Transformation ohne klare Strukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ein Unternehmen mit interessanten Aufgaben und erheblichem Entwicklungspotenzial, dessen organisatorische Reife jedoch nicht mit der Komplexität und dem eigenen Veränderungsanspruch Schritt hält.
Verbesserungsvorschläge
VITREA Health befindet sich in einer anspruchsvollen Veränderungsphase. Genau darin liegt aber auch eines der größten Probleme: An vielen Stellen fehlen Strukturen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege.
Gerade in einer Transformation sind klare Governance, Rollen und Prozesse notwendig. Stattdessen entsteht teilweise erheblicher zusätzlicher Aufwand durch Abstimmungen, Nachfragen, parallele Lösungswege und wechselnde Prioritäten.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es an allen Ecken und Enden an Struktur fehlt: wichtige Prozesse sind noch immer nicht definiert, Zuständigkeiten unklar, Daten und Systeme nicht ausreichend abgestimmt und Schnittstellen in den Bereichen funktionieren nur eingeschränkt. Vieles hängt daher von einzelnen Personen und informellen Abstimmungen ab.
Kollegenzusammenhalt
Auch die Zusammenarbeit zwischen Bereichen ist stark von interner Politik geprägt. Fachliche Themen können dadurch gegenüber persönlichen Interessen, Zuständigkeiten und unterschiedlichen Managementvorstellungen in den Hintergrund treten. Wer versucht, Probleme transparent zu machen muss damit rechnen, dass dies nicht ausschließlich als fachlicher Beitrag aufgenommen wird.
Vorgesetztenverhalten
Besonders kritisch sehe ich das Management und den Führungsstil.
Aufgaben und Verantwortung werden teilweise delegiert, ohne gleichzeitig die Kompetenzen, Entscheidungsbefugnisse oder Rahmenbedingungen mitzugeben. Erwartungen verändern sich im Verlauf oder werden erst dann konkret, wenn Ergebnisse bereits vorliegen. Dadurch entsteht schnell eine Situation, in der Verantwortung nach unten weitergegeben wird, Entscheidungen aber weiterhin stark von oben abhängig bleiben.
Kommunikation
Die Kommunikation erlebe ich als stark selektiv und in ihrer Prioritätensetzung teilweise schwer nachvollziehbar. Wesentliche organisatorische Veränderungen mit erheblichen Auswirkungen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nicht immer frühzeitig, transparent und offen kommuniziert.
Auch im Rahmen größerer Transformationsprojekte sind bereits absehbare organisatorische und personelle Auswirkungen intern bekannt, können jedoch in der offiziellen Organisation und Kommunikation teilweise noch nicht entsprechend dargestellt werden. Für Mitarbeiter erschwert das eine realistische Einschätzung darüber, wohin sich Organisation, Aufgabenbereiche und Arbeitsplätze entwickeln werden.
Gleichzeitig wird für vergleichsweise nachrangige Themen wie neue Unternehmenslogos, Farbwelten oder Corporate-Design-Elemente erheblicher Kommunikationsaufwand betrieben, teilweise in sehr ausführlichen Präsentationen.
Interessante Aufgaben
Positiv ist, dass das Umfeld fachlich durchaus interessante Aufgaben bietet und Veränderung grundsätzlich möglich wäre. Dafür müsste das Management wesentlich stärker an einer sachorientierten Führungskultur arbeiten.