mit Vorgesetzten.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der Teams meist sehr gut und kollegial. Sobald aber Projekte in Schieflage geraten, wird der wirtschaftliche Druck direkt an die Belegschaft durchgereicht, was die Stimmung drückt.
Image
Technisch hat die Firma einen guten Ruf am Markt. Als Arbeitgeber leidet das Image intern etwas unter der Diskrepanz zwischen versprochenen Werten und der gelebten Realität (Vertriebsdruck vs. Qualität).
Work-Life-Balance
Grundsätzlich flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten. Allerdings wird erwartet, dass man sich auf Firmen-Events blicken lässt ("Freitagsbier"), um dazuzugehören. Das vermischt Freizeit und Arbeit unnötig stark.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt ein Budget, aber 40h Bildungszeit pro Jahr sind schnell weg. Wirkliche Karriere macht man eher durch Präsenz im "Inner Circle" und Networking mit Vorgesetzten als durch reine Fachleistung.
Gehalt/Benefits
Pünktliche Bezahlung. Einstiegsgehälter sind gut, aber signifikante Sprünge als erfahrener Senior sind schwierig durchzusetzen. Anfängliche Benefits wurden gekürzt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ist vorhanden, wird aber nicht übermäßig zelebriert. Solider Standard.
Kollegenzusammenhalt
Das Beste an der Firma. Man hilft sich gegenseitig, unkompliziert und auf Augenhöhe. Der Zusammenhalt im Umsetzungsteam fängt vieles vom Druck von oben auf.
Umgang mit älteren Kollegen
Respekt ist hier weniger eine Frage des Alters, sondern der Anpassung. Solange man die Entscheidungen von oben mitträgt und 'funktioniert', wird man wertgeschätzt. Wer jedoch aufgrund seiner Lebenserfahrung eine abweichende Meinung vertritt, gilt schnell als schwieriger Charakter.
Vorgesetztenverhalten
Solange alles läuft, ist der Umgang freundschaftlich. Bei Problemen oder kritischem Feedback fühlt man sich jedoch oft allein gelassen oder als "Gegner" abgestempelt. Es fehlt teilweise an Rückhalt, wenn es beim Kunden brennt.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung ist gut, aber man spürt den Druck, diese im Büro in Traun zu nutzen, da Home-Office gefühlt weniger gern gesehen wird als kommuniziert.
Kommunikation
Es gibt viele Meetings und Infos, aber oft nur "Schönwetter-Nachrichten". Bei kritischen Themen oder unpopulären Entscheidungen fehlt die echte Transparenz. Manches erfährt man nur über den Flurfunk oder durch Privatnachrichten
Gleichberechtigung
Keine offensichtliche Benachteiligung erkennbar. Allerdings haben Mitarbeiter am Standort Traun (HQ) gefühlt bessere Karten und mehr Sichtbarkeit als Remote-Kollegen oder andere Standorte.
Interessante Aufgaben
Projekte sind oft technologisch modern und spannend (Greenfield). Die "projektlose Zeit" ist jedoch schlecht organisiert: Man arbeitet an veralteten internen Tools oder sucht Arbeit, was sehr demotivierend ist.