Realitätsfern, ausbeuterisch und völlig unprofessionell – absolut nicht empfehlenswert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Auch wenn die Geschäftsführung in Bezug auf Organisation, Kommunikation und Arbeitsweise eine Katastrophe ist, zeigt sie sich bei persönlichen Anliegen erstaunlich verständnisvoll. In privaten Notfällen oder bei individuellen Problemen wird oft flexibel und menschlich reagiert, das ist eine der wenigen positiven Seiten.
Verbesserungsvorschläge
Das gesamte Kollegium auf Führungsebene müsste neu aufgestellt werden angefangen bei der Geschäftsführung bis zur Teamleitung. Zudem ist dringend mehr Personal notwendig, um faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Solange aber jede Forderung nach gerechter Bezahlung oder Arbeitsentlastung sofort abgeblockt wird, sind echte Verbesserungen leider sehr unwahrscheinlich.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist extrem belastend. Ein freundlicher oder kollegialer Umgang unter Mitarbeitenden wird nicht gern gesehen. Es wird sogar deutlich gemacht, dass man sich nicht mit Kollegen anfreunden“ soll. Vertrauen und Teamzusammenhalt werden systematisch unterdrückt. Stattdessen herrscht Misstrauen, Kontrolle und ein Klima der Angst, was das Arbeiten sehr unangenehm macht.
Image
Wenn Mitarbeitende in praktisch jeder Pause über die Geschäftsführung, die Teamleitung und die völlig chaotische Arbeitsweise herziehen, braucht man sich nicht viel zusammenreimen, um das wahre Image des Unternehmens zu erkennen. Nach außen wird ein moderner, professioneller Eindruck vermittelt, intern sieht die Realität komplett anders aus. Das Image ist Fassade und bröckelt schnell, sobald man Teil des Betriebs ist.
Work-Life-Balance
Ein Fremdwort in diesem Unternehmen. Die Arbeitszeiten sind chaotisch, auf private Zeit wird keine Rücksicht genommen. Urlaub oder Abwesenheiten werden regelmäßig mit der Begründung „Personalmangel“ abgelehnt. Gleichzeitig wird aber aktiv verhindert, neue Mitarbeitende einzustellen. Die Arbeit soll an erster Stelle stehen, alles andere ist unerwünscht.
Gehalt/Benefits
Zu Beginn wird man mit einer vermeintlich attraktiven Überbezahlung und einer Prämie gelockt. Das klingt gut, ist aber irreführend. In der Praxis arbeitet man teilweise sechs Tage die Woche, oft bis zu 50 Stunden, und bekommt dennoch nur den Mindestkollektivvertrag bezahlt. Nach Abzug von Sozialversicherung und Steuern bleibt für eine Vollzeitstelle gerade mal so viel übrig wie bei einer Teilzeitkraft im Einzelhandel (z.B. Billa). Dieses schlechte Verhältnis zwischen Arbeitsleistung und Entlohnung ist absolut enttäuschend und demotivierend.
Kollegenzusammenhalt
Trotz des schwierigen Umfelds gibt es unter den Agents definitiv eine gewisse Vertrauensbasis, die schon fast an Freundschaft grenzt. Viele halten zusammen, unterstützen sich gegenseitig und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Der Zusammenhalt entsteht allerdings eher trotz der Führung, nicht wegen ihr.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Alter spielt in diesem Unternehmen offiziell keine Rolle, diskriminierende Aussagen oder direktes Altersbashing gibt es nicht. In der Realität liegt der Fokus jedoch klar auf einer sehr jungen Zielgruppe. Die meisten Mitarbeitenden sind zwischen 19 und 26 Jahre alt. Ältere Kollegen wirken eher wie eine Ausnahme und werden selten aktiv eingebunden oder berücksichtigt. Es fehlt an echter Altersdiversität und Erfahrung wird nicht wirklich wertgeschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Natürlich gibt es auch kollegiale Teamleiter, die Mitarbeitende auf Augenhöhe behandeln wollen. Leider wird genau dieses Verhalten von der Geschäftsführung aktiv unterdrückt. Statt Unterstützung und Vertrauen erwartet die Führungsebene, dass sich Teamleitungen abgrenzen, autoritär auftreten und Mitarbeitende ständig ermahnen, ganz im Sinne eines fragwürdigen Machtspiels.
Konstruktive Kommunikation oder ein respektvoller Umgang haben hier keinen Platz. Fehler werden nicht gemeinsam gelöst, sondern mit schnippischen, überheblichen Kommentaren abgewertet.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen lassen stark zu wünschen übrig. Die verwendeten PCs sind veraltet und häufig defekt, was den Arbeitsfluss erheblich behindert. Das System stürzt regelmäßig ab, was zu ständigen Unterbrechungen und Frust führt.
Im Sommer gibt es zwar funktionierende Klimaanlage – die vorhandenen Geräte sind veraltet und wirkungslos für ein befülltes Büro.
Zudem sind die Räumlichkeiten schlecht ausgestattet: Es gibt nicht genügend Sitzplätze für alle Mitarbeitenden, was teilweise zu Wartezeiten führt.
Auch die Sanitäranlagen sind knapp, lediglich zwei Toiletten pro Geschlecht für die gesamte Belegschaft, was bei voller Besetzung definitiv zu wenig ist.
Kommunikation
Es gibt keinerlei konstruktives Feedback. Fehler werden nicht professionell angesprochen oder gemeinsam gelöst – stattdessen gibt es schnippische, arrogante Kommentare und verbale Abwertungen. Eine gesunde Fehlerkultur ist nicht vorhanden.
Gleichberechtigung
Das Team ist insgesamt sehr divers, und offener Rassismus wird offiziell nicht gefördert oder geduldet, das ist positiv hervorzuheben. Dennoch kommt es immer wieder zu fragwürdigen Aussagen, sowohl im Kollegenkreis als auch von Seiten der Geschäftsführung. Teilweise bleibt dies ohne Konsequenzen, was ein unangenehmes Gefühl hinterlässt. Gleichbehandlung und Respekt sind nicht durchgängig spürbar.
Interessante Aufgaben
Einige Kundenkontakte sind definitiv eine gute Erfahrung und können für das zukünftige Berufsleben wertvolle Einblicke bieten. Allerdings wird diese Chance durch die generelle Arbeitsweise des Unternehmens stark getrübt. Die Servotel GmbH vertritt eine insgesamt sehr negative, teils faule und völlig ineffiziente Art zu arbeiten: strukturlos, kurzfristig gedacht und ohne echten Qualitätsanspruch. Das verhindert echte Weiterentwicklung.