Herausfordernde Zeiten, aber Hoffnung auf Besserung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Derzeit bin ich mit meinem Aufgabenbereich, meinen Kollegen sowie den verschiedenen Fachbereichen, mit denen ich zusammenarbeite, zufrieden. Trotz der angespannten allgemeinen Stimmung ist aus meiner Sicht bislang nicht der Punkt erreicht, an dem ich eine Kündigung einreichen würde.
In unserer Abteilung wird versucht, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen und ein konstruktives Arbeitsumfeld aufrechtzuerhalten.
Das Produktportfolio ist spannend, und es gibt gute Ideen, die zeigen, dass der Stempel kein aussterbendes Produkt ist. Wenn dieser Innovationsgeist weiter gefördert wird, kann es wieder bergauf gehen.
Verbesserungsvorschläge
Das Management sollte stärker auf die Rückmeldungen der Mitarbeitenden eingehen – sowohl auf Kununu als auch in TeamEcho. Aus Sicht der Mitarbeitenden ist es unzureichend, lediglich abzuwarten, bis sich die Situation von selbst verbessert.
Wir sind derzeit generell in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, und auch die gesamte TroGroup kämpft mit Herausforderungen, die mehr oder weniger gut gemanagt werden. Wenn eine gemeinsame Richtung aller Divisionen zusammen mit dem Management und den Mitarbeitenden eingeschlagen wird, bin ich der Meinung, dass es wieder bergauf gehen kann.
Arbeitsatmosphäre
Die aktuelle Stimmung im Unternehmen ist spürbar angespannt. Es zeigt sich eine zunehmende Unzufriedenheit einiger Mitarbeiter hinsichtlich des Verhaltens des derzeitigen Managements (Holding) und deren Entscheidungen bzw. Vorgehensweise vorhanden ist. Von der oberen Führungsebene werden andauernd zusätzliche Anforderungen gestellt, die kurzfristig umzusetzen sind. Dies ist jedoch innerhalb der Unternehmensgruppe nicht immer unmittelbar realisierbar.
Im Austausch mit Kollegen wird deutlich, dass die Wahrnehmung der Unternehmensatmosphäre stark variiert: Es gibt sowohl motivierte als auch weniger motivierte Personen, die die Situation unterschiedlich bewerten. In meiner Abteilung gelingt es uns bislang, gewisse Herausforderungen mit Humor zu nehmen und die Stimmung aktiv positiv zu beeinflussen, um weiterhin mit einem guten Gefühl zur Arbeit zu kommen.
Work-Life-Balance
Je nach Saison und Auftragslage gibt es sowohl stressige als auch ruhigere Tage / Wochen. Mit der „5 Tage abgegrenzter Urlaub“-Regel bevor man ZA nehmen darf, wurde aus meiner Sicht das Work-Life-Balance-Modell eingeschränkt, da ich mir jetzt genau überlegen muss, ob ich spontan am Freitag mit ZA nehmen kann oder einen gesamten Urlaubstag hergeben muss.
Bezüglich der Home Office Regelung ist anzumerken, dass diese zwar eine Einschränkung darstellt (im Vergleich zu 2025), sich jedoch nach rund drei Monaten in der Praxis gut organisieren und mit den Arbeitsabläufen vereinbaren lässt.
Karriere/Weiterbildung
Wie bei den Benefits, wird bei den Schulungen gespart. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es immer weniger Angebote.
Kollegenzusammenhalt
Wie oben erwähnt, gibt es unterschiedliche Sichtweisen von Abteilungen. Einige arbeiten super zusammen – was auch bitte in Zukunft nicht vernichtet werden darf – und andere agieren eher isoliert.
In meiner Abteilung kann ich mich auf die Kollegen verlassen, dass diese bei Urlaub, Krankenstand oder generelle Fragen mir zur Seite stehen und versuchen gemeinsame eine Lösung zu finden.
Vorgesetztenverhalten
Das Top-Management befindet sich im Nebengebäude und zeigt im Hauptgebäude in Wels nur eine sehr geringe Präsenz. Nur in der Ausnahme, kann es vorkommen, dass CFO oder CEO in der Kantine sind, wenn besondere Meetings stattfinden.
Mein direkter Vorgesetzter bemüht sich erkennbar, die Vorgaben und Rahmenbedingungen „von oben“ bestmöglich im Sinne seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umzusetzen. Zudem habe ich den Eindruck, dass die Abteilungsleiter aus verschiedenen Abteilungen bewusst versuchen, eine positive Grundhaltung zu bewahren, um negative Stimmung nicht an ihre Teams weiterzugeben.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen finde ich grundsätzlich ok. Es gibt in stressigen Zeiten mit Projekten und Deadlines Tage und Wochen, wo man sich denkt, dass es auf Dauer unter dieser Arbeitsbelastung nicht weitergehen kann. Andereseits gibt es (hoffentlich aus in Zukunft) die Möglichkeit Urlaub zu nehmen und die stressigen Zeiten zu „vergessen“.
Wenn Kollegen kündigen und diese nicht nachbesetzt werden (können / dürfen), ist es natürlich für die verbleibenden Mitarbeiter nicht lustigen zu zusätzlichen Work-Load einfach so zu übernehmen und dabei am besten keine Überstunden aufzubauen.
Kommunikation
Wie bereits in mehreren Kommentaren auf Kanunu ersichtlich ist, lässt die Kommunikation des Top-Managements deutlich zu wünschen übrig. In offiziellen Town-Hall-Meetings werden überwiegend positive Entwicklungen hervorgehoben, während kritische oder unpopuläre Entscheidungen – wie etwa die Regelung zum Homeoffice – an die Abteilungsleitungen delegiert werden. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die oberste Führungsebene möglichen Widerstand vermeiden möchte.
Zwischen den einzelnen Abteilungen gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Einige Abteilungen bzw. Fachbereiche sind gut aufeinander abgestimmt, während andere eher isoliert arbeiten. Auch zwischen den Divisionen entsteht teilweise der Eindruck, es handle sich nicht um Schwesterunternehmen derselben Gruppe, sondern um voneinander unabhängige externe Firmen aus der Region.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist gut. Wenn man sich am Anfang bereits ein hohes Bruttogehalt ausgemacht hat, ist das von Vorteil. Spätere Gehaltserhöhungen sind - dank Sparplan - nur in Einzelfällen vorgesehen.
Als Mitarbeiter-Benefits gibt es Aktionen wie Obst, Vergünstigungen in Welser Unternehmen oder auch die Zusatzversicherung. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden das Programm mit Workshops, Vorträgen oder auch Sporteinheiten gekürzt.
Interessante Aufgaben
In Bezug auf meine Arbeitsaufgaben, kann ich sagen, dass ich zufrieden bin. Natürlich gibt es Aufgaben, welche einen mehr oder auch weniger Spaß machen. Oft schwingt auch der Zeitdruck mit, was als Mitarbeiter auf Dauer nicht gerade toll ist.

