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Starker Zusammenhalt im Team, fehlender Rückhalt von oben

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich IT in Traun gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der technologische Standard ist hoch und man arbeitet mit modernem Equipment. Besonders hervorzuheben ist der Zusammenhalt unter den Kollegen – man hilft sich gegenseitig und die Atmosphäre im Team war meist sehr positiv. Auch die Büros (besonders in Traun) sind top ausgestattet. Zudem ist die Firma bei den Arbeitszeiten grundsätzlich sehr flexibel und man hat das Gefühl, über Probleme offen sprechen zu können. Wenn man das Glück hat, auf einem Greenfield-Projekt bei einem angenehmen Kunden zu landen, macht die Arbeit wirklich viel Spaß und man kann sich technisch ausleben.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Vertrieb vs. Realität: Projekte werden oft zu Preisen (Fixpreis) verkauft, die kaum Spielraum lassen, wohl um die Auslastung zu sichern. Das Risiko liegt dabei fast komplett bei der Firma bzw. dem Team: Ist man schnell, freut sich der Kunde über mehr Features zum gleichen Preis. Dauert es länger, macht das Projekt Minus und der (passive) Druck wird direkt an das Umsetzungsteam weitergegeben.

Feedback-Kultur: Konstruktive Kritik wird schnell als "Suddern" abgetan, wenn man nicht sofort die perfekte Lösung liefert. Es wirkt oft so, als sei gegenüber HR und Management nur positives Feedback erwünscht. Wer kritisch hinterfragt, gilt schnell als "Gegner".

Inner Circle: Karriere und Sichtbarkeit hängen stark davon ab, wie präsent man bei Firmenevents ist und beim "Freitagsbier". Wer diese soziale Komponente – aus welchen Gründen auch immer – nicht so bedienen kann oder will (oder nicht in Traun sitzt), hat es schwerer, in den "Inner Circle" zu kommen, selbst wenn die fachliche Leistung stimmt.

Schein-Transparenz: Es wird zwar viel über Transparenz gesprochen ("Open Door Policy"), aber bei wirklich kritischen Themen (Zahlen, Gründe für Kündigungen, Strategiewechsel) wird oft gemauert oder es werden beschönigte "Marketing-Antworten" gegeben. Man erfährt Dinge oft erst, wenn sie schon beschlossen sind.

Verlust der Firmen-DNA: Früher stand die Technik und der Mitarbeiter im Fokus. Mittlerweile hat man den Eindruck, dass Kennzahlen, Auslastung und Umsatzoptimierung über allem stehen. Der "Spirit", der die Firma früher ausgemacht hat, weicht zunehmend einer kühlen Konzern-Denkweise.

Verbesserungsvorschläge

Ehrliche Kalkulation im Vertrieb statt "Verkaufen um jeden Preis" auf dem Rücken der Teams.

Feedback ernst nehmen, auch wenn es unbequem ist ("Suddern" ist oft ein Warnsignal, kein Lärm).

Onboarding verbessern: 2 Tage Einführung reichen nicht, danach lernt man oft auf Kosten des Kundenbudgets "on the job".

Professionelle Distanz wahren: Karriere sollte auf Leistung basieren, nicht auf der Freizeitgestaltung mit Vorgesetzten.

Arbeitsatmosphäre

Innerhalb der Teams meist sehr gut und kollegial. Sobald aber Projekte in Schieflage geraten, wird der wirtschaftliche Druck direkt an die Belegschaft durchgereicht, was die Stimmung drückt.

Image

Technisch hat die Firma einen guten Ruf am Markt. Als Arbeitgeber leidet das Image intern etwas unter der Diskrepanz zwischen versprochenen Werten und der gelebten Realität (Vertriebsdruck vs. Qualität).

Work-Life-Balance

Grundsätzlich flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten. Allerdings wird erwartet, dass man sich auf Firmen-Events blicken lässt ("Freitagsbier"), um dazuzugehören. Das vermischt Freizeit und Arbeit unnötig stark.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt ein Budget, aber 40h Bildungszeit pro Jahr sind schnell weg. Wirkliche Karriere macht man eher durch Präsenz im "Inner Circle" und Networking mit Vorgesetzten als durch reine Fachleistung.

Gehalt/Benefits

Pünktliche Bezahlung. Einstiegsgehälter sind gut, aber signifikante Sprünge als erfahrener Senior sind schwierig durchzusetzen. Anfängliche Benefits wurden gekürzt

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ist vorhanden, wird aber nicht übermäßig zelebriert. Solider Standard.

Kollegenzusammenhalt

Das Beste an der Firma. Man hilft sich gegenseitig, unkompliziert und auf Augenhöhe. Der Zusammenhalt im Umsetzungsteam fängt vieles vom Druck von oben auf.

Umgang mit älteren Kollegen

Respekt ist hier weniger eine Frage des Alters, sondern der Anpassung. Solange man die Entscheidungen von oben mitträgt und 'funktioniert', wird man wertgeschätzt. Wer jedoch aufgrund seiner Lebenserfahrung eine abweichende Meinung vertritt, gilt schnell als schwieriger Charakter.

Vorgesetztenverhalten

Solange alles läuft, ist der Umgang freundschaftlich. Bei Problemen oder kritischem Feedback fühlt man sich jedoch oft allein gelassen oder als "Gegner" abgestempelt. Es fehlt teilweise an Rückhalt, wenn es beim Kunden brennt.

Arbeitsbedingungen

Die Ausstattung ist gut, aber man spürt den Druck, diese im Büro in Traun zu nutzen, da Home-Office gefühlt weniger gern gesehen wird als kommuniziert.

Kommunikation

Es gibt viele Meetings und Infos, aber oft nur "Schönwetter-Nachrichten". Bei kritischen Themen oder unpopulären Entscheidungen fehlt die echte Transparenz. Manches erfährt man nur über den Flurfunk oder durch Privatnachrichten

Gleichberechtigung

Keine offensichtliche Benachteiligung erkennbar. Allerdings haben Mitarbeiter am Standort Traun (HQ) gefühlt bessere Karten und mehr Sichtbarkeit als Remote-Kollegen oder andere Standorte.

Interessante Aufgaben

Projekte sind oft technologisch modern und spannend (Greenfield). Die "projektlose Zeit" ist jedoch schlecht organisiert: Man arbeitet an veralteten internen Tools oder sucht Arbeit, was sehr demotivierend ist.

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Arbeitgeber-Kommentar

Annalena BrücklHead of People & Culture

Liebe/r ehemalige/r Kollege/in,

vielen Dank für deine Offenheit und dafür, dass du deine Erfahrungen so ehrlich mit uns teilst. Der von dir beschriebene starke Zusammenhalt im Team, die gegenseitige Unterstützung und die meist positive Atmosphäre bedeuten uns sehr viel und zeigen, wie stark unser Miteinander im Alltag getragen wird. Auch die spannenden technischen Aufgaben und der moderne technologische Standard sind Aspekte, die wir weiterhin bewusst fördern möchten. Gleichzeitig nehmen wir deine Rückmeldung zur Feedback Kultur sehr ernst und sehen sie als klaren Auftrag, kritische Perspektiven noch besser zuzuhören und konstruktiv aufzugreifen. Uns ist wichtig, dass Rückhalt, Transparenz und Wertschätzung im Alltag spürbar sind und nicht von äußeren Faktoren überlagert werden. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, uns mit deinen Impulsen bei unserer Weiterentwicklung zu unterstützen.

Liebe Grüße, Simone & Annalena

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.