Schnelles Wachstum nach außen, intern sehr hohe Fluktuation und wenig Nachhaltigkeit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Techbold präsentiert sich nach außen modern, wachstumsorientiert und innovativ. Auf operativer Ebene gibt es engagierte Kolleg:innen, die fachlich stark sind und unter hoher Belastung viel leisten. Einzelne Projekte und Kundenumfelder können inhaltlich spannend sein.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mein Eindruck ist, dass interne Machtkämpfe auf Vorstandsebene und im Management den Arbeitsalltag stark beeinflussen. Entscheidungen wirken oft politisch motiviert und weniger fachlich oder langfristig gedacht. Führung wird aus meiner Sicht stark personalisiert gelebt, mit einzelnen Akteuren, die sich in viele Themen einmischen, während echte Teamarbeit im Management kaum erkennbar ist.
Ich finde auch, dass das Unternehmen stark von einem „höher, schneller, weiter"-Denken geprägt ist. Wachstum und Auslastung scheinen häufig wichtiger zu sein als Qualität, Stabilität oder nachhaltige Entwicklung.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Fokus auf nachhaltige Führung, Qualität und Stabilität statt reinem Wachstum. Klare Rollen, weniger operative Eingriffe von oben und mehr Rückhalt für Führungskräfte, die langfristig verbessern wollen. Eine ehrlichere Balance zwischen wirtschaftlichen Zielen und Mitarbeiterbelastung.
Arbeitsatmosphäre
Viele grundlegende Prozesse wirken unfertig oder uneinheitlich. Statt diese systematisch zu verbessern, wird aus meiner Wahrnehmung heraus viel über Kontrolle und kurzfristige Steuerung kompensiert.
Image
Nach außen vermittelt Techbold Innovation, Partnerschaftlichkeit und Dynamik. Mein Eindruck ist, dass dieses Bild intern nur teilweise gelebt wird.
Work-Life-Balance
Ich habe den Eindruck, dass sehr hohe Auslastung erwartet wird. Arbeitszeit wird stark über Buchungen und Kennzahlen gesteuert, was zusätzlichen Druck erzeugt. Flexibilität wird zwar kommuniziert, fühlt sich im Alltag jedoch nicht so an.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Karriere und Weiterbildung sehe ich deutliche Schwächen. Im Vergleich zu anderen IT-Dienstleistern fehlt aus meiner Sicht ein strukturiertes Entwicklungsmodell. Weiterbildung wirkt im Alltag eher als Störfaktor denn als strategische Investition.
Der Ansatz scheint stark auf „Learning by doing" zu setzen, häufig verbunden mit dem direkten Einsatz in anspruchsvollen Situationen ohne ausreichende Vorbereitung. Das kann kurzfristig Erfahrung bringen, ersetzt aber aus meiner Sicht keine nachhaltige fachliche oder persönliche Entwicklung.
Formale Weiterbildungsangebote wirken punktuell und wenig stabil. NeuerewKonstruktionen, wie etwa Rollen mit zusätzlicher fachlicher Verantwortung, empfinde ich eher als Alibi-Lösung, die das grundlegende Thema nicht löst. Eine klare, verlässliche Perspektive für langfristige Entwicklung habe ich persönlich nicht erkannt.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung empfinde ich persönlich als eher unterdurchschnittlich für den fordernden IT-Dienstleistungsmarkt. Sozialleistungen wirken wenig stabil und verändern sich aus meiner Wahrnehmung heraus schrittweise.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema ist präsent, spielt im operativen Alltag aus meiner Wahrnehmung jedoch eine untergeordnete Rolle
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kollegen ist gut. Viele stützen sich gegenseitig, um mit Druck und Unsicherheiten umzugehen. Dieser Zusammenhalt kompensiert jedoch strukturelle Schwächen, die eigentlich auf Organisationsebene gelöst werden müssten...
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang ist respektvoll, allerdings wirkt Erfahrung nicht immer als stabilisierender Faktor. Langfristige Perspektiven für erfahrene Mitarbeiter erscheinen mir wenig klar.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten empfinde ich als uneinheitlich und stark kontrollgetrieben. Vertrauen wird eher über Zahlen als über Dialog hergestellt. Nachhaltige Mitarbeiterentwicklung tritt aus meiner Sicht hinter kurzfristige Zielerreichung zurück. Auffällig empfinde ich, dass mehrere Führungskräfte, die versucht haben, Strukturen zu verbessern, Mitarbeiterentwicklung zu stärken oder eine wertschätzendere Kultur zu etablieren, nicht dauerhaft geblieben sind. Das habe ich über die Zeit mehrfach beobachtet. Für mich wirkt das so, als hätten langfristige Verbesserungen im Vergleich zu kurzfristigen Zielen wenig Platz.
Arbeitsbedingungen
Viele grundlegende Prozesse und Tools wirken im Vergleich zu anderen IT-Dienstleistern unausgereift. Statt diese systematisch zu verbessern, entsteht aus meiner Sicht zusätzlicher Druck
Kommunikation
Kommunikation erlebe ich als stark hierarchieabhängig. Entscheidungen werden oft erst im Nachhinein erklärt. Kritische Rückfragen sind nicht überall gleich erwünscht, was offenen Austausch erschwert.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird thematisiert, in der Praxis habe ich jedoch den Eindruck, dass Durchsetzungsstärke, Nähe zur Führung und Anpassungsfähigkeit wichtiger sind als strukturierte Entwicklung.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant (abhängig davon, was gerade "gebraucht" wird) verlieren aber durch ständige Prioritätswechsel und Zeitdruck erheblich an Qualität. Dinge werden begonnen, ohne sie sauber fertigzustellen oder weiterzuentwickeln.

