Sie reden sich nur auf Reorganisation aus. In meinem Bericht geht es aber gar nicht um die Reorg. Die ist mir egal.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gleitzeit (6-20h) ohne Kernzeit; Homeoffice bis zu 120 Tage/Jahr; Wahl des Homeoffice-Verbrauchs entweder auf Stundenbasis oder in ganzen Tagen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sehr schlechtes Arbeitsklima;
Niedriges Niveau in der Firma – sowohl fachlich als auch im Benehmen und der Kommunikation. Das entsteht hauptsächlich dadurch, dass man oft Leute einstellt, die weder qualifiziert noch Berufserfahrung in den jeweiligen Jobs haben, auch überhaupt keine IT-bezogene Ausbildung, keine technische oder betriebswirtschaftliche Ausbildung, vom abgeschlossenen relevantem Studium ganz zu schweigen, so dass es hier schlecht angelernte Putzfrauen, Wasserinstallateure, Poliere, Leute von der Baustelle, Schaltermitarbeiter, Sachbearbeiter aus der Vorzeit des Internet und Ähnliches gibt, die sich dann einbilden, dass sie Millionen-Verträge interpretieren oder Projekte leiten können und sollen. Entsprechende Diskussionen hat man dann mit diesen Leuten, was den Job teilweise zum Alptraum macht.
Manche Führungskräfte haben bereits Grenzen überschritten, für die es in normalen Firmen Disziplinarverfahren gibt. Andere wiederum sind komplett unerfahren und unvorbereitet für ihre Funktion und eindeutig überfordert. Generell hat die Firma eine feste Managementkrise.
Verbesserungsvorschläge
Mein Tipp geht eher an Leute, die überlegen, sich hier zu bewerben – liest euch gut die Bewertungen hier durch. Besonders bitter könnte das werden, wenn ihr vorher einen Job hattet und diesen kündigt, nur um hier anzufangen. Dann tut es euch sehr wahrscheinlich leid, und falls ihr als Führungskräfte geholt werdet – könnte das ein sehr kurzes Gastspiel und ein hässlicher Fleck in eurem CV werden, denn gerade diese, vor allem wenn sie außerhalb des WSTW Konzerns kommen, werden in letzter Zeit oft schon nach ein paar Monaten einfach abgesetzt bzw. gekündigt. Ich würde lieber weitersuchen.
Arbeitsatmosphäre
Mittlerweile fast unerträglich; Überall nur lange Gesichter, Klagen, Frust, Streit, Konflikte, Kündigungen links und rechts…Auf Dauer macht es krank.
Image
Ich habe das noch nie erlebt, dass so viele Mitarbeiter ein derart negatives Bild von ihrem Arbeitgeber haben, und dass so viele die eigene Firma derart ablehnen.
Karriere/Weiterbildung
Im WSTW -Konzern generell, und somit auch in der WienIT fällt auf, dass Führungskräfte hier erstaunlich oft mit anderen Führungskräften verwandt oder verheiratet sind. Oft passiert dass wenn jemand Führungskraft wird, ein paar Monate später seine Frau ebenfalls Führungskraft in einem anderen Bereich wird. Sehr viele Geschäftsführungen, Bereichsleitungen und Abteilungsleitungen bei den WSTW sind zufällig Töchter, Ehefrauen/Ehemänner und Schwiegersöhne von anderen ähnlich hoch oder höher gelagerten Führungskräften der WSTW.
Weiterbildung sind in erster Linie kostenlose interne Schulungen, die komplett belanglos sind, da gibt es mittlerweile schon wesentlich bessere Tutorials auf YouTube zu all diesen Themen.
Gehalt/Benefits
Es gibt schon länger einen "Freeze" für Gehaltserhöhungen, der mittlerweile auch ofiziell ist. Dh. was man als Gehalt am Anfang verhandelt hat, damit wird man jetzt lange leben müssen. Die Gehälter selbst sind durchschnittlich für den Markt.
