Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz allem merkt man dass die anderen Pfleger ihren Job schätzen und ihnen das Wohlbefinden der Tiere am Herzen liegt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Elitäres Herabschauen auf Praktikanten und Unwilligkeit ein Mindestmaß an sozialem Zusammenhalt aufrechtzuerhalten.
Verbesserungsvorschläge
Jede helfende Hand als das zu sehen was sie ist und zumindest einen Hauch von Interesse rüberkommen lassen. Ich hatte nie die Erwartungshaltung dort Freundschaften fürs Leben zu schließen, aber ich finde jede Arbeitskraft, egal ob befristet oder fix angestellt, verdient das gefühl wertgeschätzt und willkommen zu sein. Das war bei mir leider in keiner Form der Fall, und was ich gehört habe scheinen andere Praktikanten die gleiche Erfahrung gemacht. Ich hatte ein abgeschlossenes Studium, ausgiebige Arbeitserfahrung mit Wildtieren in Südamerika & Afrika und trotzdem das gefühl dass auf mich herabgesehen wurde und auf meine Meinung kein Wert gelegt wird. Kommuniziert wurde nur das Minimum um meine Arbeit durchzuführen, aber nichts über die Tiere selbst, deren Gesundheit oder Hintergrundgeschichte, was außerhalb meiner direkten Arbeitsaufgaben lag ging mich scheinbar auch nichts an. Ein Mindestmaß an sozialer Offenheit gegenüber ALLEN Mitarbeitern, egal wie lange sie schon Teil des Teams sind oder bleiben, ist finde ich eine Mindestanforderung die an jeden arbeitgeber gestellt ist, hierin wurde leider vollständig versagt.
Arbeitsatmosphäre
Als Praktikantin hat niemand dort Interesse daran einen irgendwie ins Team zu integrieren - ich wurde auch gebeten die Mittagspause alleine zu verbringen und nicht wie das restliche Team im Pausenraum. Kurze Pausen durfte ich dann wieder dabei sein, man hat das Gefühl eine Unannehmlichkeit für alle Beteiligten zu sein obwohl ich mich in der Vergangenheit stets gut mit meinen Kollegen verstanden habe & ich den Zusammenhalt im Team bei der Tierpflege extrem wichtig finde - ich glaube auch nicht dass es an mir persönlich lag zumindest habe ich das auch noch einmal erfragt, sondern daran, dass man als Praktikantin als Art Untermensch gesehen wird. Dass man als Praktikantin kein vollwertiges Teammitglied ist versteh ich voll & ganz, aber man könnte zumindest VERSUCHEN den Anschein zu wahren dass es irgendwen interessiert ob man lebt oder stirbt.
Image
Der Tiergarten Schönbrunn gilt als einer der besten Zoos Europas und das sicher auch aus gutem Grund. Ich nehme an dass das die meisten Mitarbeiter auch so sehen, sonst hätten sie sich wahrscheinlich nicht so elitär gegenüber „Fremden“ verhalten.
Work-Life-Balance
Arbeitszeiten sind so wie sie bei der Pflege von lebenden Tieren zu erwarten sind, da ich meistens auch während der Arbeit das Gefühl hatte dass es egal ist ob ich da bin oder nicht, wurde ich natürlich auch nicht außerhalb der Arbeitszeiten mit arbeitsangelegenheiten belastet. Ich war nichtmal Teil einer whatsapp gruppe oder dergleichen um Teamneuigkeiten oder dergleichen zu besprechen
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Kein Einblick - zumindest in meinem direkten Umfeld schien sich niemand Gedanken über z.b. Wasser sparen zu machen.
Karriere/Weiterbildung
Wie gesagt kein abschließendes Gespräch mit irgendeiner Art von Vorgesetztem stattgefunden, bei dem man ein Wiederkommen oder dergleichen besprechen hätte können.
Kollegenzusammenhalt
Wie bereits gesagt, das Team unter sich scheint sich gut zu verstehen aber fühlt sich offensichtlich als etwas Besseres und scheint peinlich berührt dadurch zu sein eine neue Arbeitskraft integrieren zu müssen. Ich finde, selbst wenn die Praktikantin super anstrengend ist oder aus dem Mund stinkt sollte man trotzdem den Anschein wahren sie für den ausgemachten Zeitraum als Teammitglied zu integrieren und zumindest die Pause bei ihnen rumsitzen lassen.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte nicht wirklich etwas mit den offiziellen vorgesetzten zu tun - die Teamleiterin meines Teams hab ich fast den ganzen Monat nicht zu Sicht bekommen und Betriebsleiter dergleichen habe ich nur gesehen wenn es etwas zu unterschreiben gab. An meinem letzten Arbeitstag wurde mir nicht mal von irgendeinem höher gestellten gesagt wo ich meine Arbeitskleidung/ Schlüssel zurückgeben kann, geschweige denn dass es die Möglichkeit gab ein abschließendes Wort mit einem der Vorgesetzten zu haben.
Arbeitsbedingungen
Materialien & Arbeitsflächen sind in Ordnung, allerdings war ich etwas schockiert wieviele Kakerlaken hinter den Kulissen herum kriechen, das war selbst als ich im Amazonas gearbeitet habe weniger ein Problem.
Kommunikation
Ich habe nie Feedback zu meinen Leistungen erhalten außer wenn erfragt, mir wurden Aufgaben gegeben die zwar an sich erklärt wurden aber nicht warum sie wichtig sind oder worauf ich achten könnte, meine Meinung war sowieso nie gefragt.
Gehalt/Benefits
joa ist okay fand das Gehalt als Praktikantin angebracht.
Interessante Aufgaben
Ich bin mir sicher dass es an sich viele interessante Aufgaben gibt, ich habe nur kaum welche durchgeführt beziehungsweise keine Möglichkeit gehabt zu sehen wie sich meine Arbeit auf das wohlbefinden der Tiere auswirkt. Ich habe zum Beispiel meist die Beschäftigungen für die Tiere vorbereitet aber nie die Möglichkeit gehabt die Vergabe an die Tiere und ihre Reaktion zu beobachten, daher konnte ich natürlich auch nicht wissen ob das was ich vorbereite, sinnvoll oder angebracht ist. Als festangestellter hat man die sicher tiefere einblicke, aber selbst als Praktikantin die meist niedere Arbeit verrichtet wäre es schön gewesen zumindest ein paar belohnende Tätigkeiten zu verrichten.