Große Lücke zwischen Image und Realität: Toxische Führung und fehlende Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass der neue Geschäftsführer bei Konsolidierungsmaßnahmen nicht sofort bei den Geringverdienern spart, sondern Einsparungspotenziale in anderen Ebenen sucht, ist ein korrekter und lobenswerter Ansatz
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein toxisches Arbeitsumfeld, das von Ausgrenzung, mangelnder Wertschätzung und fehlender Transparenz geprägt ist. Gute Leistungsträger werden ignoriert oder sabotiert, Schulungsinhalte (z. B. zum Umweltbewusstsein) im Alltag ignoriert und berechtigte Anliegen sprachlich benachteiligter Kollegen übergangen. Die Gleichstellung von Fach- und Hilfskräften beim Gehalt entzieht jegliche Motivation
Verbesserungsvorschläge
Die Unternehmensleitung sollte die Führungsebene dringend genau unter die Lupe nehmen. Es muss endlich hinterfragt werden, warum qualifizierte Fachkräfte dem Betrieb dauerhaft fernbleiben oder nach kurzer Zeit wieder kündigen. Solange potenziell starke Mitarbeiter von Vorgesetzten blockiert, vergrault und dem Management gegenüber verschwiegen werden, verliert das Unternehmen jeden Tag wertvolles Know-how
Arbeitsatmosphäre
Es fehlt an echter Gleichberechtigung im Alltag. Die Führungskraft nimmt hier leider keine ausgleichende Rolle ein, sondern bevorzugt gezielt einzelne Mitarbeiter und nimmt diese vor Kritik in Schutz. Das sorgt für Unruhe und Unzufriedenheit im Team.
Image
Das Image des Unternehmens liegt völlig am Boden – und das völlig zu Recht. Dass Belegschaften massiv unter Druck gesetzt wurden, auf staatliche Lohnerhöhungen zu verzichten, ging sogar durch die Medien. Wer nicht unterschrieb, dem wurde offen mit Kündigung gedroht. Solche Erpressungsmethoden haben dazu geführt, dass engagierte Leistungsträger das Weite gesucht haben. Über den ruinierten Ruf braucht sich hier niemand mehr zu wundern
Work-Life-Balance
Eine gesunde Work-Life-Balance existiert nur für die Führungsebene. Als Mitarbeiter macht man ständig Überstunden und geht selbst im Krankheitsfall arbeiten, um das Team nicht im Stich zu lassen. Während von der Basis dauerhafte Einsatzbereitschaft erwartet wird, sind die Abteilungsverantwortlichen gefühlt keinen ganzen Monat im Betrieb und kombinieren am laufenden Band Urlaub und Krankstage. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
Karriere/Weiterbildung
Keinerlei Förderung für motivierte Mitarbeiter. Wer Fachwissen aufbauen oder Karriere machen will, stößt schnell an Grenzen. Schulungen und Aufstiegsmöglichkeiten werden nicht nach Leistung oder Potenzial vergeben, sondern hängen einzig und allein von Vitamin B und privaten Verknüpfungen zur Führungsebene ab
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsgefüge ist völlig entwertet. Facharbeiter und qualifizierte Kräften werden auf dem gleichen Niveau wie Hilfsarbeiter bezahlt – eine abgeschlossene Ausbildung oder Fachwissen bringen keinerlei finanziellen Vorteil. Ganz im Gegenteil: Man hat das Gefühl, als Fachkraft sogar im Nachteil und unerwünscht zu sein, da Qualifikation hier nicht geschätzt, sondern als Bedrohung wahrgenommen wird. Leistung lohnt sich finanziell absolut nicht
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit ist reine Fassade. Es gibt zwar interne Umweltschulungen zur Vermeidung, Wiederverwertung und Entsorgung, doch in der Praxis hält sich niemand daran. Mitarbeiter werfen alles nach Belieben weg und die Führungskraft ignoriert und toleriert diesen Umgang komplett. Hinweise aus dem Team werden abgewinkelt, während wertvolles Werkzeug und Material sinnlos auf dem Müll landen.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Zusammenhalt kann gar nicht erst entstehen. Der Verantwortliche redet regelmäßig hinter dem Rücken schlecht über einzelne Kollegen. Durch dieses gezielte Gegeneinander-Ausspielen entsteht Misstrauen im Team, was dazu führt, dass sich Mitarbeiter voneinander distanzieren und bestimmte Personen ausgegrenzt werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung und Vielfalt werden nicht geschätzt. Das Know-how älterer Mitarbeiter wird ignoriert und sie werden aufs Abstellgleis geschoben. Besonders bitter trifft es ausländische Kollegen: Weil sie nicht alles perfekt verstehen, vertrauen sie darauf, dass sich die Führungskraft um ihre Anliegen kümmert. Dieses Vertrauen wird jedoch eiskalt ausgenutzt – Probleme werden schlicht ignoriert und die Betroffenen vor anderen gedemütigt
Vorgesetztenverhalten
Führungskompetenz sucht man hier vergebens. Die Führungskraft wirkt für ihre Position fachlich wie menschlich nicht qualifiziert und tut alles, um den eigenen Posten zu sichern. Gute Leistungen der Mitarbeiter werden bewusst unterschlagen und nach oben nicht weitergegeben, damit niemand auf fällt. Statt engagierte Fachkräfte zu fördern, werden diese gezielt ausgebremst und vergrault, während in der Führungsebene vor allem Vitamin B und Seilschaften zählen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen werden gezielt als Druckmittel eingesetzt. Um Störungen zu beheben, ist man auf ordentliches Werkzeug angewiesen. Während standardmäßig jede Schicht einen eigenen Werkzeugwagen hat, wird engagierten und qualifizierten Mitarbeitern der Zugriff verwehrt, um ihre Arbeit aktiv zu sabotieren. Zu allem Überfluss werden genau diesen Leistungsträgern am Ende noch verschwundene Werkzeuge in die Schuhe geschoben
Kommunikation
Kommunikation findet im Grunde nur in eine Richtung statt. Ich habe mehrfach das Gespräch von den Abteilungsverantwortlichen über den Werkleiter bis hin zum Betriebsrat gesucht, um sachliche Verbesserungsvorschläge zur Vermeidung von Produktionsstillständen (KVP) einzubringen. Man stößt jedoch komplett auf taube Ohren – es fühlt sich an, als würde man gegen eine Wand reden.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung gibt es nicht. Belohnt werden vor allem diejenigen, die lediglich ihre Zeit absitzen. Echte Leistungsträger, die etwas bewegen wollen, werden von der Führungskraft gezielt isoliert. Durch Sticheleien und das Anzetteln unkonstruktiver Diskussionen im Team sorgt der Vorgesetzte systematisch dafür, dass engagierte Mitarbeiter von den eigenen Kollegen ausgegrenzt und zermürbt werden
Interessante Aufgaben
Die Arbeit an sich bietet viel Potenzial, allerdings wird jegliche Eigeninitiative im Keim erstickt. Ein Beispiel: Als ich die Führungskraft darauf aufmerksam machte, dass Werkzeuge unnötig entsorgt und verschwendet werden, hieß es nur, das sei egal. Wenige Wochen später wurde meine Idee dann plötzlich als die eigene Leistung des Vorgesetzten verkauft. Wer sich einbringt, erlebt nur Monotonie und sieht, wie eigene Erfolge von anderen eingeheimst werden.