Nennenswerte Sozialleistungen sind die gratis Jahreskarte der Wiener Linien (ODER ein Beitrag der Firma zum Klimaticket in der Höhe des Preises der Jahreskarte der Wiener Linien), und das gestützte Betriebsrestaurant in dem ein Menü im Schnitt so um EUR 5-6 kostet.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten von Führungskräften hat aus meiner Sicht hier schon einige Grenzen überschritten. Ich selbst erlebe hier fast täglich wie Mitarbeiter von Vorgesetzten "scharf gescholten", erniedrigt und eingeschüchtert werden, so dass sich Mitarbeiter in Team-Meetings kaum noch trauen zu sprechen oder Fragen zu stellen; dass Mitarbeiter durch die Vorgesetzte vor anderen Mitarbeitern unangemessen kritisiert werden; wie Vorgesetzte versuchen, Mitarbeiter gegenseitig auszuspielen; dass Vorgesetzte auf Mitarbeiter Druck ausübt, Gleitzeit und Urlaub nicht zu konsumieren, und versucht das Homeoffice und die Gleitzeit entgegen der firmeneigenen Regelung einzuschränken.
Dafür aber keine Entscheidungen und keine klaren Aussagen treffen, die die Mitarbeiter für ihre Arbeit brauchen; und dadurch die Mitarbeiter im Zustand der permanenten Angst und Unsicherheit halten, weil alles, was diese dann in ihrer Verunsicherung falsch machen ihnen gnadenlos angelastet wird . Für die Mitarbeiter ist der Alltag daher von der Angst geprägt, etwas falsch zu machen oder etwas Falsches zu sagen, und sich dadurch der Wut der Vorgesetzten auszuliefern. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt.
Arbeitsbedingungen
Schlimm. Chaos pur. Keine klaren Anweisungen oder Regeln, widersprüchliche Vorgaben, keine Unterstützung der Mitarbeiter.
Da ich im Einkauf sitze, kann ich nicht einmal die schönen Büros aus anderen Bewertungen nennen, da wir das im Einkauf nicht haben. Wir sitzen in einem eigenen, sehr niedrig gelegenen Stockwerk mit kleinen, grauen, stickigen Zimmern mit Blick auf die Autobahn und mit mehreren Kollegen auf viel zu wenigen Qudratmetern. Es gibt keine Rückzugsmöglichkeiten, Telefonzellen, Fokusräume oder Ähnliches zum Telefonieren, sondern wir telefonieren und reden miteinander alle da, wo wir sitzen; der Lärmpegel ist sehr belastend und oft, wenn mehrere gleichzeitig telefonieren, weiß man oft überhaupt nicht mehr in welchem Gespräch man gerade ist.
Kommunikation
Beschwichtigende Kommunikation im Stil von Communications Employee Experience hier auf kununu – oder oft auch mal gar nichts. Zum Bsp. sie kündigen Führungskräfte von einem Tag auf den anderen und es gibt kein Wort dazu. Oder vor ein paar Wochen haben sie einen ganzen Bereich aufgelöst, den sie nur wenige Monate davor gegründet hatten; damit haben sie Führungskräfte und einen Teil der Mitarbeiter gekündigt (darunter auch Leute die sie erst ein paar Wochen davor extra für diesen neuen gegründeten Bereich eingestellt haben) – und bis jetzt immer noch kein Wort dazu an die Belegschaft.
Gleichberechtigung
In den USA und anderswo ist der „Wokeness“ Hype schon auf dem Rückzug, in der WienIT befindet man sich jetzt ungefähr im Jahr 2010 und hat diesen „Trend“ gerade erst entdeckt und jetzt geben sie Vollgas. Wenn aber "Vielfalt" wichtiger wird als Qualifikationen und Kompetenz, kommt irgendwann das Gegenteil von Gleichberechtigung raus.

