Nach außen viel moderne Unternehmenskultur, Offenheit und starke Werte – intern in AUT & DE eine völlig andere Realität.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Uneinheitliche Wahrnehmung und Bewertung von Leistung. Häufig hatte das persönliche Verhältnis zur Führungsebene mehr Einfluss auf Entwicklungsmöglichkeiten und Anerkennung als tatsächliche Leistung. Wiederholt ungelöste Konflikte und fehlende Intervention. Konflikte, Gerüchte, respektloser Umgang sowie mangelhafte Leistung wurden nicht gelöst.
Verbesserungsvorschläge
Kritische Rückfragen oder konstruktives Gegenhalten wurden nach meiner Erfahrung nicht professionell aufgenommen. Zudem entstand häufig der Eindruck, dass Meinungen und Vorschläge von Mitarbeitern vor allem nur dann akzeptiert wurden, wenn sie mit der Sichtweise der Geschäftsführung übereinstimmten.
Arbeitsatmosphäre
Wiederholt als problematisch empfundene Führungskultur. Darüber hinaus erlebte ich bei einzelnen Mitgliedern der Geschäftsführung wiederholt einen Umgangston, den ich als vulgär und respektlos empfand. Dazu gehörten unangemessene Wortwahl, abwertende Kommentare über Kunden, Geschäftspartner oder Nachunternehmer sowie obszöne Handgesten im beruflichen Umfeld. Ein professioneller und respektvoller Außenauftritt wurde aus meiner Sicht dadurch nicht vorgelebt.
Image
Deutliche Diskrepanz zwischen Außendarstellung und Realität. Leider war meine Erfahrung in diesem Unternehmen über längere Zeit sehr ernüchternd. Besonders enttäuschend war für mich die große Diskrepanz zwischen dem Image nach außen und der tatsächlich gelebten Unternehmenskultur. Nach außen präsentiert man sich modern, transparent, mit flachen Hierarchien, offener Kommunikation und flexiblen Arbeitsmodellen – intern erlebte ich davon nur sehr wenig. Insgesamt ein stark abweichender Eindruck von den kommunizierten Werten. Mein persönlicher Eindruck: Nach außen viel moderne Unternehmenskultur, Offenheit und starke Werte – intern leider eine völlig andere Realität.
Work-Life-Balance
Eingeschränkte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Auch die beworbene Flexibilität entsprach nicht der Realität. Homeoffice war lediglich an zwei Tagen pro Monat möglich. Das beworbene Arbeitszeitmodell mit jedem zweiten freien Freitag klang zunächst attraktiv, bedeutete in der Praxis jedoch vor allem regelmäßig sehr lange Arbeitstage von bis zu neun Stunden, da die Stunden vorgearbeitet werden mussten. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird dadurch aus meiner Sicht erheblich erschwert.
Karriere/Weiterbildung
Starke Abhängigkeit von persönlichen Faktoren. Teilweise entstand der Eindruck, dass persönliche Nähe zur Führungsebene, äußeres Auftreten und Anpassung an diese Kultur mehr Aufmerksamkeit erzeugen als fachliche Leistung. Gehaltserhöhungen werden überwiegend nach persönlichem Verhältnis und nicht nach Leistung gegeben
Kollegenzusammenhalt
Hohe Fluktuation insbesondere bei erfahrenen und leistungsstarken Mitarbeitern. Viele Wissensträger verließen das Unternehmen, während offene Stellen teilweise lange unbesetzt blieben oder unpassend nachbesetzt wurden. Neue Mitarbeiter wurden oft nicht ausreichend eingearbeitet, wodurch zusätzliche Fehler und Frustration entstanden.
Vorgesetztenverhalten
Teilweise problematische Führungskultur. Bereits im täglichen Umgang mit Teilen der Geschäftsführung erlebte ich eine Kultur, die ich als wenig professionell und teilweise unangemessen empfand. Grenzüberschreitendes Verhalten einzelner Geschäftsführer. Im Umgang einzelner Geschäftsführer kam es wiederholt zu Situationen, die ich als grenzüberschreitend empfand. Mitarbeiterinnen wurden mit Bezeichnungen wie „Schatzi“ oder „Mausi“ angesprochen, teilweise anders behandelt als männliche Kollegen oder regelmäßig auf ihr Erscheinungsbild, ihre Figur, ihre Kleidung oder ihr Auftreten reduziert. Solche Kommentare empfand ich in einem professionellen Umfeld als vollkommen unangebracht.
Arbeitsbedingungen
Unausgewogene Personal- und Ressourcenplanung. Organisatorisch hatte ich häufig den Eindruck, dass Personalplanung und Ressourcensteuerung nicht ausreichend funktionieren. Manche Abteilungen wirkten dauerhaft überbesetzt, während andere seit langer Zeit deutlich unterbesetzt arbeiteten und an ihrer Belastungsgrenze waren. Uneinheitliche Leistungs- und Verantwortungsbewertung. Gleichzeitig schien oft nicht erkannt zu werden, welche Mitarbeiter konstant Leistung brachten, Verantwortung übernahmen und Projekte zuverlässig vorantrieben – und welche wiederholt Fehler verursachten oder Projekte ausbremsten. Gleichzeitig gab es Geschäftsführer, die kaum Kontakt zur Belegschaft suchten und Mitarbeitern distanziert oder von oben herab begegneten.
Kommunikation
Unzureichende und verspätete Informationsweitergabe. Informationen zur Unternehmenslage, Strategie, laufenden Projekten oder wichtigen Entscheidungen wurden häufig gar nicht oder erst sehr spät an Mitarbeiter weitergegeben. Wichtige Entwicklungen erfuhren Teams teilweise über Dritte oder sogar aus Presseartikeln. Als Mitarbeiter*in hatte man dadurch häufig das Gefühl, bewusst im Dunkeln gelassen zu werden. Große Abweichung zwischen kommunizierten Werten und erlebter Realität.
Gehalt/Benefits
Eingeschränkte Unterstützung durch interne Strukturen. Auch die Zusammenarbeit mit Teilen der Personalabteilung empfand ich als schwierig. Die Kommunikation wirkte teilweise eher herablassend als unterstützend. Rückmeldungen, Unterlagen oder einfache Anliegen dauerten oft unnötig lange und bei Einstellungsthemen hatte ich häufig den Eindruck, dass fachliche Einschätzungen direkter Führungskräfte nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Gleichberechtigung
Unangemessene Begrüßungs- und Näheverhalten. Ich wurde außerdem Zeuge von Begrüßungen einzelner Geschäftsführer, die deutlich über ein übliches berufliches Maß hinausgingen. Dazu gehörten Umarmungen, sehr persönliche körperliche Nähe sowie Handküsse zur Begrüßung gegenüber Mitarbeiterinnen. Gerade in einem hierarchischen Umfeld entsteht dadurch schnell eine Situation, in der Betroffene solche Verhaltensweisen nur schwer offen ablehnen können, ohne Nachteile oder unangenehme Konsequenzen zu befürchten.