Theater der Jugend als Arbeitgeber

Kein Firmenlogo hinterlegt

Wenn einem freizeit und gerechte entlohnung egal ist. Oder man wirklich garnichts anderes findet.

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich Produktion gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der urlaub und die gleichgestellten kollegen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die heuchelei den leuten keine 1400 grundlohn zu bezahlen und als hohes tier mit über 14k heim zu gehen, dabei noch stücke zu inszenieren wie robin hood mit dem eröffnungssatz "wir sind das volk. Wir haben kein geld"
Besonders weil das theater vom staat sehr gut gefördert wird.

Verbesserungsvorschläge

Das würde jetzt viel zu lange dauern.
Kurz:
-Leute richtig bezahlen und respektieren.
-Ihnen sagen was im allgemeinen zu erwarten ist (wie ein tagesziel oder so)
-einmal den leuten die noch geistig in den 1980ern stecken erklären wie computer funktionieren und das heruntergeladene youtube musik immernoch unter copyright steht.
-der chefität erklären was copyright eigentlich ist.
-auf lösungen eingehen.

Arbeitsatmosphäre

Die Kollegen mit denen man zusammen arbeitet sind meist sehr nett und man hat viel Spaß in der Arbeit sofern man mit Gleichgestellten ist. Sobald eine höhere Ebene dabei ist wird es wirklich unangenehm. Bis hin zu Lügengeschichten die von Vorgesetzten an die Chefs erzählt werden wenn man auch nur ein bisschen eine Meinung hat und sich nicht absolut Alles gefallen lässt. Selbst denken sollte man sich ganz schnell abgewöhnen denn das wird ungern gesehen. Es gibt nur die idee des vorgesetzten und sonst keine.

Kommunikation

Leider kann man nicht weniger als einen Stern geben. Quasi nicht vorhanden und wenn man etwas erfährt ist es nur das absolut notwendigste. Aber keine sorge: es ändert sich sowieso bald wieder darum macht es wenig Sinn auch nur 1% der Gehirnleistung darüber zu verschwenden.

Kollegenzusammenhalt

Unter Gleichgestellten ist der immens groß da jeder gleich chronisch unterbezahlt ist und jeder der schon länger dort arbeitet weiß wie es funktioniert (tun was einem gesagt wird und ja nicht mehr)
Sobald eine höhere position dabei ist kann man nicht mehr von kollege reden.

Work-Life-Balance

Wochenendsdienste und feiertage sind nicht unüblich. Soweit dass die chefitäten es als privileg ansehen jemandem an wochenenden arbeiten zu lassen da man so unterbezahlt ist dass man auf die 50%igen und 100% igen tage angewiesen ist. Ganz nach dem motte "du DARFST am sonntag arbeiten". Der 2. stern ist wegen den 6 wochen urlaub im sommer.

Vorgesetztenverhalten

Da wären eigendlich -5 sterne noch zu gut. Du bekommst ganz schnell das gefühl dass du absolut nichts wert bist. Und die vorgesetzten denken genau so. Ich habe geschichten gehört die könnten aus einem drama kabarett sein. Wären lustig wenn nicht wirklich wahr. Ich habe miterlebt wie ein vorgesetzter schamlos gelogen hat was einem kollegen beinahe die fristlose gekostet hätte. Wenn man mal einen lösungsvorschlag für ein problem hat wird dieser nicht angenommen, nur um dann später genau so umgesetzt zu werden wie man von anfang an gesagt hat, aber die idee kommt dann vom vorgesetzen und nicht mehr von dir.

Interessante Aufgaben

Wenn einem mal gesagt wird was man tun soll dann ja. Meist beschränkt sich diese information auf ein minimum. Und leider ist es oft so dass man etwas macht was dann bald wieder verworfen wird. Sehr viele dinge macht man um sonst.

Gleichberechtigung

Da es die kunst sparte ist und die sehr links politisch ist passt das geschlächterweise.
Aber die Gleichberechtigung von vorgesetzten zu arbeitern ist quasi nicht vorhanden. Klar die verdienen das 3-10 fache von dir und das lassen sie dich spüren.

Umgang mit älteren Kollegen

Alter macht nicht viel unterschied. Ich empfehle falls man wirklich dort anfängt darauf zu hören was sie sagen. Zumindest die die schon länger dabei sind.

Arbeitsbedingungen

Die arbeitsplätze sind halbwegs gut ausgerüstet. Allerdings pfuscht der immense bürokratiewahnsinn in alles hinein. Es wird stress gemacht wo keiner sein sollte und wichtige dinge werden aufgeschoben.
Heißer tipp: betriebsrat ist dein bester freund.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Semi mülltrennung aber durch das unwissen von technik und computern wird eine menge unnötig ausgedruckt. Sehr selten werden dinge wiederverwendet. Bühnenbilder werden meist einfach abgerissen und weggeworfen.

Gehalt/Sozialleistungen

Da man in der jeweiligen kollektivstufe ist etwas schwer zu sagen. Wie schon geschrieben werden wochenenddienste als privileg gesehen da der grundlohn so mies ist dass man darauf angewiesen ist.
Wenn man zu 80% sagt "dafür werde ich nicht bezahlt" stimmt das sehr wahrscheinlich sogar.

Image

Komischerweise reagiert jeder sehr positiv wenn man sagt man arbeitet im theater. Hat sehr viel damit zu tun dass die meisten nicht wissen wie es tatsächlich ist. Es gibt zwei reaktionen:
1 (personen die noch nie im theater gearbeitet haben: "cool. Das klingt ja sehr interessant."
2 (personen die auch schon im theater gearbeitet haben): "shit. Du armer."

Karriere/Weiterbildung

Karriere gibt es nicht. Und falls man einen vergleich braucht: ich hatte den selben lohn nach 4 monaten wie ein kollege der schon 12 jahre dort war.
Eine weiterbildung in meinem fall gab es nur eine die mir angeboten wurde und die hätte ich erst nach 3 jahren machen können. Für 100€ mehr. Brutto.
Allerdings hatte ein kollege diese gemacht und nach abschluss hieß es "na das schaun wir uns mal an"
Er wartet jetzt schon 2 1/2 jahre auf die lächerlichen 100€ brutto mehr.