Top Ausstattung und Flexibilität – große Schwächen bei Führungskompetenz und Problemlösung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsbedingungen und die technische Ausstattung sind absolut zeitgemäß und professionell. Ein ganz großer Pluspunkt sind zudem die flexiblen Arbeitszeitmodelle und Kernzeiten, wodurch sich Freizeit und Familie hervorragend und eigenständig organisieren lassen. Auch die gebotenen Zusatzleistungen und Corporate Benefits sind sehr solide
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die aktuelle Führungskultur und die Auswahl von Führungskräften primär nach formalen Abschlüssen statt nach sozialer Kompetenz und Charakter. Zudem die ausgeprägte Gruppenbildung und das Ignorieren von Missständen im Team. Die Arbeitsauslastung bewegt sich dauerhaft im kritischen Bereich, während echtes Mitarbeiterpotenzial übersehen wird.
Verbesserungsvorschläge
Es müssen dringend Führungskräfte eingesetzt werden, die Probleme aktiv erkennen und lösungsorientiert anpacken, statt wegzusehen. Qualität, Persönlichkeit und Leistung müssen wieder vor Geschlecht oder Abschlüssen stehen. Zudem müssen Probleme aktiv angegangen und echte Lösungen generiert werden. Aktuell wird oft mehr Zeit darin investiert, Probleme zu verschönern oder weniger schwerwiegend darzustellen, als man tatsächlich benötigen würde, um sie einfach anzugehen und zu beheben. Es braucht ein strukturiertes Wissensmanagement bei Pensionierungen und eine gesündere Verteilung der Arbeitslast, damit das Unternehmen in ein paar Jahren nicht nur noch in der Vergangenheit innovativ war
Arbeitsatmosphäre
In meiner bisherigen Karriere habe ich ein solches Arbeitsumfeld noch nicht erlebt. Es gibt starke Gruppenbildungen, die über reine Sympathien hinausgehen. Bestimmte Gruppen versuchen massiv, Einfluss und Druck auszuüben, ohne dafür die Kompetenz oder Position zu haben. Probleme im Betriebsklima werden von der Organisation leider eher geschützt, anstatt aktiv gelöst zu werden
Kommunikation
Kritische Themen und tiefgreifende Probleme im Arbeitsumfeld werden unzureichend oder gar nicht transparent kommuniziert. Ein offener, lösungsorientierter Austausch findet kaum statt; Missstände werden eher totgeschwiegen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist stark durch die Bildung von Subgruppen geprägt. Innerhalb bestimmter Kreise mag die Dynamik stimmen, das Gesamtgefüge leidet jedoch massiv unter politisch motivierten Verhaltensweisen und Ausgrenzungen
Work-Life-Balance
Die Rahmenbedingungen sind eigentlich echt top. Dank der flexiblen Arbeitszeitmodelle und Kernzeiten lässt sich die Freizeit, Familie und das Privatleben sehr gut und eigenständig gestalten. Hier wird einem viel Flexibilität geboten
Vorgesetztenverhalten
„Bei der Auswahl von Führungskräften wird primär auf formale Kriterien wie höhere Abschlüsse geachtet. Wichtige soziale Kompetenzen, empathische Führungsqualitäten und die Persönlichkeit stehen leider im Hintergrund. Missstände und unfaires Verhalten werden eher ignoriert oder gedeckt, anstatt Probleme aktiv anzupacken. Es braucht dringend Führungskräfte, die Missstände im Team frühzeitig erkennen, aktiv dagegen vorgehen wollen und es auch tun. Solche starken Persönlichkeiten sollten in diesem Unternehmen generell in jeder Führungsposition tätig sein
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind natürlich vom genauen Tätigkeitsbereich abhängig, ich würde sie aber durchaus als abwechslungsreich und vielseitig bezeichnen. Das große Manko liegt jedoch bei der Arbeitsauslastung: Das Arbeitsvolumen bewegt sich durchgehend im orangen, gefährlichen Bereich, was auf Dauer zu einer enormen Belastung führt
Gleichberechtigung
Das Thema Frauen in Führungspositionen wurde in den vergangenen Jahren stark forciert. Allerdings wurde hierbei die richtige Balance verpasst: Gleichberechtigung sollte für beide Seiten gleichermaßen gelten und sich primär an der Qualifikation orientieren, nicht am Geschlecht. Während in einigen Bereichen formal noch ein ausgewogenes Verhältnis fehlt, werden Frauen gefühlt teils deutlich ernster genommen und genießen intern einen höheren Schutz als männliche Kollegen. Qualität und Eignung sollten immer an erster Stelle stehen
Umgang mit älteren Kollegen
Die Einstellung von neuen Mitarbeitern erfolgt erfreulicherweise völlig altersunabhängig, hier herrscht ein wirklich top Verhältnis im Team. Ein großes Manko ist jedoch das Wissensmanagement: Aufgrund anstehender Pensionierungen geht enorm viel wertvolles Fachwissen der langjährigen, älteren Kollegen verloren. Es wird intern leider absolut nichts unternommen, um diesen Wissenstransfer strukturiert zu sichern
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung an den Arbeitsplätzen ist absolut zeitgemäß und professionell. Hier gibt es einen absoluten Pluspunkt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen engagiert sich stark im Bereich Nachhaltigkeit. Im Arbeitsalltag wird viel Wert auf Ressourcenschonung gelegt. Besonders in den operativen Prozessen läuft mittlerweile fast alles digital und papierlos, was ein echter Schritt in die richtige Richtung ist
Gehalt/Benefits
Das Gehalt orientiert sich am Kollektivvertrag und liegt im marktüblichen Durchschnitt – große Sprünge sind hier im operativen Bereich eher schwierig. Absolut top sind die gebotenen Zusatzleistungen und Corporate Benefits (wie vergünstigte Versicherungskonditionen, Betriebsrat-Angebote oder Essenszuschüsse). Aufzupassen ist hier jedoch, dass es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede bei den angebotenen Benefits gibt. Wien ist hier ganz klar im Vorteil und bietet die meisten Vergünstigungen
Image
Auf Kundenebene gehört das Unternehmen sicherlich zu den besten am Markt. Nach außen hin präsentiert sich die Marke absolut top und hochgradig professionell. Intern sieht es leider anders aus – hier gilt in vielen Bereichen das Prinzip ‚außen top, innen flop‘, da die gelebte Führungskultur nicht zum modernen Image passt
Karriere/Weiterbildung
Talente werden intern leider nicht aktiv erkannt oder gezielt gefördert. Mitarbeiter, die sich engagieren und bewusst über den Tellerrand blicken, werden meiner Wahrnehmung nach oft absichtlich nicht beachtet. Es gibt in vielen Abteilungen starke Persönlichkeiten mit erheblichem Potenzial und großem Engagement, die jedoch völlig ungenutzt bleiben. Aufstiegschancen hängen eher von Netzwerken als von Leistung ab


