Interessanter und flexibler Arbeitgeber mit ein paar großen Nachteilen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Arbeitszeiten und ortsunabhängiges Arbeiten wurden nicht nur beworben, sondern tatsächlich gelebt und auch von der Geschäftsführung unterstützt. Die Kombination aus Remote- und Büroarbeit funktionierte über viele Jahre sehr gut. Jeder konnte selbst entscheiden, ob und wie häufig er ins Büro kommen wollte.
Die Kolleginnen und Kollegen waren stets freundlich, hilfsbereit und motiviert. Die Zusammenarbeit im Team war dadurch sehr angenehm und produktiv.
Die Projekte waren interessant und abwechslungsreich, sodass man fachlich viel lernen konnte.
Wer sich intern gut positionierte und aktiv für seine Interessen einsetzte, konnte durchaus ein angemessenes Gehalt erzielen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach meiner Wahrnehmung wurde bereichsübergreifender fachlicher Austausch teilweise eher kritisch gesehen als gefördert.
Gehalts- und Karriereentwicklung wirkten wenig strukturiert. Eigeninitiative war aus meiner Sicht nahezu Voraussetzung, da Gehaltserhöhungen oder Entwicklungsschritte selten von selbst angestoßen wurden.
Ziele wurden teilweise sehr ambitioniert oder aus meiner Sicht nicht ausreichend konkret kommuniziert. Gleichzeitig hatte ich in manchen Bereichen den Eindruck eines ausgeprägten Mikromanagements.
Ich habe außerdem erlebt, dass den Mitarbeitern teilweise nur wenig Vertrauen entgegengebracht wurde, selbst wenn diese bereits viele Jahre erfolgreich im Unternehmen gearbeitet hatten.
Kritische Rückmeldungen wurden meiner Wahrnehmung nach häufig eher als Problem denn als Verbesserungsvorschlag verstanden. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass eine offene Feedbackkultur nur eingeschränkt möglich war.
Für Berufseinsteiger bietet das Unternehmen interessante Projekte und die Möglichkeit, fachlich viel zu lernen. Langfristig haben mich jedoch insbesondere der Führungsstil, fehlende Entwicklungsperspektiven und die Unternehmenskultur dazu bewogen, das Unternehmen nicht als langfristigen Arbeitgeber zu empfehlen.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung sollte den Mitarbeitern deutlich mehr Vertrauen entgegenbringen und eine offene Feedbackkultur fördern. Konstruktive Kritik sollte als Chance zur Verbesserung verstanden werden und nicht dazu führen, dass Mitarbeiter dadurch persönliche Nachteile fürchten.
Mehr Transparenz bei Zielsetzungen, Entscheidungen und der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens würden ebenfalls helfen. Ziele sollten realistisch formuliert und nachvollziehbar kommuniziert werden.
Außerdem wäre es wünschenswert stärker in die langfristige Entwicklung der Mitarbeiter zu investieren – sowohl hinsichtlich Weiterbildung als auch bei Gehalts- und Karriereentwicklung. Ein regelmäßiger und transparenter Prozess für Gehaltsanpassungen würde hier einen großen Unterschied machen.