Große Arbeitslast bei permanentem Stillstand.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Grundsatz bzw. die Kernidee des Unternehmens ist eigentlich sehr gut. Zudem bietet das Unternehmen vielen Menschen, insbesondere Studierenden, einen unkomplizierten Einstieg und flexible Arbeitszeiten.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen benötigt einen kompletten „Full Reset“. Die Strukturen sind so verhärtet und veraltet, dass punktuelle Reformen nicht ausreichen. Notwendig wären klare Aufgabenbereiche inklusive fester Vertretungsregelungen. Es muss ein koordinierter, strukturierter Workflow etabliert werden, der den gesamten Prozess von der Idee bis zur Durchführung begleitet. Zudem braucht es dringend effiziente Arbeitswerkzeuge (moderne IT), um die Prozesse zu unterstützen.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist von permanentem Stress und hohem Druck geprägt. Ursächlich hierfür scheint eine mangelnde Planungskompetenz der Geschäftsführung zu sein, was zu ständiger Unruhe im Arbeitsalltag führt.
Image
Nach außen hin wirkt das Unternehmen noch solide, und es gibt nach wie vor viele Kunden. Allerdings ist das Image stark am Sinken, da die internen Probleme und der Qualitätsverlust auch für Außenstehende immer deutlicher spürbar werden.
Work-Life-Balance
Eine gesunde Abgrenzung zwischen Privat- und Berufsleben findet nicht statt. Es wird erwartet, dass man permanent erreichbar ist, was sich leider auch auf die Wochenenden und die Urlaubszeit erstreckt. Überstunden sind Voraussetzung, die jedoch durch die immense Arbeitslast kaum abbaubar sind.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegsmöglichkeiten oder Weiterbildungen sind nicht vorgesehen. Die Struktur ist absolutistisch: Es gibt nur die Führungsebene und die ausführenden Mitarbeiter, ohne jegliche Entwicklungsperspektive dazwischen.
Gehalt/Benefits
Zusatzleistungen oder Benefits gibt es nicht. Das Gehalt bewegt sich am Rande des Mindestlohns.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung ist im Betrieb kein Thema. Einzig positiv ist, dass Inventar so lange wie möglich genutzt wird, bevor es entsorgt wird. In sozialer Hinsicht entsteht leider der Eindruck, dass bevorzugt Personal gesucht wird, das seine Rechte nicht kennt oder sich leicht ausnutzen lässt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist gut. Dies liegt jedoch primär daran, dass man sich aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen gegenseitig unterstützt – man teilt das gleiche Schicksal.
Umgang mit älteren Kollegen
Wie erwähnt, werden langjährige Kollegen bevorzugt behandelt und dürfen sich viel herausnehmen, auch wenn ihre Leistung oder Arbeitsweise oft nicht mehr zeitgemäß oder eigentlich nicht mehr tragbar ist.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten ist unberechenbar. Es gibt eine schwierige Mischung aus vordergründig nettem Auftreten und unvorhersehbaren, spontanen Wutausbrüchen, was für ein Klima der Verunsicherung sorgt.
Arbeitsbedingungen
Die Sauberkeit und Ordnung lassen stark zu wünschen übrig, da den Mitarbeitern aufgrund der hohen Arbeitslast schlichtweg die Zeit zum Aufräumen fehlt. Die bürotechnische Ausstattung ist unzureichend: Es gibt zu wenig oder zu kleine Tische und allgemein mangelhaftes Equipment.
Kommunikation
Eine strukturierte Kommunikation ist praktisch nicht vorhanden. Informationen werden, wenn überhaupt, nur extrem kurzfristig weitergegeben, was ein proaktives Arbeiten fast unmöglich macht.
Gleichberechtigung
Man hat das Gefühl, dass fast alle gleichermaßen schlecht behandelt werden. Eine Ausnahme bilden lediglich die dienstältesten Mitarbeiter, die Sonderprivilegien genießen und sich deutlich mehr erlauben dürfen als der Rest des Teams.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeiten sind an sich spannend und abwechslungsreich. Leider wird dieses Potenzial durch einen extremen Sparkurs zunehmend eingeschränkt. Da an allen Ecken und Enden gespart wird, sinkt die Qualität der Aufgaben und der Spaß an der Umsetzung spürbar.